Frankreich 90-Jährige erhält nach mehr als 30 Jahren ihren Doktortitel

"Es hat ein bisschen gedauert": Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1983 beschloss die Französin Colette Bourlier, mit ihrer Doktorarbeit zu beginnen. Jetzt gibt es für die Seniorin ein Happy End.


Colette Bourlier ist fast 91 Jahre alt, lebt in Frankreich - und hat am Dienstag, den 15. März, einen großen Schritt in Richtung Doktortitel gemacht: Sie stellte den Gremien der Universität der ostfranzösischen Stadt Besançon ihre Arbeit vor. Sie trägt den Titel "Einwanderer als Arbeiter in Besançon in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts", Bourlier hatte vor mehr als 30 Jahren damit begonnen.

"Es hat ein bisschen gedauert, die Arbeit zu schreiben, weil ich immer wieder Pausen eingelegt habe", sagte sie. Von der Uni bekam die Seniorin nun die gute Nachricht: bestanden. Mit Auszeichnung.

Bourlier wurde 1925 in Lyon geboren. Für ihre Doktorarbeit konnte sie auf eigene Erfahrungen als Lehrerin zurückgreifen, sie hatte Analphabeten unter den Einwanderern Lesen und Schreiben beigebracht. Nach ihrer Pensionierung 1983 entschloss sich Bourlier dann, noch ihren Doktortitel zu machen.

Normalerweise dauert das Erlangen der Doktorwürde in Frankreich etwa drei Jahre, doch Bourlier sei "eine extrem atypische" Studentin gewesen, sagte ihr Professor Serge Ormaux. "Sie ist vermutlich die einzige Person, die ich kenne, die alle Aspekte im Detail kannte und in der Lage war, alles miteinander zu verknüpfen."

aar/AFP

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