Datenbank Hilfestellung für Prüflinge

Einschätzbar soll sie werden, die mündliche Prüfung an der Uni. Das verspricht zumindest ein neuer kostenloser Service im Internet. In einer "Datenbank für Prüfungsprotokolle" sind Erfahrungen von Studenten gesammelt.


Schlaflose Nächte vor der mündlichen Prüfung
GMS

Schlaflose Nächte vor der mündlichen Prüfung

Die Idee besticht: Man sammele Eindrücke von Zwischen- und Abschlussprüfungen, veröffentliche die Fragen und gebe einen kurzen psychologischen Abriss - wie hat der Prof gefragt, wie hat sich der Student gefühlt, was waren die geheimen rhetorischen Tücken?

Unter www.studiumleicht.de entsteht eine "Datenbank für Prüfungsprotokolle". Durch sie können Studenten von den Erfahrungen anderer profitieren - und ihre eigenen an die Kommilitonen weitergeben.

Nur mit der Umsetzung hapert es noch ein bisschen: Gerade einmal 24 Protokolle aus neun Unis und zehn Fächern kann man zurzeit online einsehen. Ein Frankfurter Psychologie-Student schreibt ausgiebigst über seine Prüfung - unter anderem über Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Dagegen sind die Infos eines Mainzer BWLers eher mau. Die Leitfrage seines Tests - "Was bedeutet Momentkoeffizient?" - gibt er an. Erfahrungen: Fehlanzeige; sogar der Name des Prüfers fehlt.

Keine Fragen bei Dauerschwätzen

Hilfreich dagegen das Fazit eines Mathe-Prüflings an derselben Uni: "Man kann viel erzählen (solange wie man spricht kommen keine neuen Fragen)." Ein anderer Protokollant gibt zu, dass er zu wenig gelernt habe. Außerdem sei er krank gewesen. Das habe der Prüfer "als Entschuldigung für Unwissen und Nervosität" hingenommen. Das Projekt lebt von der Beteiligung der Studenten. Je mehr Kommilitonen ihre Erfahrungen online niederpinnen, desto höher ist der Nutzwert für alle.

Puritanisches Design

Vielleicht hat das extrem puritanische Design der Seite die Hochschüler bislang davon abgehalten, ihr Gedächtnisprotokoll einzugeben. Äußerlich entspricht die Seite nämlich dem Klischee einer jeden Datenbank - viel grau, etwas blau.

Viel spannender als das Layout sind die Links auf der Seite: Jobs und Bücher kann der Surfer genauso finden wie die Möglichkeit, sich über eine Firma zu beschweren. Wenn www.studiumleicht.de aber zu einer ersten Adresse im Web werden soll, dann müssen sich wesentlich mehr Studenten in der Datenbank verewigen.



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