Plagiatsverdacht gegen Familienministerin Hochschule prüft Giffeys Dissertation

Hat Familienministerin Franziska Giffey in ihrer Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben? Die Ministerin sagt, sie habe nach "bestem Wissen" gearbeitet - nach SPIEGEL-Informationen haben Plagiatsjäger Zweifel.

Franziska Giffey
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Franziska Giffey


Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist nach SPIEGEL-Recherchen wegen ihrer Dissertation aus dem Jahr 2009 ins Visier von Plagiatsjägern geraten: Auf der Website VroniPlag Wiki wird das Werk derzeit unter dem Kürzel "Dcl" auf mögliche Mängel untersucht. Bisher wollen die Vroni-Plag-Rechercheure auf 49 von über 200 Seiten problematische Zeilen ausgemacht haben.

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Heft 7/2019
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Es gebe "zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind". In "mindestens 68 Fällen" habe die Verfasserin zudem Aussagen ganz oder teilweise mit Quellen belegt, "die dem Anschein nach willkürlich gewählt sind" oder mit denen sich das Geschriebene nicht ausreichend belegen lasse. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+).

Etwa hundert weitere Stellen, die einer der VroniPlag-Aktivisten beanstandet hat, müssen noch nach dem Vier-Augen-Prinzip geprüft werden. VroniPlag-Akteur und Jurist Gerhard Dannemann warnt daher vor vorschnellen Schlüssen. Der Berliner, der kleine Teile von Giffeys Arbeit mit gesichtet hat, sagt aber auch: "Nach meinem bisherigen Eindruck ist das ein ernstzunehmender Fall."

Die Ministerin erklärt auf Anfrage: "Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst." Den Fall müsse die Freie Universität Berlin (FU) nun bewerten, sie habe die Hochschule um Prüfung ihrer Arbeit gebeten. Die FU will dieser Bitte nachkommen.

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ase

insgesamt 159 Beiträge
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Seite 1
SissyGerman 08.02.2019
1. man gut
Daß die "nur" Familienministerin ist. Habe selber studiert und wundere mich beim Überfliegen solcher Lebensläufe, daß die neben ihren ganzen Funktionen und Tätigkeiten noch Zeit zum Leben haben? Da muß man doch eine Dissertation copy und pasten
m.klagge 08.02.2019
2. Lieber Herr oder Frau "ase"
ihnen ist leider entgangen, dass mit keinem Wort erwähnt wird in welchen Fachbereich die gute Frau promoviert hat. Ihren Redakteur, falls es so einen gegeben hat juckt eine kohärente Darstellung offenbar auch nicht. Lassen Sie sich ihr Lerhrgeld wiedergeben und versuchen Sie bitte was anderes zu lernen. Viel Glück!
Patenting 08.02.2019
3. Langsam wird´s langweilig,
.... dieses computerunterstützte ewige Herumgestochere in alten Arbeiten. Nur weil die Dame jetzt etwas bekannter ist als der Herr Dr. nebenan. Jeder weiss doch, dass diese Unmengen von Doktorarbeiten nur zu einem sehr kleinen Teil wirklich Neues enthalten, vor allem in den "weichen" geisteswissenschaftlichen Fächern. Was käme denn heraus, wenn man alle SPIEGEL-Artikel automatisch auf Übereinstimmungen mit anderen Publikationen scannen würde ?
Hübner 08.02.2019
4. Sie muss sich keine Sorgen machen
Die Medien werden vermutlich dafür sorgen, dass sie disen Skandal überlebt. Und wieso? Sie ist eine feministische Frau in eienr Machtposition. Sie kann machen und lassen was sie will, Kritik wird es nicht geben. Siehe vonderLeyen. Erinnert sich noch jemand wie Guttenberg behandelt wurde?
bernstein9 08.02.2019
5. Bei Sozialdemokraten ist das was anderes...
egal was, sie sind immer das Opfer böser Machenschaften. An ihnen bleibt nie was haften. Wie an Teflon
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