Lebensmittel für lau Wenn Studenten günstig tafeln

Ist das schon Armut oder einfach nur Sparsamkeit? Ausgabestellen der Deutschen Tafeln, die arme Menschen mit kostenlosem und verbilligtem Essen versorgen, melden vermehrt Studenten als Kunden. In Münster soll sogar eine Uni-Tafel öffnen.

Mitarbeiter der Berliner Tafel: Auch Studenten kommen hier vorbei
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Mitarbeiter der Berliner Tafel: Auch Studenten kommen hier vorbei


Der deutsche Durchschnittsstudent verfügt laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks über 864 Euro im Monat - und gilt damit nach den Kriterien des Bundes genauso als "armutsgefährdet" wie viele Hartz-IV-Empfänger oder ältere Menschen mit Mini-Renten. Die Grenze ist für einen alleinlebenden Menschen momentan dann unterschritten, wenn er mit weniger als 980 Euro pro Monat auskommen muss.

Viele Ausgabestellen der Deutschen Tafel versorgen daher nun auch verstärkt Studenten mit kostenlosen oder stark verbilligten Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten. "Die Zahl der Studenten, die zu uns kommen, ist in den vergangenen Monaten sehr stark gewachsen", sagt Manfred Baasner, Vorsitzender der Wattenscheider Tafel, die sich auch um Menschen im benachbarten Bochum kümmert. Dort studieren etwa 40.000 junge Männer und Frauen. Studentische Kundschaft vermelden unter anderem auch Tafel-Ehrenamtliche aus den Uni-Städten Berlin, Leipzig und Paderborn.

In Münster wird sogar darüber nachgedacht, eine Ausgabestelle direkt an der Uni zu eröffnen: Damit wäre die Hemmschwelle deutlich niedriger, das Angebot von Gratis-Lebensmitteln anzunehmen, glaubt der Vorstand des münsterschen Tafel-Vereins.


 

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sarah_h 21.01.2014
1. Mh, wirklich ueberall so?
Da muss man denke ich mehr differenzieren - in den ueberaus teuren Staedten (Muenchen, Hamburg, Freiburg, etc.) wo Wohnraum knapp ist und 500-600 Euro fuer die Miete draufgehen kann ich das ja verstehen. Aber in Bochum???? Dort bekommt man ein Zimmer fuer 200 Euro/Monat. Da duerften wirklich nur Ausnahmefaelle von Studenten auftauchen - selbst mit Kindergeld und einem 400Euro-Job sollte man dort ohne die Tafel auskommen koennen.
frank_w._abagnale 21.01.2014
2. Umschichtung auf Studi-Art.
Zitat von sarah_hDa muss man denke ich mehr differenzieren - in den ueberaus teuren Staedten (Muenchen, Hamburg, Freiburg, etc.) wo Wohnraum knapp ist und 500-600 Euro fuer die Miete draufgehen kann ich das ja verstehen. Aber in Bochum???? Dort bekommt man ein Zimmer fuer 200 Euro/Monat. Da duerften wirklich nur Ausnahmefaelle von Studenten auftauchen - selbst mit Kindergeld und einem 400Euro-Job sollte man dort ohne die Tafel auskommen koennen.
Da mögen Sie recht haben. Aber bitte bedenken Sie, dass sich das ersparte Geld doch vortrefflich in andere Lebensbereiche investieren lässt.
renee gelduin 21.01.2014
3. optional
200 E Miete, 25 E Telekommunikation, 50 E Strom, 100 E Lebensmittel, 35 E Semestergebühren, 18 E Gez -> absolutes Minimum: 428. Eventuell noch KK 80 E, 25 E Druck/Bücher dazu -> 533 E. Nicht enthalten sind: Kleidung, Freizeit, Kultur, Sport, Heimfahrten, ev mal Technik (Mp3 Player/...). Und obige Zahlen sind schon ein absolutes Minimum. Wer kein bafoeg bezieht kann sich übrigens auch nicht so ohne weiteres von der Gez befreien lassen. Zitat "es ist gesellschaftlich akzeptiert, dass man als Student arm lebt". Selbst die knapp 550 Euro müssen erstmal verdient werden.
_freidenker_ 21.01.2014
4. Studienort vs. verfügbares Geld
Also man sollte das durchaus differenzieren, ich hatte als Student 568 EUR Bafoeg (damaliger Höchstsatz, da ich vorher schon >6 Jahre gearbeitet hatte) + 300 EUR Zuschuss von den Großeltern. In meiner Region (Großraum Mainz) konnte ich damit sehr gut leben. In München oder Frankfurt hätte es anders ausgesehen...
soziologe 21.01.2014
5. Essen für Alle!
Wenige würden glauben wie arm manche Studierende (genauso wie andere Menschen auch) sind. Grundsätzlich leuchten mir auch die Kritikpunkte am System Tafel an sich ein. Allerdings sehe ich eigentlich kein Problem darin Essen kostenlos zu verteilen. Gerne auch kostenlose Lebensmittel für Alle!
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