Falsche Überweisung 25.000 Euro? Hoppla, habe ich nicht gemerkt

Für ein Rezept über 50,52 Euro bekam ein Göttinger Professor mehr als 25.000 Euro erstattet. Jahrelang sei ihm das nicht aufgefallen, sagt der Forscher - zurückzahlen muss er das Geld jetzt trotzdem.

Aula der Uni Göttingen (Archiv): Professor ohne Konto-Überblick
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Aula der Uni Göttingen (Archiv): Professor ohne Konto-Überblick


Göttingen - Ein Göttinger Professor hat 25.000 Euro, die irrtümlich auf seinem Konto gelandet waren, für sich behalten und nicht an das Land Niedersachsen zurückgezahlt. Der Hochschullehrer habe damit "grob pflichtwidrig" gehandelt, entschied das Verwaltungsgericht Göttingen in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil. Er muss das Geld nun zurückzahlen.

Bei der Überweisung handelte es sich um Beihilfe zu Krankenkosten. Der Hochschuldozent hatte 2006 ein Rezept über 50,52 Euro eingereicht. Bei der Eingabe in das Computersystem der Beihilfestelle unterlief dem zuständigen Sachbearbeiter dann ein folgenschwerer Tippfehler: Aus der überschaubaren Summe wurden 50.352 Euro. Die Hälfte davon, gut 25.000 Euro, wurden anschließend auf das Konto des Wissenschaftlers überwiesen.

Als der Irrtum Jahre später entdeckt wurde, forderte die Oberfinanzdirektion den Professor zur Rückzahlung auf. Der Beamte weigerte sich mit der Begründung, ihm sei kein derartiger Überweisungsbetrag aufgefallen. Kontoauszüge besitze er nicht mehr.

Beim Gericht hatte er mit dieser Argumentation keinen Erfolg. Dass er den Geldeingang nicht bemerkt haben will, sei "noch nicht einmal im Ansatz glaubhaft", heißt es im Urteil. Nach einer Einschätzung der Staatsanwaltschaft Göttingen ist das Verhalten des Professors zwar unkorrekt, aber nicht strafbar.

(Aktenzeichen: 4 A 32/13)

him/dpa



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insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
archback 04.09.2014
1. verständnislos
Man sollte meinen, als Professor habe dieser Mann wenigstens einen Rest an Verstand. Dass er wirklich glaubte, das Geld behalten zu können, beweist jedoch das Gegenteil. Damit fehlen ihm die Grundvoraussetzungen für seinen Job. Bitte wegen erwiesener Unfähigkeit entlassen!
spon-facebook-1459922526 04.09.2014
2.
Bei den Unmengen, die ein Professor anscheinend verdient, da fallen 25K einfach nicht auf. Absolut nachvollziehbar :)
jdm11000 04.09.2014
3. Fehler in 2006?
Ein Fehler in 2006? Da würde mir reflexartig mal Verjährung einfallen - als Einrede gegen den Anspruch. Aber die Informationen sind aus dem Bericht viel zu dürftig, um das genauer betrachten zu können. Daher: Der Bericht ist sinnlos.
sitiwati 04.09.2014
4. wenn er das
Geld gut angelegt hat, hat er sicher gut Zinsen bekommen, tja, man merkt auch Intelligenz und akademische Grade schützen vor VERGESSLICHKEIT nicht, eigentlcih müsste er den Betrag täglich auf seinem Konto gesehen haben, oder?? Naja !
hobbyleser 04.09.2014
5. Wenn man aber
Zitat von jdm11000Ein Fehler in 2006? Da würde mir reflexartig mal Verjährung einfallen - als Einrede gegen den Anspruch. Aber die Informationen sind aus dem Bericht viel zu dürftig, um das genauer betrachten zu können. Daher: Der Bericht ist sinnlos.
davon ausgeht, dass nicht sie als Forist ein Urteil über diesen Sachverhalt fällen müssen, sondern dies bereits ein ordentliches Gericht mit richtigen Richtern getan hat, macht der Bericht doch wieder Sinn. Sie können dann also zur Kenntnis nehmen, wie dümmlich ein Hochschullehrer argumentieren kann, darauf basierend Rückschlüsse auf die wissenschaftliche Qualität seiner Forschung und Lehre und/oder Rückschlüsse auf seine gelebte Ethik ziehen.
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