Trump kippt Obama-Reform Schulen und Unis sollen Minderheiten nicht mehr unterstützen

An US-Schulen und -Universitäten soll die ethnische Herkunft ab sofort keine Rolle mehr spielen. Barack Obama hatte sich dafür eingesetzt, Minderheiten zu unterstützen. Das nimmt Donald Trump jetzt zurück.

US-Präsident Donald Trump
AP

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Die Regierung von US-Präsident Donald Trump fordert Schulen und Universitäten auf, bei der Zulassung nicht mehr gesondert auf ethnische Minderheiten zu achten. Das berichten die "New York Times" und die "Washington Post". Damit nimmt Trump eine 2011 von seinem Vorgänger Barack Obama eingeführte Regelung zurück, die für Vielfalt und Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung sorgen sollte.

Obama war davon ausgegangen, dass alle Schülerinnen und Schüler von einem ethnisch gemischten Umfeld profitieren würden und hatte Schul- und Universitätsleitungen angewiesen, auf Diversifikation zu achten. Trumps Justizminister Jeff Sessions hatte die Praxis seit November 2017 rechtlich überprüfen lassen, weil sie aus seiner Sicht über das durch Gesetze, Verfassung und den Obersten Gerichtshof geforderte Maß hinausgingen. Jetzt wurde die Anweisung mit sechs anderen offiziell aufgehoben.

"Die Exekutive kann nicht den Kongress oder die Gerichte umgehen und Richtlinien vorgeben, die über geltendes Recht hinausgehen", sagte Justizministeriumssprecher Devin M. O'Malley. Durch die Reform werden die für Schulen und Universitäten geltenden Richtlinien auf den Stand der Administration von George W. Bush zurückgesetzt.

"Das ist ein gänzlich politischer Angriff", sagt Harvard-Absolventin und Menschenrechtsaktivistin Anurima Bhargava. "Unsere Schulen sind die Orte, an denen Menschen zusammenkommen, deswegen müssen sie weiterhin für Vielfalt eintreten und gegen Diskriminierung eintreten, wie es die Verfassung verlangt."

mmm/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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j.vantast 03.07.2018
1. Na dann............
Na dann sollte Devin M. O'Malley sich mal ganz genau die Direktiven von Trump ansehen, der genau weiss das seine politischen Vorstellungen niemals den Kongress und die Gerichte passieren würden. Nicht umsonst "Regiert" Trump per Dekret, er weiss genau das er auf dem normalen Weg mit seinen Ideen keine Mehrheiten bekommen würde. Die ganze Aktion ist wieder einmal ein Beweis dafür dass es Trump nur darum geht alles, was Obama geschaffen hat, wieder umzukehren.
koh 04.07.2018
2. Titel irreführend
Natürlich ist die geplante Änderung eine sehr schlechte Idee, wie viele Maßnahmen der Trump-Regierung. Allerdings sollte man fairerweise den Anreisser-Titel bei der Wahrheit belassen. Es geht darum, dass Universitäten die Minderheiten nicht mehr bei der Zulassung bevorzugen sollen. Unterstützen dürfen die Universitäten die Minderheiten durchaus. Zumindest noch.
bigkahoona 04.07.2018
3. Trumps Obsession
Die Obsession des Irren in Washington, sämtliche von Obama eingeführten Änderungen rückgängig zu machen und sein politisches Vermächtnis vollständig zu tilgen ist pathologisch. Das dieser gefährliche Geistesgestörte frei herumläuft kann ich schon kaum glauben. Dass man ihn aber auch noch als modernen Kaiser Nero, samt Atomkoffer, im Weißen Haus rumspringen lässt belegt, dass es um die geistige Verfassung von etwa 40% der amerikanischen Bevölkerung ebenfalls nicht besser bestellt ist.
klhacke 04.07.2018
4. America first
Man könnte argumentieren das alle vor dem Gesetz gleich sind, und doch ist es eine Verantwortung der Zivilisation sich, um Minderheiten zukümmern, sie zu beschützen. Aber jetzt hat die USA halt eine Neue Epoche begonnen, die Epoche des Amerikanischen Neo Faschismus!
mkalus 04.07.2018
5.
Naja, das sollte wohl "Minderheiten" heissen, denn was gerade in den USA Wellen schlägt ist das mehrere Elite Universitäten in den USA Asiatische Bewerber oft aussortieren, und das ohne irgendwelche Scham.
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