Hochschulbibliothek Bücher zu spät zurückgegeben - Professorin muss 2250 Euro Strafe zahlen

Sie hatte 50 Bücher ausgeliehen und diese mehr als einen Monat zu spät zurückgegeben. Nun hat ein Gericht entschieden, dass die hohe Strafgebühr verhältnismäßig ist.

Hochschulbibliothek (Symbolbild)
DPA/ Bernd Thissen

Hochschulbibliothek (Symbolbild)


Für ihre Forschung hatte eine Psychologie-Professorin der Hochschule Niederrhein 50 Bücher aus der Hochschulbibliothek ausgeliehen, diese aber erst mehr als 30 Tage nach Ablauf der Leihfrist zurückgegeben. Daraufhin forderte die Bibliothek sie auf, Strafgebühren in Höhe von 2250 Euro zu zahlen.

Nun hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht entschieden, dass die Strafe rechtmäßig ist. Die Klage der Professorin gegen den Gebührenbescheid der Hochschule Niederrhein aus Mönchengladbach wies das Gericht damit zurück (Az.: 15 K 1130/16).

Die Hochschullehrerin habe zwar durch die im Grundgesetz festgeschriebene Freiheit von Forschung und Lehre einen Anspruch, dass ihr die Hochschule Mittel dafür zur Verfügung stelle. Doch dies berechtige sie nicht dazu, Bücher ohne einen Antrag auf Verlängerung der Leihfrist zu spät zurückzugeben.

Die Verlängerung hatte die Professorin nicht beantragt, obwohl sie von der Bibliothek schriftlich daran erinnert worden sei, erklärte Hochschulsprecherin Judith Jakobs auf Anfrage des SPIEGEL. Stattdessen gab die Dozentin die Bücher zu spät zurück. Das räumte sie in dem Verfahren auch ein.

Die Strafgebühr sei allerdings viel zu hoch und "unverhältnismäßig", argumentierte die Professorin. In der mündlichen Verhandlung Mitte Oktober hatte ihr Anwalt außerdem erklärt, die Gebühr widerspreche der grundgesetzlich garantierten Wissenschaftsfreiheit seiner Mandantin.

Die Gebührensätze der Hochschule sind nach Ansicht des Gerichts nicht zu hoch. Säumnisgebühren von 20 Euro und eine zusätzlichen Verwaltungsgebühr von 25 Euro je Buch bei einer Überschreitung der Leihfrist von mehr als 30 Tagen widersprechen demnach nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Lehrstuhlinhaber können in der Bibliothek der Hochschule Niederrhein die entliehenen Bücher sogar bis zu fünf Jahre lang behalten, wenn sie rechtzeitig vor dem Ende jedes Studienjahres die Verlängerung beantragen. "Das ist eine ungewöhnlich großzügige Regelung", sagten mehrere Universitätssprecher in Nordrhein-Westfalen auf Nachfrage.

kha/him/dpa/AFP



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