Grenzgänger Stippvisite im Roma-Ghetto

Zwischen bodenlosem Frust und glorreichen Plänen: Die Roma sind ein verstreutes Millionenvolk, das nirgends recht dazugehört. Leipziger Studenten treffen bei ihrer Tramp-Reise durch Osteuropa auf Mitglieder der größten Minderheit der EU - und lernen, warum man mit Hindi bei den Roma landen kann.

Von Felix Hügel


Mitten im Europa-Wahlkampf reisen Reporter von mephisto 97.6, dem Lokalradio der Universität Leipzig, kreuz und quer durch die neuen EU-Mitgliedstaaten: zwei Wochen durch das Baltikum, Polen und Tschechien, die Slowakei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Slowenien. Dabei gelten strenge Regeln: Die Studenten dürfen nur trampen, Zug und Bus sind tabu. Hotels und Hostels sind ebenfalls verboten, die Leipziger müssen sich jeden Tag aufs Neue einen Schlafplatz bei den Bewohnern suchen.

So treffen sie auf Menschen, die normalerweise nicht in den Medien stehen, und bekommen einen anderen Blick auf die Länder. Mit dem Tramp-Trip knüpfen sie an ein Projekt aus dem Jahr 2004 an. Damals, kurz nach der EU-Osterweiterung, waren schon einmal Leipziger Radioreporter losgetrampt, um den Ängsten und Vorurteilen gegenüber den neuen EU-Staaten zu begegnen.

Jetzt berichten erneut Leipziger Tramper auf SPIEGEL ONLINE. Drei Teams machen vollkommen unterschiedliche Begegnungen mit der größten Minderheit der Europäischen Union: den Roma. Acht bis zehn Millionen leben nach Schätzungen in der Europäischen Union, die meisten davon in Osteuropa. Team Slowakei besucht das angeblich einzige professionelle Roma-Theater der Welt, Team Tschechien spricht mit einer Familie in einem Pilsener Roma-Haus über Vorurteile und Team Ungarn trifft im Roma-Ghetto von Szeged auf Attila, der alleine in einem Signalhäuschen wohnt.



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.