Betriebswirtschaftslehre Alle Fakten rund ums BWL-Studium

Wer Betriebswirtschaftslehre studieren kann, wie das Studium abläuft und welche Möglichkeiten es eröffnet - ein Überblick.

Mit einem BWL-Abschluss in der Tasche bieten sich nach dem Studium alle möglichen Berufe in der Wirtschaft an. Die breite Basis im Studium ist für viele Studenten der Grund, sich für die Betriebswirtschaftslehre zu entscheiden.
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Mit einem BWL-Abschluss in der Tasche bieten sich nach dem Studium alle möglichen Berufe in der Wirtschaft an. Die breite Basis im Studium ist für viele Studenten der Grund, sich für die Betriebswirtschaftslehre zu entscheiden.

Von Nina Bärschneider


Betriebswirtschaftslehre ist das beliebteste Studium in ganz Deutschland: Knapp 235.000 BWL-Studenten zählte das Statistische Bundesamt im Jahr 2015. Das Grundstudium bietet einen guten Überblick über alle möglichen Wirtschaftsbereiche, in denen sich die Studenten je nach Interesse spezialisieren können. Danach warten in der Regel gute Berufschancen und ein relativ hohes Gehalt. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um's BWL-Studium.

Wo kann ich in Deutschland BWL studieren? Betriebswirtschaftslehre findet man in fast jeder Universität und Fachhochschule. Neben dem üblichen Vollzeitstudium ist auch ein Duales oder ein berufsbegleitendes Fernstudium möglich. Je nachdem, welchen Bachelor man anvisiert, unterscheiden sich die Schwerpunkte des Studiums: Beim Bachelor of Science gibt es mehr mathematische Module als beim Bachelor of Arts. Der BWL sehr ähnlich ist der Studiengang der Business Administration - letzterer ist aber anwendungsorientierter und beinhaltet mehrere Projektarbeiten.

Was sind die Voraussetzungen für das BWL-Studium? Für ein Unistudium braucht man in der Regel das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife. Aber auch andere Qualifikationen können den Zugang zum Studium eröffnen: zum Beispiel als Betriebswirt von einer Fachschule, als Meister oder Fachwirt und mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung plus drei Jahre Erfahrung. Einige Universitäten bieten auch Eignungsprüfungen an. Wer sich als Abiturient an einer Hochschule für BWL bewirbt, sollte sich vorher über den dortigen Numerus Clausus (NC) informieren. München und Köln etwa verlangten im Wintersemester 2016/17 einen NC von 1,9 und 1,8. Dabei sind zwar hochschulinterne Auswahlverfahren berücksichtigt, die in München und Köln aber lediglich aus Abi-Note und Wartezeit bestehen - Auswahlgespräche oder eine Berufsausbildung spielten keine Rolle.

Wie ist das BWL-Studium aufgebaut? Regelstudienzeit sind sechs Semester, in denen man 180 Leistungspunkte erreichen muss. Wie genau die einzelnen Bereiche unterteilt werden, hängt von der Uni ab. Hier das Beispiel Köln: Im Basis- und Aufbaubereich lernen die Studenten Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, darunter Finanzen, Marketing, Mathematik, Wirtschaftsrecht und Statistik. Der Schwerpunktbereich vertieft das Studium mit Fächern wie Accounting, Messewirtschaft und Economic Psychology. Dazu können Wahlmodule aus dem Ergänzungsbereich gewählt werden, die auch fachübergreifende Inhalte haben - zum Beispiel Management, Wirtschaftsgeographie und Wirtschaftsinformatik. Einen kleinen Teil macht das Studium Integrale aus, das Sprachkurse und Module zum wissenschaftlichen Arbeiten anbietet. Viele Studenten hängen an den Bachelor noch ein zweijähriges Masterstudium, in dem sie einen bestimmten Schwerpunkt wählen.

Was sind die persönlichen Anforderungen? Wie beim Jurastudium sollte man auch in der BWL abstrakt, logisch und analytisch denken können. Interesse an internationalen Themen ist von Vorteil und eine gewisse Zuneigung zu Mathe macht das BWL-Leben leichter. (Testen Sie hier Ihr Mathe-Talent.) Wobei man je nach Schwerpunkt den kniffligsten Mathefächern aus dem Weg gehen kann.

Welche Berufschancen habe ich mit einem BWL-Studium? Die Studiengänge bieten eine breite Grundlage für Berufe in der Wirtschaft. Besonders beliebt sind Betriebswirtschaftler in der Automobilbranche, bei Banken und in der Unternehmensberatung. Gute Chancen gibt es im Finanzbereich, schwieriger sieht es wegen der hohen Konkurrenz für Bewerber in Marketingberufen aus. Empfehlenswert ist eine Kombination der BWL mit anderen Fachgebieten, zum Beispiel Mathe oder Informatik, um sich von der Masse abzuheben. Deswegen kommen auch Praktika oder ein Job als Werkstudent gut an. Viele Studenten schaffen durch Trainee-Programme den Sprung ins Unternehmen - eine mehrmonatige Einführungsphase, in der der Trainee die verschiedenen Abteilungen des Betriebs durchläuft. Die höchsten Einstiegsgehälter gibt es mit etwa 50.000 Euro brutto im Jahr bei Unternehmensberatungen, danach kommt der Logistikbereich mit rund 46.000 Euro und Controlling mit 45.000 Euro.

Besonderheiten: An vielen Universitäten ist für das BWL-Studium mindestens ein Semester im Ausland vorgesehen. Dafür gibt es die Erasmusprogramme oder man bewirbt sich auf eigene Faust an seiner Wunsch-Uni.

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