Die besten Werke von Kunststudenten Pink Panzer

Woran arbeiten Sie gerade? Das wollte SPIEGEL ONLINE von Kunststudenten wissen - Hunderte schickten Bilder ihrer Werke. Sehen Sie hier die besten aus der Kategorie Installation und Design. Und stimmen Sie ab.

Von und (Jury)


Carolin Schulze hat Mehlwürmer, Kartoffeln, Knoblauch und Salz zu einer Masse vermischt und in einen 3-D-Drucker gefüllt. Dann hat sie Figuren ausgedruckt, die so aussehen wie Hasen oder Insekten. Johan Schäfer hat ein grünes Auto an eine Wand gehängt, Anna Thinius hat Bilder aus Plastiktüten genäht. Und Lena Skrabs will zum Mond reisen.

Schulze, Schäfer, Thinius und Skrabs studieren an verschiedenen deutschen Hochschulen Kunst und Design. Und sie gehören zu den mehr als 200 Studenten, die SPIEGEL ONLINE verraten haben, woran sie gerade arbeiten. Die besten Werke stellen wir an dieser Stelle vor.

Weggeätzt: Florian Münchow verwandelt Alltagsgegenstände in Kunstobjekte. Damit möchte er erreichen, dass Menschen Dinge wie zum Beispiel Mülleimer anders wahrnehmen. Münchow studiert im achten Semester Freie Bildende Kunst an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg. Er ist 31 Jahre alt.

Tiere aus Insektenfleisch: Carolin Schulze füllt eine Masse aus Mehlwürmern, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Salz und Gewürzen in einen 3D-Drucker und druckt damit Objekte aus, die aussehen wie Hasen. Diese werden anschließend gekocht und verkostet. Mit ihrem Projekt "Falscher Hase / Bugs Bunny" will Schulze Essgewohnheiten kritisch hinterfragen und kulinarische Grenzen austesten. Schulze studiert Industrial Design an der Burg Giebichenstein in Halle.

Bloß nicht hängenbleiben: Für die Ausstellung "abzocken ohne anzuecken", die im Juni an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden zu sehen war, hat Sarah Gosdschan, 32, 300 Tragetaschen von Karstadt aneinandergefügt. Sie studiert im zehnten Semester Interdisziplinäre und Experimentelle Malerei an der HfBK in Dresden.

Das Weltall ist überall: Lena Skrabs will zum Mond reisen, "um ihn von den amerikanischen Flaggen zu befreien". Sie sagt, der Mond gehöre den Liebenden und müsse als Projektionsfläche für jedermanns Träume und Missionen erhalten bleiben. Hier zu sehen: Ein Filmstill aus dem Kurzfilm, den Skrabs über ihr Projekt gedreht hat. "Free the Moon" hat die 25-Jährige ihr Projekt genannt und es als Bachelorarbeit eingereicht. Sie hat an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in der Nähe von Bonn studiert, ihren Master absolviert sie ab Oktober an der Bauhaus-Uni in Weimar.

Fahrzeug an der Wand: "Kleines grünes Auto" hat Johan Schäfer dieses Gemälde genannt. Es entstand auch für die Ausstellung "abzocken ohne anzuecken" in Dresden. Schäfer, 34, ist Meisterschüler an der HfBK.

Der Berg ruft: Alessa Brossmer hat sich von der Begrifflichkeit "Raumschiff Erde" inspirieren lassen und sich künstlerisch durch die Schweizer Alpen begeben. In ihrer Installation zeigt sie Fotos von schneebedeckten Berggipfeln und Aluminiumgüsse auf Acrylglas. "Vom Raumschiff Erde bis zum Hüsli" heißt Brossmers Diplomarbeit, die sie in diesem Jahr eingereicht hat.

Fett für jedermann: Im April 1982 hat Joseph Beuys eine Ecke in der Düsseldorfer Kunstakademie kiloweise mit Butter beschmiert. Beuys' Fettecke haben sich Jessica Felkel, 21, und ihre Kommilitonin Ariane Holz, Jahrgang 1975, die an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg studieren, zum Anlass genommen, um diese runden Objekte aus Fett und ätherischen Ölen auszustellen. "Beuys stinkt" heißt die Rauminstallation.

Zusammenhängend: "Aneinander" heißt dieses Kunstwerk aus Fäden und Papier von Jennifer Eckert. Es geht der Frage nach, wie der Leerraum zwischen einzelnen Buchstaben gefühlt wird. Die 26-Jährige studiert an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

Ist das ein Kirchenfenster? Anna Thinius hat Bilder aus Plastiktüten genäht. Für ihre Masterarbeit plant die 30-Jährige, mehrere solcher Bilder anzufertigen. Sie studiert an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in der Nähe von Bonn.

Explodierter Kühlschrank: "Gegenstände aus unserem Alltag, ein Herd, ein Kühlschrank und eine Waschmaschine, werden von einem pilzartigen Organismus befallen und zersetzt", schreibt Nadine Baldow, 25, über ihre Arbeit. "Don't think of leaving!" hat sie den befallenen Kühlschrank genannt. Sie studiert im vierten Semester Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

Die Wohnung der alten Dame: Wie viel erzählt unser Lebensraum über unsere Persönlichkeit? Diese Frage versucht Barbara Lenartz, 30, zu beantworten. Die Studentin der Kunsthochschule Weißensee hat eine ganze Wohnung angemietet, um daraus eine Installation zu machen. Die Räume richtete sie so ein, als hätte darin eine alte, einsame Frau gelebt. Den Besuchern wollte Lenartz auf diese Weise ermöglichen, in einem anderen Leben herumzuschnüffeln. Sie studiert im elften Semester Bühnen- und Kostümbild.

Riesenwulst: Der Arm an der Wand gehört zur Künstlerin Dilek Tas. Sie ist 25 Jahre alt und studiert Kunst und Deutsch auf Lehramt an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. In der Ausstellung "Formlose Form: Vom Fremdsein des Körpers" führt Tas immer dann eine Performance auf, wenn jemand ihren Arm berührt. "Ich sitze die ganze Ausstellung über da und halte meinen Arm durch das Loch. Die Arbeit funktioniert nur mit meiner Präsenz", sagt sie. Das sei nicht nur für sie eine Grenzerfahrung, sondern auch für den Besucher.

Kaboooom: Dieses Gebilde hat Levi Wolffe aus zerstampften und angebrannten Videokassetten konstruiert. "Rebellions" hat er sein Werk genannt. Bis vor Kurzem studierte er an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden.

Sitzen, ohne einzusacken: Diese Möbel sind aus Beton gestrickt und stammen aus der Serie "TEXtilbeTON" von Anne-Kathrin Kühner. Die 26-Jährige studiert im vierten Mastersemester Textil- und Flächendesign an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin.

Krummer Held: Julia Eichler hat diesen schiefen Typen entworfen. Die 32-Jährige studiert im achten Semester Bildhauerei an der Burg Giebichenstein.

Freundliches Ungetüm: Der pinkfarbene Plüschpanzer stammt von Christine Löb, 50. "In dieser Arbeit setze ich mich mit Rollen, Klischees, Krieg und Frieden, aber auch mit unterschwelligen Themen wie ungewollter Kinderlosigkeit auseinander", schreibt Löb über ihre Arbeit. Sie studiert im achten Semester Kunsttherapie in Nürtingen. Vor dem Studium hat sie als Erzieherin gearbeitet.

Recycelt: Enzo Mittelberger hat Sitzmöbel aus einem Müllcontainer entworfen. Besonders geeignet seien sie für Großveranstaltungen, sagt Mittelberger. "Warum sollte man neue Plastikstühle produzieren, wenn man Möbel aus vorhandenem Material herstellen könnte?" Der 27-Jährige studiert im dritten Mastersemester Design an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) in Hamburg.

Mitten durchs Bild gefahren: Felix Prisco, Jahrgang 1993, hat dieses Buch designt. Er studiert im siebten Semester Editorial Design an der Berliner Hochschule für Gestaltung.

Sieht aus wie eine Ananas: Lisa Scherer studiert Industriedesign im sechsten Semester an der Burg Giebichenstein in Halle und hat diese Porzellanfiguren entworfen. Zuvor absolvierte Scherer, 27, ein Malereistudium. Ihr Projekt "Faltungen in Porzellan" wurde im vergangenen Jahr für den Burg-Giebichenstein-Designpreis in der Kategorie "Interessantestes Experiment" nominiert.

Futuristisch: So stellt sich Enis Kara, 26, die neue C-Klasse von Mercedes vor. Während eines Praktikums hat er die Skizzen angefertigt. Kara studiert im neunten Semester Transportation Design an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

Sie haben darüber abgestimmt, über welchen Künstler Sie mehr erfahren wollen. Dies ist Jennifer Eckert. In Kürze werden wir über sie berichten.
Lesen und sehen Sie hier den ersten Teil der SPIEGEL-ONLINE-Nachwuchskünstler, Thema: Malerei und Zeichnungen.

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
ad2 28.09.2015
1. toll - aber webseite (klicken) funktioniert nicht korrekt
finde ich alle ziemlich toll… aber diese abstimmungslinks SPON-webseite funktioniert nicht so richtig: Ich klickte beim ersten auf "Ja" (spontan und ohne jetzt alle lange zu vergleichen oder andere schlechter zu finden, so funktionieren wohl online abstimmungen;) Aber es entstand ein Nein daraus (Browser Safari): Die Links zu den Buttons sind falsch gesetzt. Man merkt es wenn man mit der Maus über die Buttons fährt, dass da was in der Maske verschoben ist.
H.Kalesch 28.09.2015
2.
Seit es die moderne Kunst gibt, hat die Laienkunst kein Betätigungsfeld mehr.
Niedlifizierer 28.09.2015
3. Rosa Panzer?
Klasse Idee, könnte fast von unserer Flinten-Uschi stammen. Wenn eine dem entsprechende Panzer-Division in Afghanistan oder dem Nahen Osten eingesetzt würde, dürften die Muselmanen von Taliban/IS entweder desorientiert (sind das jetzt Schwule oder Frauen?) die Waffen strecken, oder sich zu *Tode* lachen. Übrigens, der Künstler wurde anscheinend von "Unternehmen Petticoat" (https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Petticoat) inspiriert.
mattoregiert 28.09.2015
4. Kuschelpanzer....
würde man den IS mit dem Abwurf von Millionen Schaumköpfen begegnen , hätte man einerseits dort nur fettgefressene Leute und.... ein Umweltproblem....aber mehr auch nicht .die Wirkung wäre gemessen an dem heutigen militärischen Aufwand positiv bis verzweifelnd
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