Typologie der Uni-Neulinge Im ersten Semester tut's noch weh

Willkommen an der Uni: Das Semester hat begonnen - und die Hörsäle quellen über, weil sich so viele Neu-Studenten in die Bänke quetschen. Sie suchen ihre Rolle auf dem Campus und präsentieren sich als Aufreißer, Leistungsträger, Aktivisten. Eine Typologie der anstrengendsten Kommilitonen.

Alles neu macht der Semesterstart: Das sind also unsere Mitstudenten
Corbis

Alles neu macht der Semesterstart: Das sind also unsere Mitstudenten

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Vergesst Studienführer und Uni-Rankings: Nichts ist im ersten Semester so wichtig wie die neuen Kommilitonen. Und nichts ist so unberechenbar. Wer glaubt, die Pubertät sei schwierig gewesen, der war noch nie bei einer Einführungsvorlesung oder Erstsemesterparty.

Mit der Immatrikulation beginnt ein neues Leben. Für viele heißt es: Zum ersten Mal allein wohnen, eigenes Geld, eigene Verantwortung und oft eine neue Stadt. Der Horizont erweitert sich und man begegnet auf dem Campus Menschen, denen man unter normalen Umständen nicht mal freiwillig den Weg zur Bushaltestelle erklären würde.

Aber es wird auch spannend: Hier treffen Großstadthelden auf Dorfschönheiten, Streber auf Rabauken. Ein Clash der Kulturen wie Bushido im Fernsehgarten oder Mutti am Laptop.

Das erste Semester ist eine Ansammlung lauter schräger Vögel: Aufreißer, Muttersöhnchen, Hochbegabte. Nach zwölf bis dreizehn Schuljahren sind auch Hinterbänkler bereit, sich ein neues Image zuzulegen. Andere tragen ihre Neurosen direkt weiter von der Schulbank in den Hörsaal.

Notgedrungen wird man sich jedoch für die ersten Kontakte oder ein Gruppenreferat mit den neuen Studiengenossen zusammentun müssen. Die Kunst ist es jetzt, die neuen Kommilitonen richtig einzuschätzen und dabei Anfängerfehler zu vermeiden ("Klar kannst du mich bei Facebook als Freund adden").

Statt zu Studienbeginn also sinnlos Bachelor-Punktetabellen auswendig zu lernen oder sich einen Vorrat an Ringblöcken zu kaufen, sollte man sich für die akademische Laufbahn einen wachsamen Blick antrainieren.

Wir zeigen eine Typologie der wichtigsten Mitstudenten: Was studieren sie? Was sind ihre typischen Sätze? Was erwarten sie vom Studium? Und welchen Song wünschen sie sich auf der Erstsemester-Party? Klicken Sie zum Weiterlesen auf die Überschriften:


HABEN SIE UNI-ERLEBNISSE FÜR UNS?

Corbis

Das neue Vortäuschungsverzeichnis ist da! Wer hat sich nicht schon einmal in Prüfungen oder Seminaren um Kopf und Kragen geredet? Oder mithilfe geschliffener Sprache dürftige Leistungen in Haus- oder Abschlussarbeiten kaschiert? Schickt uns eure Perlen an unifloskeln@spiegel.de

(Einsendung gilt als Zustimmung zur anonymen Veröffentlichung)




insgesamt 18 Beiträge
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doofnuss 06.05.2013
1. erster studientag vor über 30 jahren - begrüßung durch den bwl-dekan
Zitat von sysopCorbisWillkommen an der Uni: Das Semester hat begonnen - und die Hörsäle quellen über, weil sich so viele Neu-Studenten in die Bänke quetschen. Sie suchen ihre Rolle auf dem Campus und präsentieren sich als Aufreißer, Leistungsträger, Aktivisten. Eine Typologie der anstrengendsten Kommilitonen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/erstsemester-typologie-der-studienstarter-a-895816.html
brechend voller hörsaal, von den hunderten erstsemestern sitzen viele links und rechts auf den niedergängen, oben an den türen klappert und quietscht es ständig, immer mehr nachrückende neu-studies, angespannte erwartung im lauten trubel, immerhin kühlt die klimaanlage erstaunlich gut, es war ein brütend heißer spät-sommer, der bwl-dekan tritt ans mikrophon: "guten morgen meine damen und herren... . schauen sie ihren rechten nachbarn an und schauen sie ihren linken nachbarn an. einer von ihnen dreien wird durchhalten und das studium erfolgreich beenden. und nun bedenken sie: jeder denkt das von sich!".
suessi22 06.05.2013
2. Witzig
@ doofnuss Witzig, 1996 hat mein erster Studientag genauso angefangen...
nyx^^305 06.05.2013
3. eher semi-witzig
@suessi22: So fängt wohl jeder Studiengang an und den Spruch kann ja wohl niemand mehr hören. Aber der Artikel ist sehr gelungen, danke dafür.
ikst 06.05.2013
4. Das Muttersöhnchen...
...trägt mit Sicherheit nicht Anzug, Schal und schwarze Brille, sondern Kik-Pullover und Metallgestell. Wann werden Bildredakteure jemals den Unterschied zwischen Fashion-Nerd und echtem Nerd erkennen?
fs01 06.05.2013
5. Precht
Ich glaube nicht, dass irgend jemand Hochbegabtes sich gerne mit dem Tiefflieger Precht unterhalten würde.
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