Eine Woche Internet-Entzug Ich bin dann mal offline

Schon vor dem Frühstück checkt er Mails, nach Mitternacht surft er noch schnell bei StudiVZ: Marc Röhlig ist Internet-Junkie. Jetzt hat der 22-Jährige für eine Woche den Stecker gezogen - und entdeckt, dass es auch Radio, Schneckenpost und die Auskunft gibt. Ein Erfahrungsbericht.


Es gibt eine Folge der Fernsehserie "Die Simpsons", in der Sideshow-Bob droht, Springfield mit einer Atombombe auszulöschen. Außer, augenblicklich wird das Fernsehen abgeschafft. Die Drohung sendet er über alle Fernsehkanäle. Er sagt: "Ich bin mir der Ironie wohl bewusst."

Oder so. Genau weiß ich das nicht mehr. Ich könnte es googeln, aber das geht nicht. Ich will eine ganze Woche auf den Online-Anschluss verzichten. Kein Google, keine E-Mails, kein StudiVZ, kein YouTube, keine Nachrichten.

Das wird nicht einfach, ist mir klar. Neuigkeiten aus der Uni kommen im Studi-Newsletter, die Buchsuche funktioniert digital, selbst die Profs satteln aufs Netz um und stellen die Pflichtlektüre auf ihre Homepage statt in den Seminarordner. Abgesehen davon, dass ich auch zwischenmenschlich auf Online-Netzwerke angewiesen bin. Ich habe in StudiVZ Gruppen für Freunde aus der Heimat und aus dem Journalismus, zum Biertrinken verabrede ich mich online mit Kommilitonen.

Schließlich, und das ist beinahe am schlimmsten: Ich bin ein Informationsjunkie. Ich muss mehrmals täglich die gängigen Nachrichtenseiten absurfen. Und ich wikipedisiere alles, bevor ich auch nur ein Buch aufschlage.

Nun also digitale Funkstille. Eine Woche lang. Los geht's.



Forum - Leben ohne Netz - könnten Sie's?
insgesamt 238 Beiträge
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Seite 1
DJ Doena 14.07.2008
1.
Drei Wochen Urlaub am Strand, mit ein paar Büchern? Kein Problem, da brauche ich kein Netz. Aber so, im täglichen Leben, da wollte ich es nicht missen wollen. Für meinen Beruf ist das Netz unwahrscheinlich wichtig (ich bin Software-Entwickler). Privat? natürlich könnte ich drauf verzichten. Es wäre auch völig hinreichend, wenn ich in meiner Wohnung fließend Kaltwasser hätte und ne Matraze zum drauf schlafen. Ich würde überleben. Aber zu meinem Lebenskomfort gehört der tägliche Ausstausch im Netz seit über 13 Jahren jetzt einfach dazu.
Bernd3XL, 14.07.2008
2. Undenkbar!
Zitat von sysopDas Internet ist für viele Menschen längst unverzichtbar geworden, ob in Beruf oder Freizeit. Manche versuchen dennoch ein "Leben ohne Netz". Könnten Sie das auch? Wie wichtig ist Ihnen das Internet?
Eine der wenigen sozialen Kontakte, die ich habe. Außerdem müßte ich ca. 40km mit dem Taxi fahren, um meine Bank zu erreichen.
mr.gamer 14.07.2008
3.
Das World Wide Web ist das wichtigste Kommunikationsmittel, das ich nutze, abgesehen vom Telefon. Fernsehen und Radio habe ich schon lange nicht mehr und Zeitungen lese ich auch keine. Aber privat könnte ich auch ohne Internet leben, dann würde ich mehr Bücher lesen, und mehr fortgehen.
fernsehkind 14.07.2008
4. wenn ich müsste, könnte ich vielleicht
Der Morgenkaffee, mit dem Auto zur Arbeit, das Schnitzel in der Pfanne, das fliessende (Warm)Wasser, das Licht im Kühlschrank, das Internet (im Handy), und so weiter und so fort... - es würde wohl den Meisten schwer fallen auf Güter und Errungenschaften unserer Gesellschaft zu verzichten, wenn man sie erstmal kennengelernt hat. Insofern könnte ich wohl, wenn ich nicht anders könnte, aber zum Glück, ich kann und muss nicht....
Michael Giertz, 14.07.2008
5.
Zitat von sysopDas Internet ist für viele Menschen längst unverzichtbar geworden, ob in Beruf oder Freizeit. Manche versuchen dennoch ein "Leben ohne Netz". Könnten Sie das auch? Wie wichtig ist Ihnen das Internet?
Ich gebs unumwunden zu: Nein. Das Internet ist meine primäre Informations- und Unterhaltungsquelle, wenn es um Multimediales geht. Ich brauch keine gedruckte Zeitung! Alles, was ich wissen will, krieg ich fast schon live im Internet, während ich am nächsten Tag gelangweilt die Tageszeitung am Kiosk durchblättere und dort Nachrichten finde, die vom Vortag sind. Déjà vu pur! Klar, das WWW kann ich auch mal einen oder zwei Tage ignorieren. Aber wer schaltet bitteschön ein, zwei Tage den Fernseher oder das Radio ab und kuckt nicht in die Zeitung? Selbst im Urlaub tut das niemand. Somit ist tägliches Surfen im Internet also nicht zwangsläufig ein Suchtproblem. Wenn man dagegen den ganzen Tag nix anderes mehr macht, sollte zumindest mal drüber nachgedacht werden, ob es nicht doch eine Sucht ist.
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