Australische Schüler schwänzen gegen Klimapolitik Nimm das, Premierminister

Sie sollten in die Schule gehen, statt zu demonstrieren: Mit diesem reichlich herablassenden Rat brachte Australiens Premier Morrison Schüler des Landes gegen sich auf - Tausende schwänzten, um ein Zeichen gegen seine Klimapolitik zu setzen.

Schülerin in Sydney
Getty Images

Schülerin in Sydney


Premierminister Scott Morrison hatte ihnen gesagt, sie sollten lieber in der Schule bleiben als zu demonstrieren. Er sei nicht beeindruckt davon, wenn sich Schüler frei nähmen, um zu protestieren.

"Wir unterstützen die Idee nicht, dass sich Kinder an etwas beteiligen, das auch außerhalb der Schule geregelt werden kann. Wir unterstützen es nicht, wenn unsere Schulen in Parlamente verwandelt werden." Morrison wolle weniger Aktivismus und mehr Unterricht, wie ABC Australia berichtet.

Auch der Minister für Ressourcen, Matt Canavan, hatte den Jugendlichen geraten, lieber in die Schule zu gehen und den Wissenschaftsunterricht zu besuchen, als herauszufinden, wie man von der Sozialhilfe leben kann. "Man lernt nichts vom Demonstrieren", sagte er dem Radiosender 2GB.

Doch das verstanden die Schüler offenbar erst recht als Aufforderung, auf die Straße zu gehen: Tausende von ihnen, viele in Schuluniform, haben in Sydney und in mehr als 20 anderen australischen Städten wie Melbourne, Brisbane oder Perth die Schule geschwänzt, um gegen die Klimapolitik der Regierung zu demonstrieren. Sie lehnen sich auf gegen Politiker, die in ihren Augen viel zu wenig gegen den Klimawandel unternehmen.

Junger Demonstrant in Sydney
Getty Images

Junger Demonstrant in Sydney

Auf ihren Schildern haben sie den Erdball gemalt. "Make earth cool again", steht auf einer Pappe. Auf einer anderen "Unsere Erde stirbt". Sie singen und sie schreien und sie fordern die Regierung auf, endlich mehr zum Schutz des Klimas zu unternehmen.

Inspiriert wurden die Schüler von der 15 Jahre alten Schwedin Greta Thunberg, die jeden Freitag vor dem Schwedischen Parlament demonstriert, um die Politiker aufzufordern, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen.

kha/AP



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