Eliteuniversitäten So viele Milliarden bunkern Oxford und Cambridge

Oxford und Cambridge gehören zu den prestigeträchtigsten Universitäten der Welt. Eine Analyse zeigt nun: Die beiden Eliteschmieden besitzen mehr Vermögen als alle anderen britischen Unis zusammen.

Studenten in Oxford
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Studenten in Oxford


Seit mehr als 800 Jahren prägen die Eliteuniversitäten Oxford und Cambridge das geistige Leben Großbritanniens. Genug Zeit also, um ein wahres Vermögen anzuhäufen. Nun zeigt eine Analyse des "Guardian", über wie viel Geld die Unis tatsächlich verfügen: umgerechnet satte 24 Milliarden Euro - mindestens. Die Berechnungen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen und geprüften Jahresabschlüssen.

Damit besitzen Oxford und Cambridge mehr als alle anderen Eliteuniversitäten des Landes zusammen. Laut "Guardian" könnten die Eliteeschmieden ein Jahr lang die Ausbildungskosten von allen Studenten im Land übernehmen und hätten trotzdem noch drei Milliarden Pfund übrig.

10.000 Pfund Studiengebühren

Zu dem Vermögen der Universitäten gehören wertvolle Kunstwerke und Antiquitäten wie Zeichnungen von Michelangelo, Raffael oder Leonardo da Vinci sowie das Manuskript von Isaac Newtons "Principia Mathematica".

Labour-Politiker David Lammy fordert, dass Oxford und Cambridge einen Teil ihres Vermögens nutzen, um weniger wohlhabende Studenten zu unterstützen. "Es kann keine Ausreden mehr geben", sagte Lammy dem "Guardian". Derzeit müssen Studenten etwa 10.000 Pfund pro Jahr an die Unis zahlen. Dagegen wirken die Semesterbeiträge in Deutschland mickrig.

Die University of Oxford wies die Vorwürfe zurück. Das Vermögen der Uni diene der Lehre und komme den Studenten zu Gute. Zudem könnten viele Vermögenswerte wie Bibliotheken nicht einfach verkauft werden, ohne den Lehrbetrieb zu gefährden.

"Es ist einfach nicht wahr, dass wir große finanzielle Mittel haben, die wir sofort für allgemeine Ausgaben zur Verfügung haben", heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem gebe die Uni derzeit etwa 17 Millionen Pfund im Jahr aus, um auch weniger Wohlhabenden ein Studium zu ermöglichen. Das entspricht laut "Guardian" allerdings nur zwei Prozent des Nettoeinkommens der Uni von 2017, das sich auf 787 Millionen Pfund belaufen habe.

Dass Universitäten so viel Geld anhäufen, ist nicht ungewöhnlich. So wird auch das Vermögen der US-Eliteuniversität Harvard auf 37 Milliarden Dollar geschätzt. Allein im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Uni eine Rendite von 8,1 Prozent.

koe



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