Campus-Wörterbuch Das kleine Uni-ABC

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5. Teil: Von L wie Langzeitstudent bis N wie Numerus clausus


Langzeitstudent

Kommt jemand im Studium nicht voran, kann es dafür viele Gründe geben: Man muss nebenher arbeiten, kommt mit den Anforderungen nicht zurecht oder hat schlicht Prüfungsangst. Deshalb bitten Universitäten ihre Sorgenkinder mitunter zu Beratungsgesprächen und versuchen, ihnen Wege zum Studienabschluss zu ebnen. Derweil drohen die Landesregierungen mit Studiengebühren.

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Latinum

Dass Gallien früher mal in drei Teile unterteilt war, weiß man noch aus der Schule. Mit dieser Feststellung beginnt Julius Cäsar sein epochales Werk "De bello gallico". Wer hoffte, mit dem Abitur sei auch die Beschäftigung mit antiken Sprachen erledigt, sollte die Studienordnung genau durchlesen. An den Unis ist Latein, die tote Sprache, quicklebendig - noch immer verlangen viele Fächer ihren Studenten den Nachweis passabler Lateinkenntnisse ab. Möge ihnen der Himmel auf den Kopf fallen.

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Lehrverpflichtung

Professoren müssen pro Woche in der Vorlesungszeit eine bestimmte Anzahl von Lehrstunden abzuleisten, an Universitäten zum Beispiel acht Wochenstunden. Doch nicht immer ist die Lehrmoral intakt. Manche Dozenten bieten sogar mehr Veranstaltungen an, andere hingegen nutzen angenehme Fluchtwege: Sie spezialisieren sich zum Beispiel auf Kolloquien zu abwegigen Themen, Blockseminare tief in den Semesterferien oder Wochenend-Oberseminare mit persönlicher Einladung. (Siehe auch: Kolloquium, Forschungssemester)


Master

International verbreiteter Titel, der etwa dem deutschen Diplom entspricht. Im Zuge der Internationalisierung des Studiums bieten immer mehr deutsche Universitäten den Master an, der auf dem Bachelor-Abschluss aufbaut. (Siehe auch: Bachelor)

Matrikelnummer

Die Matrikel ist das Verzeichnis aller Studenten einer Hochschule. Jeder Student erhält bei der Einschreibung seine individuelle Nummer. Die sollte man sich merken, weil man sie immer mal wieder auf Scheinen und Formularen eintragen muss. Vergesslichen hilft ein Blick auf den Studentenausweis.

Mensa

Das Hochschul-Restaurant. Die tägliche Speisung der hungrigen Massen mit Formfilets, Salzkartoffeln und "Panzerplatte" (paniertes Schnitzel) nennt sich Stammessen. Als Alternative gereicht werden gern Nudelgerichte, seit BSE auch überall Speisen "mit ohne Fleisch". Die Preise sind erfreulich niedrig, weil der Staat die Studentenfütterung mitfinanziert. Besser schmeckt es dadurch aber auch nicht, schwören langjährige Mensabesucher.


Neugründungen

Als nach dem Krieg die Studentenzahlen stiegen, wurde fix eine ganze Reihe neuer Universitäten gegründet - wie in Augsburg, Bamberg, Bochum, Bielefeld oder Düsseldorf. Gebaut wurde vornehmlich mit Beton, was heute manchen Erstsemester erschreckt. In den Uni-Rankings schneiden die neueren Hochschulen jedoch oft formidabel ab.

Nobelpreis

Der begehrteste Wissenschaftspreis der Welt. Den Nobelpreis gibt es für Medizin, Physik, Chemie und einige andere Disziplinen. Meist bekommen ihn Amerikaner oder Franzosen. Hin und wieder klingelt aber auch in Deutschland das Telefon, und das schwedische Auswahlkomitee ist dran. Dann gibt es Blumen von den Assistenten und Glückwünsche aus aller Welt.

Numerus clausus

Zulassungsbeschränkung bei stark nachgefragten Studiengängen. Die Abiturnote entscheidet, wer die begehrten Plätze erhält. Der Rest muss warten, manchmal mehrere Semester. Derweil kann man die Studienentscheidung noch einmal überdenken. Vielleicht Germanistik statt Jura? Oder Hoch- und Tiefbau statt BWL? (Siehe auch: ZVS)

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