Sprachreform an der Uni Leipzig Guten Tag, Herr Professorin

Von Benjamin Haerdle

Uni Leipzig: In Zukunft sind wir alle Studentinnen
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Uni Leipzig: In Zukunft sind wir alle Studentinnen

2. Teil: Gender-Expertin Friederike Maier: "Ich sehe das als Notwehr"


Und der Mann? Ist mitgemeint
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Und der Mann? Ist mitgemeint

Die Ökonomin Prof. Dr. Friederike Maier von der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in Berlin erklärt, warum sie den Leipziger Ansatz richtig findet.

Frage: Sie sind Gutachterin des Netzwerks Gender Equality and Employment der EU-Kommission. Ist der Weg Leipzigs ein Fortschritt für die Frauen?

Maier: Ich sehe das eher als Notwehr. Wir haben an unserer Hochschule die Vorschrift, geschlechtergerecht zu formulieren. Also nutzen viele die männliche Formulierung und machen eine Fußnote, dass auch Frauen gemeint sind. Ich fühle mich damit nicht mitgemeint. Deshalb finde ich es gut, zu sagen, wir drehen das mal um.

Frage: Ist das ein Signal für das Binnenklima an den Hochschulen?

Maier: Natürlich, denn wenn wir Frauen klagen, dass wir uns ausgegrenzt fühlen, dann ruft das in der Regel ein mildes Lächeln der Kollegen hervor. Jetzt läuft das mal andersrum und die Männer regen sich auf. Vielleicht landen wir am Ende doch bei einem geschlechtergerechteren Umgang miteinander.

Frage: Werden Sie nun als Vize-Präsidentin an der HWR die weiblichen Personenbezeichnungen anregen?

Maier: Ich hatte das schon einmal eher im Scherz vorgeschlagen. Es wäre jedoch schön, wenn das eine Diskussion auslöst, wie wir auch sprachlich wertschätzend miteinander umgehen sollten.

Erschienen in: duz Magazin 06/13 vom 31. Mai 2013



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 307 Beiträge
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hartmut Danneck 04.06.2013
1. Alles klar
"Meine Professorin hat mir ihre Hilfe zugesagt. Sie fördert mich gut." (Fußnote: Die weibliche Form meint in diesem Fall eine männliche Professorin.)
Herr Hold 04.06.2013
2. Gut so
Zitat von sysopDPADas ist ein Novum in Deutschland: Nach 600 Jahren Männerdominanz schwenkt die Uni Leipzig radikal um und setzt nur noch auf weibliche Bezeichnungen: Titel wie "Rektorin" und "Professorin" gelten künftig auch für Männer. "Jetzt läuft das mal andersrum", freut sich eine Befürworterin. Gleichberechtigung: Uni Leipzig nutzt weibliche Bezeichnungen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gleichberechtigung-uni-leipzig-nutzt-weibliche-bezeichnungen-a-903530.html)
Das ist ein absolut notwendiger Schritt, der einen weiteren Meilenstein zur Gleichberechtigung der Frauen markiert, die hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten läßt. Auch wenn das der Juristin Bernd-Rüdiger Kern nicht passt.
paulepanther 04.06.2013
3. Tja
liebe Leserinnen, da haben wir die Salatin.
tropfstein 04.06.2013
4. Die spinnen ja
Erschreckend, dass so ein Blödsinn ausgerechnet im wissenschaftlichen Umfeld geschieht! Jeder Linguist weiß, dass es a) Wörter gibt, die das Geschlecht festlegen (Onkel, Kater, Professorin) und b) solche, wo das nicht so ist (Mensch, Person, Katze, Professor). Das hat auch nix mit der, die, das zu tun. Dies weiß auch jeder deutsche Muttersprachler. Aber was kümmern Fakten, wenn man sein Gutmenschentum demonstrieren will. Macht euch halt lächerlich!
rainking 04.06.2013
5. ja ist denn schon...
... wieder der erste April?
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