Zusätzlich zur Exzellenzinitiative Wanka will auch kleine Unis und FHs fördern

Mit der umstrittenen Exzellenzinitiative fließen Milliarden in einige Spitzen-Unis. Bildungsministerin Wanka will nun auch kleinere Hochschulen und FHs fördern. Ein "Trostpflaster-Programm", sagt die Opposition.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka
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Bundesbildungsministerin Johanna Wanka


Bund und Länder pumpen seit zehn Jahren fast fünf Milliarden Euro in Elite-Unis. Die sogenannte Exzellenzinitiative ist umstritten, weil sie einige wenige Universitäten massiv fördert, statt die gesamte Hochschullandschaft zu verbessern. Doch nun will Bildungsministerin Johanna Wanka offenbar ein weiteres Förderprogramm auflegen - für kleinere Universitäten und Fachhochschulen.

"Auch das geht nur gemeinsam in einer Bund-Länder-Vereinbarung, dazu sind wir gerade im Gespräch", sagte Wanka der Deutschen Presse-Agentur. Erst nach diesen Verhandlungen sollten Details und Finanzvolumen des Projekts bekanntgegeben werden.

An der Exzellenzinitiative solle deswegen aber nicht gespart werden. Wanka sagte: "Wir haben die Exzellenzinitiative - da geht es um Förderung von wirklicher Spitzenforschung, daran wollen wir keine Abstriche machen. Andererseits haben wir eine reiche Hochschullandschaft mit vielen Leistungen auf anderen Gebieten, etwa Fachhochschulen und kleinere Universitäten. Deswegen möchte ich eine weitere Fördermöglichkeit für Hochschulen entwickeln."

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Elite-Unis: Das sind die deutschen Exzellenzen
Kritik kam von der Grünen-Bundestagsfraktion. "Ministerin Wanka agiert einmal mehr intransparent und werkelt planlos umher", sagte ihr Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung, Kai Gehring. Sie wolle offenbar "eine klitzekleine Liga von Leuchtturm-Unis in eine Dauerförderung bugsieren" und kündige nun ein "Trostpflaster-Programm" für wenige weitere Hochschulen an.

Eine Expertenkommission zu dem 2006 gestarteten, bisher 4,6 Milliarden Euro teuren Exzellenzprogramm hatte Ende Januar empfohlen, die Bund-Länder-Förderung bis 2028 mit mindestens gleicher Finanzausstattung fortzusetzen. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern erarbeitet derzeit eine Vorlage für die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel im Juni. Dort soll die Entscheidung fallen.

lov/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
ackergold 29.03.2016
1. .
Die so genannte Exzellenzinitiative ist längst gescheitert. Exzellente Forschung in bestimmten Bereichen gibt es auch und gerade außerhalb der Exzellenz-Unis, weil dort viel mit weniger Steuergeld geleistet wird und die Lehre dort weit besser ist. Nur gute Lehre erzeugt nämlich tatsächliche Exzellenz.
Plasmabruzzler 29.03.2016
2.
Zitat von ackergoldDie so genannte Exzellenzinitiative ist längst gescheitert. Exzellente Forschung in bestimmten Bereichen gibt es auch und gerade außerhalb der Exzellenz-Unis, weil dort viel mit weniger Steuergeld geleistet wird und die Lehre dort weit besser ist. Nur gute Lehre erzeugt nämlich tatsächliche Exzellenz.
Meinen Sie nun Grundlagenforschung, Auftragsforschung oder Industrieforschung? In der Grundlagenforschung sind höchstens die HGF, MPG, FhG oder WGL sichtbarer oder "besser" als unsere Universitäten. Diese Gesellschaften arbeiten aber nach dem Top-Down-Prinzip, während Universitäten das Buttom-Up-Prinzip haben. Ich finde, diese Mischung macht Deutschland als Forschungslandschaft attraktiv, mal abgesehen von den Gehältern und Arbeitsplatzsicherheit. Auftrags- und Industrieforschung findet man eher an Fachhochschulen und in der Industrie selbst.
dadram 29.03.2016
3.
Was sind denn "FHs"? "Fachhochschulens"? ;)
brendan33 30.03.2016
4. Wo gibts denn noch FH (s) ?
Bei uns im Rhein-Main-Gebiet nennt sich aber wirklich jede zweitklassige ehem. FH nun "Universität". Wenigstens aber "TH" oder Universität des applaudierenden Seins ("University of applied sciences"). Da gibts dann nach 2 Jahren ein Bätschelörchen und der Markt wird mit "Akademikern" geflutet. Und dieser Bologna-Käse soll jetzt noch zusätzlich gefördert werden ???
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