Vorwürfe wegen Schein-Universität Trump scheitert im Kampf gegen Betrugsklage

Mitten im Triumph des Super Tuesday sieht sich Donald Trump mit Vorwürfen aus der Vergangenheit konfrontiert. Er scheiterte mit dem Versuch, eine Betrugsklage wegen dubioser Seminare loszuwerden.

Trump im Vorwahlkampf (Bild vom 29. Februar 2016)
AP/dpa

Trump im Vorwahlkampf (Bild vom 29. Februar 2016)


Mit falschen Versprechen Kunden abzocken - diesen Vorwurf kann kein Präsidentschaftsbewerber im US-Wahlkampf brauchen. Doch Donald Trump muss sich damit auseinandersetzen. Ausgerechnet an dem Tag, an dem er seine Chance auf eine Präsidentschaftskandidatur enorm gesteigert hat, gerät der republikanische Bewerber wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten an seiner früheren Trump-Universität rechtlich weiter unter Druck.

Seine von 2005 bis 2011 betriebene Trump University soll mehr als 5000 Studenten um insgesamt mehr als 40 Millionen Dollar (umgerechnet 36,8 Millionen Euro) betrogen haben. Am Dienstag wies ein Berufungsgericht in New York ein Gesuch von Trumps Anwälten ab, eine entsprechende Klage des New Yorker Staatsanwalts Eric Schneiderman fallenzulassen. Sie hatten vergeblich argumentiert, dass die Klagefrist abgelaufen sei.

Die Vorwürfe gegen Trump stehen bereits seit 2013 im Raum. Damals erklärte Schneiderman bei Einreichung der Klage, die Universität sei "durchgehend betrügerisch, illegal und täuschend" vorgegangen. "Herr Trump nutzte seine Berühmtheit und überzeugte Menschen mit falschen Versprechen persönlich in Werbespots, Zehntausende Dollar auszugeben für Unterricht, den sie sich nicht leisten konnten und den sie nie bekamen", sagte der Staatsanwalt damals.

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In ihrer Entscheidung vom Dienstag lehnten die Richter zugleich einen Antrag Schneidermans auf einen sofortigen Urteilsspruch ab. Entscheidende Sachverhalte seien noch nicht geklärt, hieß es. Schneiderman sprach dennoch von einem klaren Erfolg und kündigte an, den Betrug des "gefälschten Profit-College" aufzudecken. Er strebt an, Trump per Gerichtsbeschluss zur Rückerstattung von mehr als 40 Millionen Dollar zu zwingen.

Trump bestreitet die Betrugsvorwürfe. Unter dem Namen "Trump University" bot der Milliardär Seminare für den Immobilienerfolg an. Das Versprechen: Die Teilnehmer können die trumpsche Art des Immobiliengeschäfts erlernen. Doch das Institut habe nie eine Hochschullizenz besessen, heißt es in der Anklage. Zwischen 2005 und 2011 seien mehr als 5000 Studenten weitgehend nutzlose Kurse angedreht worden. Die Kosten pro Seminar: bis zu 35.000 Dollar.

mmq/dpa/AP



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