Studienfinanzierung Schnelle Bafög-Rückzahlung lohnt sich

Viele Studenten fürchten sich vor der Aussicht, am Ende des Studiums auf einem Schuldenberg zu sitzen. Aber für die Rückzahlung des Bafögs gibt es klare Regeln - und der Staat gewährt ansehnliche Rabatte.

Bafög: Finanzspritze fürs Studium
TMN

Bafög: Finanzspritze fürs Studium


Wer den Höchstsatz an Bafög bekommt, erhält im Monat 735 Euro. Auf fünf Jahre hochgerechnet sind das 44.100 Euro. Doch das bedeutet nicht, dass Bafög-Empfänger mit mehr als 40.000 Euro Schulden ins Berufsleben starten.

Bafög wird zur Hälfte als Darlehen und zur Hälfte als Zuschuss gezahlt. Und von dem Darlehen müssen Hochschulabsolventen maximal 10.000 Euro zurückzahlen. Derzeit trifft das auf rund 500.000 Menschen zu.

Ähnlich verhält es sich beim Meister-Bafög. Nur das Schüler-Bafög wird als sogenannter Vollzuschuss gewährt - ganz ohne Rückzahlung.

Die Studentenwerke zahlen das Geld für eine Höchstdauer. Sie richtet sich nach der Regelstudienzeit, die in der Studien- oder Prüfungsordnung des jeweiligen Studienfachs festgelegt ist.

Das Amt über die aktuelle Adresse informieren

Niemand muss aber direkt mit der Abschlussfeier die erste Rate abstottern: Erst viereinhalb Jahre nach Ende des ersten Studiums, also in der Regel nach dem Bachelor-Examen, bekommen die Absolventen einen Brief aus Köln. Das dortige Bundesverwaltungsamt (BVA) ist in Deutschland die zentrale Stelle für die Rückzahlung des zinslosen Darlehens.

"Und das kann auch schon das erste Problem sein", sagt der dortige Bafög-Experte Thorsten Rolfes. Denn nicht selten sind die Studierenden unbekannt verzogen. "Wenn wir sie erst ermitteln müssen, fällt eine Gebühr von 25 Euro an", sagt er. Darum rät er Bafög-Empfängern, das Amt immer über die aktuelle Adresse zu informieren.

Gegen den Feststellungsbescheid können die Empfänger einen Monat lang Widerspruch einlegen. Machen sie das nicht, ist er gültig. "Die Absolventen sollten vom ersten Bafög-Antrag an alle Bescheide abheften und dann die Darlehenssumme überprüfen, wenn der Brief aus Köln kommt", sagt Bernhard Börsel, Bafög-Experte beim Deutschen Studentenwerk in Berlin.

Wer seine Darlehensschuld ganz oder teilweise vorzeitig ablöst, erhält auf Antrag einen prozentualen Nachlass. "Auch bei kleineren Beträgen wird in 500-Euro-Schritten ein Nachlass gewährt. Der Tilgungsplan und ein Angebot zur vorzeitigen Tilgung liegen dem Feststellungsbescheid bei", sagt Rolfes.

Bis zum 1.1.2013 galt zudem: Wer zu den besten 30 Prozent der Prüfungsabsolventen eines Jahrgangs zählte, bekam bis zu einem Viertel Rabatt - je nach Studiendauer. Für Studenten, die ihr Examen nach diesem Stichtag hatten, gibt es diese Vergünstigung leider nicht mehr.

Bis zu 30 Jahre Zeit für die Rückzahlung

Wer sich aufgrund seiner Einkommenssituation für eine Rückzahlung in Raten entscheidet, hat dafür bis zu 20, in besonderen Fällen sogar bis zu 30 Jahre Zeit. Arbeitslosigkeit, ein geringes Einkommen oder Kinder sind mögliche Gründe, aus denen ein Bafög-Empfänger die Zahlungen für einen befristeten Zeitraum aussetzen oder reduzieren kann. Wer in Insolvenz gehen muss, ist zudem verpflichtet, das Bundesverwaltungsamt in die Gläubigerliste aufzunehmen.

Normalerweise verlangt das Amt Raten von 105 Euro pro Monat, also 315 Euro im Quartal. Wer mit seinen Zahlungen in Verzug ist, muss sich auf Verzugszinsen einstellen. "Dann werden sechs Prozent Zinsen fällig, und zwar auf die Gesamtschuld des Darlehens", sagt Rolfes.

Obwohl die Rückzahlung auf 10.000 Euro gedeckelt ist, scheuen sich viele junge Leute, Schulden für ein Studium aufzunehmen und Bafög zu beantragen, hat die aktuelle Sozialerhebung des Studentenwerks ergeben. Doch diese Scheu sei unbegründet, sagt Börsel. Die Rückzahlung der Ausbildungsförderung unterliege klaren, transparenten Regeln. Und nach wie vor ist das Bafög als Darlehen zinslos. So günstig bekommt man nirgendwo sonst eine Finanzierung.

lov/kha/dpa



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