Flirt-Studie Rätselhafte Fräuleins

Wie kommen die Deutschen eigentlich beim Balzen rüber? Ein amerikanischer Forscher ließ seine Studenten Videos auswerten, die Berliner Singles beim Speed-Dating zeigen. Die Flirt-Forscher verstanden kein Wort - aber sie fanden heraus: Frauen flunkern besser.


Männer sind beim Flirten viel leichter zu durchschauen als Frauen - deutsche Männer jedenfalls. Das ist das Ergebnis einer Studie der Indiana University in den USA; sie vergleicht die erotische Auffassungsgabe beider Geschlechter. Für die Untersuchung analysierten 28 Studentinnen und 26 Studenten 24 Filmsequenzen, die Berliner Singles beim Speed-Dating zeigten.

Die Probanden mussten beurteilen, ob die Gefilmten tatsächlich Interesse an ihrem Gegenüber haben - oder es womöglich nur heucheln. Bei dem Dating hatten die Teilnehmer pro Partner drei Minuten Zeit zum Flirten, danach gaben beide Personen an, ob sie ihr Gegenüber wiedersehen wollten oder nicht.

Die Humboldt-Universität hatte das Schnellkennenlernen organisiert - kostenlos für die Teilnehmer, die sich im Gegenzug für Forschungszwecke filmen ließen. Der Verfasser der Studie in Indiana, Skyler Place, wählte bewusst deutsche Balzszenen aus, damit seine Studenten die Flirtenden nicht verstehen konnten und strikt nach Mimik und Körpersprache beurteilten.

"Am schwersten taten sich die Probanden damit, die Frauen einzuschätzen", sagt Place. "Häufig machten die Frauen beim Date einen sehr koketten Eindruck, hatten in Wahrheit aber überhaupt kein Interesse an ihrem Gegenüber."

Die Länge der Videoausschnitte spielte keine Rolle für die Richtigkeit der Prognosen, stellten die Wissenschaftler fest. Außerdem waren männliche und weibliche Beobachter gleich gut darin, das wahre Interesse der Männer beim Speed-Dating einzuschätzen - und gleichermaßen erfolglos bei den Frauen.

Während die flirtenden Männer in fast zwei Dritteln aller Fälle richtig beurteilt wurden, waren die Bewertungen weiblicher Hinwendung kaum besser als schlichtes Raten.



© UniSPIEGEL 1/2009
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