Großbritannien Astrophysikerin gewinnt Millionenpreis und verschenkt ihn weiter

Jocelyn Bell Burnell wurde einst beim Nobelpreis übergangen. Nun erhält sie den renommierten Breakthrough Prize - und spendet die drei Millionen Dollar Preisgeld, damit mehr Frauen und Flüchtlinge Physik studieren können.

Astrophysikerin Jocelyn Bell Burnell
Getty Images

Astrophysikerin Jocelyn Bell Burnell


Jocelyn Bell Burnell hat vor 51 Jahren schnell rotierende Neutronensterne entdeckt - auch Pulsare genannt, eine neue Art von Sternen, die Radiosignale aussenden. Die englische Astrophysikerin machte diese Entdeckung zusammen mit ihrem Doktorvater Antony Hewish und dem Radio-Astronomen Martin Ryle. Die beiden Männer wurden 1974, sieben Jahre später, dafür mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Bell Burnell wurde übergangen, und es wurde viel darüber spekuliert, ob das an ihrem Geschlecht liegt. Die Wissenschaftlerin sagte einmal in einem Interview, sie sei damals Doktorandin gewesen. Und deshalb habe die Nobelpreis-Jury sie nicht berücksichtigt. Nach mehr als fünf Jahrzehnten ist Bell Burnell nun mit dem renommierten Breakthrough Prize ausgezeichnet worden - einem Preis für ihr Lebenswerk und für die Entdeckung der Pulsare, der mit drei Millionen US-Dollar höher als der Nobelpreis dotiert ist.

Bell Burnell will das Geld aber nicht behalten, sondern spenden. "Ich will und brauche das Geld nicht", sagte sie der BBC. Die Wissenschaftlerin möchte damit Stipendiaten finanzieren, die an Physik-Instituten unterrepräsentiert sind: Frauen, ethnische Minderheiten und Flüchtlinge.

Mit dem Preisgeld wolle sie den unbewussten Verzerrungen entgegenwirken, die es immer noch in der Forschung gebe. "Minderheiten schauen aus einem neuen Blickwinkel auf Dinge, und das ist oft sehr produktiv."

Finanziert wird der Wissenschaftspreis unter anderem von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und dem Unternehmer Juri Milner. Der Russe hatte 2012 bereits den Breakthrough Prize in Fundamental Physics ins Leben gerufen.

kha



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