Uni-Lehrplan Diese zehn Bücher müssen Studenten in Harvard lesen

Aristoteles, Marx und Robinson Crusoe: Ein Datenprojekt zeigt, welche Bücher an führenden Universitäten in den USA am häufigsten auf dem Lehrplan stehen.

Harvard-Universität: Studenten an US-Elite-Unis haben lange Leselisten
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Harvard-Universität: Studenten an US-Elite-Unis haben lange Leselisten


Harvard, Princeton, Columbia oder Stanford - ein klangvoller Hochschulname macht sich im Lebenslauf gut. Aber was lernen Studenten eigentlich an den Elite-Unis? Das Open Syllabus Project hat mehr als eine Million Lehrpläne der vergangenen 15 Jahre von Unis aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland ausgewertet und Ranglisten der meistverordneten Pflichtlektüren erstellt.

Bei Geisteswissenschaftlern ist die Bücherliste etwas länger als bei Studenten der Naturwissenschaften, doch unabhängig vom Fach und der Uni - wer in den USA studiert, kommt um vier Autoren nicht herum: Platon, Hobbes, Machiavelli und Aristoteles. In Soziologie geht kein Weg am "Kommunistischen Manifest" von Karl Marx vorbei, bei Literaturwissenschaftlern liegt eine Schauergeschichte ziemlich hoch im Kurs: Im Bereich der fiktionalen Literatur ist Mary Shellys "Frankenstein" das am häufigsten behandelte Werk.

Top 10 Bücher in Harvard

1. "Brief aus dem Gefängnis von Birmingham" von Martin Luther King Jr. 2. "The Elements of Style" von William Strunk
3. "Leadership without Easy Answers" von Ronald Heifetz
4. "Kampf der Kulturen" von Samuel Huntington
5. "Schnelles Denken, langsames Denken" von Daniel Kahnemann
6. "Der Fürst" von Niccolò Machiavelli
7. "A Primer for Policy Analysis" von Edith Stokey
8. "Eine Theorie der Gerechtigkeit" von John Rawls
9. "Principles of Corporate Finance" von Richard Brealey
10. "Thank You for Arguing" von Jay Heinrichs


Die Leselisten der anderen Elite-Unis sehen etwas anders aus. Je nach Schwerpunkt der Hochschule stehen darauf mehr Romane oder historische Abhandlungen. Aber sehen Sie selbst:

Stanford:

1. "Leviathan" von Thomas Hobbes

2. "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" von Thomas Kuhn

3. "Foundations of Statistical Natural Language Processing" von Christopher D. Manning

4. "Code and Other Laws of Cyberspace" von Lawrence Lessig

5. "Creative Writing" von Wallace Stegner

6. "Der Staat" von Platon

7. "Robinson Crusoe" von Daniel Defoe

8. "Frankenstein" von Mary Wollstonecraft Shelly

9. "Understanding Media" von Marshall McLuhan

10. "Rethinking the Public Sphere" von Nancy Fraser

Princeton:

1. "Kampf der Kulturen" von Samuel Huntington

2. "Die Schatten der Globalisierung" von Joseph Stiglitz

3. "The Logic of Congressional Action" von Douglas R. Arnold

4. "Public Finance" von Harvey Rosen

5. "Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie" von Joseph Alois Schumpeter

6. "Geschichte des Peloponnesischen Krieges" von Thukydides

7. "Großmachtdiplomatie" von Henry Kissinger

8. "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" von Max Weber

9. "To End a War" von Richard Holbrooke

10. "Ethnic Groups in Conflict" von Donald Horowitz

Massachusetts Institute of Technology:

1. "Leviathan" von Thomas Hobbes

2. "Das Kommunistische Manifest" von Karl Marx

3. "Makroökonomie" von Olivier Blanchard

4. "Der Fürst" von Niccolò Machiavelli

5. "Lectures on Macroeconomics" von Olivier Blanchard

6. "Das Kapital" von Karl Marx

7. "The Elements of Style" von William Strunk

8. "Volkswirtschaftslehre" von Paul Krugman

9. "Lehrbuch Japanisch Teil 1" von Eleanor Harz Jorden

10. "Quarterly Review" von der Federal Reserve Bank of Minneapolis

Columbia:

1. "Kampf der Kulturen" von Samuel Huntington

2. "Der Staat" von Platon

3. "Die Freiheit" von John Stuart Mill

4. "Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des politischen Rechtes" von Jean-Jacques Rousseau

5. "Leviathan" von Thomas Hobbes

6. "Politik" von Aristoteles

7. "Metaphysik der Sitten" von Immanuel Kant

8. "Der Wohlstand der Nationen" von Adam Smith

9. "Calculus: Early Transcendentals" von James Stewart

10. "Das Unbehagen in der Kultur" von Sigmund Freud

Yale:

1. "Der Staat" von Platon

2. "Quarterly Review" von der Federal Reserve Bank of Minneapolis

3. "Der unsichtbare Mann" von Ralph Ellison

4. "Die Odyssee" von Homer

5. "Preisen will ich die großen Männer" von James Agee

6. "Über die Demokratie in Amerika" von Alexis de Tocqueville

7. "Anthropologie" von Franz Boas

8. "Zapata and the Mexican Revolution" von John Womack

9. "The Anti-Politics Machine" von James Ferguson

10. "Ilias" von Homer

asc

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insgesamt 74 Beiträge
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Seite 1
spieglein7245 28.01.2016
1. Auch das wird die Theoretiker nicht befriedigen
Wer es glauben will, der biegt sich die Sachen zurecht - leider! Und darum wird der 11. September auch den Amis zugesprochen, damit sie den Irak angreifen konnten.
Hammelinda 28.01.2016
2. welche fachrichtung?
wäre interessant das zu wissen. denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass einige bücher nur wegen dem großen namen des autors auf der liste stehen, ohne irgendeinen beitrag zur ausbildung zu leisten. (auch wenn das in den USA bei den universitäten der Ivy League ohnehin egal zu sein scheint..)
Bibe 28.01.2016
3. Aha!
Es wurden also die Lehrpläne von USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland ausgewertet. Was außerhalb der englischsprachigen Welt gelesen wird, ist also egal oder interessiert nicht oder fällt nicht ins Gewicht oder wie oder was? Was juckt es uns hingegen zu wissen, was man in der englischsprachigen Welt liest?
specialsymbol 28.01.2016
4. Beim MIT sind nur 9 verschiedene Bücher
Beim MIT sind nur 9 verschiedene Bücher aufgeführt.
schoenheim1 28.01.2016
5. Actually many read the list prior to admittance
Most of us who did attend top US universities read many of these works prior to being admitted to them. Just a thought: i.e. I read the Republic in the 10th grade and many other of these works prior to completing the 12th.
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