Studenten in China Gesichtserkennung misst Langeweile

Schlafen sie ein? Oder sind sie hoch konzentriert? Ein chinesischer Professor misst die Langeweile seiner Studenten per Gesichtserkennung - um seine Vorlesung zu verbessern, wie er sagt.

Studenten in China (Archivbild)
Getty Images

Studenten in China (Archivbild)


Wer zur Vorlesung bei Wei Xiao-Yong geht, erwartet irgendetwas mit Computern. Klar, Wei ist schließlich Professor für Informatik an der Sichuan-Universität im zentralchinesischen Chengdu. Aber er behandelt Hard- und Software nicht nur als Thema, sondern nutzt sie auf besondere Weise auch selbst.

Mit einer Kamera nimmt er seine Studenten während der Vorlesung auf - und wertet dann per Gesichtserkennung aus, wie stark sie von seinem Vortrag gelangweilt sind. Mit dem von ihm entwickelten Programm könne Wei die Emotionen seiner Studenten anhand des Gesichtsausdrucks identifizieren, berichtet der "Telegraph".

Individuelle Aufmerksamkeitsprofile

Das Programm zeichnet für jeden Studenten eine individuelle Kurve auf. So kann der Informatiker nach der Vorlesung feststellen, zu welchem Zeitpunkt während des Unterrichts das Interesse groß und wann die Studenten besonders gelangweilt waren. "Wenn ich diese Information zeitlich zu meinem Vortrag in Bezug setze, kann ich rausfinden, wann genau ich die Studenten erfolgreich angesprochen habe", so Wei.

Damit könne er überprüfen, ob der Inhalt gut vermittelt wurde und ob die Präsentation auf die Studenten des Kurses zugeschnitten war - oder ob er die Vorlesung nachbessern müsse. Wei Xiao-Yong nutzt diese Technik bereits seit fünf Jahren und hat das Programm immer weiter verfeinert.

Mittlerweile habe er es auch an befreundete Kollegen an verschiedenen chinesischen Hochschulen weitergegeben, heißt es in dem Bericht. Er hoffe auf eine breite Anwendung nicht nur in Vorlesungen, sondern auch in der sozialwissenschaftlichen und psychologischen Forschung, so Wei.

Fotostrecke

6  Bilder
China: Kind studiert, Eltern schlafen vor der Uni
Fotostrecke

3  Bilder
Kurznachricht von Xi: Geht schlafen!

him



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
pejoachim 14.09.2016
1. Ein Armutszeugnis!
Jeder Lehrer mit einigermaßen Empathie und professioneller Begabung sieht seinen Schülern an, ob sie sich langweilen, ob er über ihre Köpfe hinweg referiert oder ihre Aufmerksamkeit im Unterricht verloren hat. Ein Blick in die Augen genügt. Hat der Kollege das nicht gelernt, so ist er nur zu bedauern.
MartinS. 15.09.2016
2. ...
Zitat von pejoachimJeder Lehrer mit einigermaßen Empathie und professioneller Begabung sieht seinen Schülern an, ob sie sich langweilen, ob er über ihre Köpfe hinweg referiert oder ihre Aufmerksamkeit im Unterricht verloren hat. Ein Blick in die Augen genügt. Hat der Kollege das nicht gelernt, so ist er nur zu bedauern.
Können sie das auch bei 500 Zuhörern? Und wie sieht es mit der Situation aus, dass diese vielleicht nicht mal persönlich anwesend sind? Manchmal geht es viel mehr um das, WIE man etwas macht, nicht nur, dass man es macht. Die Meldung ist nicht, dass ein Prof versucht nachzuvollziehen, ob seine Studenten sich langweilen, sondern dass er Software ermittelt, die Gefühlszustände beurteilt.
xineohp 15.09.2016
3. Eine Kamera uf das Ziel ...
... und eine Kamera auf das Gesicht - so wie bei jedem handelsüblichen Smartphone. So können per Gesichtsausdrucksanalyse die individuellen Meinungen und Haltungen zu Produkten, Motiven und politischen Inhalten erschlossen werden. Aber ich hab' ja nix zu verbergen - so ein blöder Spruch: die geheime Wahl ist eines der höchsten Güter einer Demokratie und die wird gerade sehenden Auges abgeschafft. Dieser Professor und seine Methoden führt uns nur vor Augen, was jedem Smombie durchgehend widerfährt :-/
binismus 15.09.2016
4. Ein chinesischer Professor misst die Langeweile seiner Studenten per Gesichtserkennung.
Hilfloser Schwachsinn. Er sollte lieber die Studenten seine Arbeit machen lassen uns somit die Studenten zu Lehrern machen. Ich weiß nicht mehr welcher Atomphysiker das folgende geschrieben hat. Ich meine es wäre Otto Hahn gewesen. "Ich habe meiner Cousine die höhere Mathematik versucht zu erklären. Ob sie etwas verstanden hat, weiß ich nicht. Dafür hatte ich es aber verstanden!"
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.