Berlin Ex-Intendant Voß wird Präsident von PR-Hochschule

In Berlin entsteht eine PR-Hochschule - unter Beteiligung hochrangiger Journalisten. Nach Information des SPIEGEL wird der Ex-SWR-Intendant Peter Voß die Präsidentschaft übernehmen. Kritiker befürchten eine weitere Aufweichung der Grenze zwischen Journalismus und PR.


Hamburg - Der umtriebige PR-Mann Rudolf Hetzel, der immer wieder Journalisten, Politiker und PR-Leute zusammenspannt, hat einen neuen Coup gelandet. Ab April 2010 soll die Quadriga Hochschule Berlin Studenten in PR unterrichten. Gründungspräsident ist ein Journalist, der ehemalige SWR-Intendant Peter Voß. Auch im Kuratorium der Firmensprecher-Schmiede sitzen Journalisten: "Welt"-Chefredakteur Thomas Schmid, "Cicero"-Chefredakteur Wolfram Weimer und dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn.

Voß sagt, er habe sich entschieden, die Funktion zu übernehmen, weil es um die "Professionalisierung von Unternehmenskommunikation, besonders auch in Ethikfragen" gehe. Es "ist auch im Sinne von Journalisten, dass hier Offenheit die beste Politik" sei. Die mittlerweile vom Berliner Senat anerkannte Hochschule sei zudem kein Institut zum Geldverdienen, sondern solle langfristig in eine Stiftung umgewandelt werden.

Unternehmer Hetzel ist mit seiner Deutschen Presseakademie, die für PR-Berufe ausbildet und aus der die Quadriga Hochschule hervorgeht, dem Bundesverband deutscher Pressesprecher und dem Organ "Pressesprecher" eigentlich Dienstleister für die PR-Branche. Seine Firma Helios Media vergibt aber auch Preise für Journalisten ("Goldener Prometheus") und Politiker ("Politikaward").

Kritiker monieren, dass so die Grenze zwischen Journalismus und PR immer stärker aufgeweicht werde.

abl



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