Studie zu Hochschulabschlüssen Bachelor? Nein danke!

Gerade mal jedem achten Studenten reicht der Bachelor als Abschluss aus. Vier von fünf Nachwuchsakademikern wollen dagegen einen Master oder sogar einen noch höheren Abschluss, zeigt eine neue Studie.

Hochschulabsolventen in Baden-Württemberg (Archiv)
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Hochschulabsolventen in Baden-Württemberg (Archiv)


Eigentlich ist der Bachelor seit der Bologna-Reform der erste berufsqualifizierende Hochschulabschluss. Doch den meisten Studenten in Deutschland reicht das nicht: Sie wollen mehrheitlich bis zum Master studieren. Das zeigt eine Untersuchung der Universität Maastricht im Auftrag des Personalvermittlers Studitemps.

Nur zwölf Prozent der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen wollen sich demnach schon mit dem Bachelorabschluss einen Job suchen. 61 Prozent dagegen peilen den Master als höchsten Abschluss an. Eine Promotion ist immerhin für 15 Prozent der Studierenden das Ziel. Ein Staatsexamen streben sieben Prozent an.

Diplom und Magister sind als Studiengänge schon fast ausgestorben und spielen dementsprechend kaum noch eine Rolle. Die Daten basieren auf einer Befragung von rund 41.000 Studierenden in Deutschland, die Forscher der Universität Maastricht zweimal pro Jahr vornehmen.

Dass es der Bachelor schwer hat, zeigten bereits mehrere Untersuchungen. So hatten bei einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nicht einmal die Hälfte der befragten Unternehmen gesagt, sie seien zufrieden mit Berufseinsteigern, die "nur" einen Bachelorabschluss hatten.

him/dpa



insgesamt 47 Beiträge
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anselmwuestegern 10.11.2017
1.
Den Gesellenbrief (engl. Bachelor) erwirbt man traditioneller Weise im Handwerk. Daher kann ich potentielle Arbeitgeber verstehen. Einen Meister (engl. Master) kann man zwar ebenfalls über die Kammern erwerben, dieser ist aber auch dort aufwendiger. Hier wurden Begriffe aus einer ganz anderen Tradition der Ausbildung (USA) einfach unüberlegt übernommen. Facharbeiter und Handwerker machen dort auf Schulen ihren Abschluss. Das ist aber eingeschränkt eher der dualen Ausbildung gleichzusetzen, nicht dem Hochschulstudium. Akademische Grade sind nicht Berufsabschlüsse, auch wenn sie bisweilen die Voraussetzung für die Ausübung bestimmter Berufe sind.
noch_ein_forenposter 10.11.2017
2. Das stimmt nicht
Zitat von anselmwuestegernDen Gesellenbrief (engl. Bachelor) erwirbt man traditioneller Weise im Handwerk. Daher kann ich potentielle Arbeitgeber verstehen. Einen Meister (engl. Master) kann man zwar ebenfalls über die Kammern erwerben, dieser ist aber auch dort aufwendiger. Hier wurden Begriffe aus einer ganz anderen Tradition der Ausbildung (USA) einfach unüberlegt übernommen. Facharbeiter und Handwerker machen dort auf Schulen ihren Abschluss. Das ist aber eingeschränkt eher der dualen Ausbildung gleichzusetzen, nicht dem Hochschulstudium. Akademische Grade sind nicht Berufsabschlüsse, auch wenn sie bisweilen die Voraussetzung für die Ausübung bestimmter Berufe sind.
Das ist - sorry - kompletter Quatsch. Der Bachelor ist auch im Amerikanischen ein akademischer Grad, genauso wie der Master. In vielen anderen Ländern ist es genauso. Ein Gesellenbrief heißt im Englischen (laut Leo) übrigens "certificate of apprenticeship" oder " journeyman's certificate". Dass dieses "Studium Bolognese" Unsinn ist, sollte mittlerweile aber klar sein.
dschmi87 10.11.2017
3. Bachelor bei MINT ist nichts wert...
Man ist kein Ingenieur wenn man einen Bachelor of Science ist... es fehlt dabei soviel fachliches... konkretes Beispiel bei uns im Unternehmen, spezialisiert auf Helikopter. Kein Bachelor Absolvent der ET, Luft und Raumfahrtechnik oder anderem MINT Studium ist geeignet für unser Unternehmen. Selbst beim Master und Diplom muss man genau Personal suchen. Wir brauchen Fachleute und keine halbwertige Generalisten die vieles nur halb können, nichts anderes sind Bachelorabsolventen. Und genau deshalb kommt bei bei uns jede Bachelorbewerbung automatisch in den Postausgang, das wissen was da fehlt kann selbst ein 1, Kandidat nicht ausgleichen... wenn ich allein schon beim Bereich der Thermodynamik denke... führt bitte wieder bei MINT Fächer das Diplom ein... manche deutschen Unis sind in der Hinsicht aufgewacht und bieten wieder das Diplom an.
dialogischen 10.11.2017
4. Märchen oder Veralberung?
Wieviele Studenten zählen wir derzeit an der Uni? Wieviele Masterprüfungen werden bestanden? Das ist doch eine unglaubwürdige Märchenstunde, dass 8 von 10 der jungen Damen und Herren mit Discountabitur, die an der Uni beschult werden müssen, jemals einen Abschluss jenseits von Vordiplom nicht bestanden/Bachelor ablegen könnten.
steffen.ganzmann 10.11.2017
5. Ein bisschen arg überheblich Ihrerseit.
Zitat von dialogischenWieviele Studenten zählen wir derzeit an der Uni? Wieviele Masterprüfungen werden bestanden? Das ist doch eine unglaubwürdige Märchenstunde, dass 8 von 10 der jungen Damen und Herren mit Discountabitur, die an der Uni beschult werden müssen, jemals einen Abschluss jenseits von Vordiplom nicht bestanden/Bachelor ablegen könnten.
Finden Sie das nicht selber auch? Ausserdem steht in dem Artikel, dass 8 von zehn Studenten den Masterabschluss *anstreben* und nicht, dass sie den auch schaffen! Ausserdem, mir persönlich nutzte Bologna. Anfänglich war ich nur mal jemand mit einem bestandenen ersten Staatsexamen in Jura, dann kam Bologna und ich durfte mich wenigstens *Bachelor of Laws* nennen, einige Zeit später *Master of Laws* und heute bin ich Dank Bologna mittlerweile sogar schon *Magister iuris*! Klingt doch Klassen besser als gerade mal bestandenes, erstes Jura-Examen und ich musste dafür nicht auch nur einen fFnger bewegen ... ;-)
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