Neue Visa-Regelung Bundestag erleichtert Einreise für Akademiker aus Nicht-EU-Staaten

Ein indischer Student, der ein Visum für Spanien hat, soll künftig auch in Deutschland studieren können: Der Bundestag hat beschlossen, Akademikern aus Nicht-EU-Staaten die Einreise zu erleichtern.

Studenten an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt
DPA

Studenten an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt


Der Bundestag baut Visa-Hürden für Akademiker aus Nicht-EU-Staaten ab. Die Abgeordneten beschlossen in der Nacht zum Freitag die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die den wissenschaftlichen Austausch innerhalb Europas vereinfachen soll.

So kann ein indischer Forscher, der nur ein Forschungsvisum für Frankreich hat, künftig unkompliziert auch nach Deutschland kommen. Ebenso darf ein chilenischer Student mit einem Visum für Spanien ein Semester in Deutschland absolvieren.

Laut der EU-Vorgabe sollen sich Forscher künftig in jedem anderen Mitgliedstaat für bis zu einem halben Jahr aufhalten können, ohne dort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen zu müssen. Arbeitskräfte von international tätigen Unternehmen sollen ebenfalls einfacher von einem EU-Land in ein anderes versetzt werden können.

Eine weitere EU-Richtlinie, die vom Bundestag gleichzeitig gebilligt wurde, räumt Erntehelfern und anderen Saisonarbeitern aus Nicht-EU-Ländern mehr Rechte ein. Gleichzeitig soll ihr dauerhafter Verbleib unterbunden werden. So müssen die Betroffenen künftig schon bei der Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag oder ein verbindliches Jobangebot vorweisen, wo Lohn und Arbeitszeit klar geregelt sind.

Sämtliche Neuregelungen müssen noch vom Bundesrat bestätigt werden.

lov/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
weisserb 10.03.2017
1. Seit wann sind Studenten Akademiker?
Das wollen sie vielleicht werden, sie sind aber definitiv nicht. Insofern stimmt die Überschrift (oder das Gesetz) nicht zu dem Text.
suane 10.03.2017
2. akademischer Mittelbau???
Und wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Wer es selbst erlebt hat weiß, dass Studenten aus zB Indien/China erheblich mehr Aufwand in Betreuung und Lehre bedeuten. Ihre Eltern und sie selbst werden aber mit keinen Steuergelden diese Lehre finanzieren. Dh erneut ein gewollter Anstieg der Studentenzahlen und immer weniger Geld für die Lehrenden/den akademischen Mittelbau. Und wozu das alles? Weil unsere Unis/Arbeitsbedingungen zumindest teilweise noch mit Indien/China konkurrieren können. Dann doch lieber diese armen Teufel als Doktoranden verfeuern statt einen deutschen der von der Mentalität mehr Widerworte gibt. Es gibt ja schon so manche Arbeitsgruppen (zB MPI Marburg), in denen fast nur Chinesen arbeiten weil der Chef diese besser terrorisieren kann ohne Gegenwind zu befürchten.
blitzunddonner 10.03.2017
3. und wie ist der fachmännische begriff für nörgler?
Zitat von weisserbDas wollen sie vielleicht werden, sie sind aber definitiv nicht. Insofern stimmt die Überschrift (oder das Gesetz) nicht zu dem Text.
und wie ist der fachmännische begriff für nörgler?
docmillerlulu 10.03.2017
4. So viel zum Bildungsversprechen!
Na liebe Studenten, da hat Euch Eure Lieblingskanzlerin aber ein echtes Ei in das ungemachte Nest gelegt. Da habt Ihr Euch im Studium abgerackert, nebenbei für wenig Geld gejobbt und wenn Ihr Euch zukünftig um eine attraktive Stelle bewerbt, dann steht an der gleichen Tür ein Inder der für ein Drittel Eurer Kosten für das Studium den Job billiger macht als Ihr. Doof ne? Das ist neoliberal - das bedeutet wenn Ihr zu teuer seid, dann kümmert sich Tante Merkel darum daß stets genug billiger Ersatz da ist der Euren Job für die Hälfte machen kann. Hätten wir nämlich wirklich einen Mangel, dann würden die Einstiegsgehälter steigen. Ach - "Facharbeitermangel" ist ein Fachausdruck dafür daß man eigentlich nicht die Gehälter bezahlen möchte die die vorhandenen Facharbeiter verlangen. Das ist übrigens auch der Unterschied zwischen liberal und neoliberal. Liberal wäre daß der Inder nicht kommen darf und der Arbeitgeber die Gehälter nach oben anpasst um sein Personal zu bekommen. Neoliberal ist daß die gewählten Volksvertreter dafür sorgen daß der Markt nur in eine Richtung funktioniert.
gunpot 10.03.2017
5. vielen Dank weisserb
ich wollte gerade auf die irreführende SPON-Überschrift reagieren, da las ich Ihren Beitrag. Anyhow, SPON sollte sich Mühe geben und vorher überprüfen, ob Überschriften mit dem Inhalt des Artikels übereinstimmen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.