Großbritannien EU-Studenten zahlen auch nach Brexit weniger Studiengebühren

Im März 2019 wird Großbritannien die EU verlassen, das schreckt viele deutsche Studenten ab. Nun bemühen sich die Briten um versöhnliche Signale - zumindest beim Thema Studiengebühren.

Die Universität in Aberdeen
imago/Arcaid Images

Die Universität in Aberdeen


EU-Studenten, die an britischen Universitäten eingeschrieben sind, sollen auch über den Brexit hinaus wie ihre britischen Kommilitonen behandelt werden. Bildungsminister Damian Hinds kündigte an, dass Studenten aus der EU, die ab Herbst 2019 in England studieren, keine höheren Studiengebühren als bisher bezahlen müssen. Das berichtet die BBC.

Dieser Sonderstatus gelte bis zum angestrebten Abschlussexamen, heißt es in dem Bericht - je nach Dauer des Studiengangs also bis zum Jahr 2023. Er wolle damit für "Klarheit und Verlässlichkeit" sorgen, so Damian Hinds. Schon seit Längerem berichten britische Hochschulen von sinkenden Bewerberzahlen aus der EU.

Zuvor hatte bereits die schottische Regionalregierung Studenten aus der EU zugesichert, an ihrem Status werde sich nichts ändern. Wer sich als Bachelorstudent in Schottland einschreibt, muss demnach - anders als in England oder Wales - auch in Zukunft keine Studiengebühren zahlen.

Friedensgeste an die EU

Aktuell sind rund 135.000 EU-Studenten an britischen Universitäten immatrikuliert. Am beliebtesten sind bei ihnen die University of Aberdeen, die London School of Economics und das Imperial College in London.

Doch die Bewerberzahlen gehen seit dem Brexit-Votum deutlich zurück. Bisher konnten Großbritannien und die EU in den stockenden Verhandlungen noch keine Einigkeit über die Hochschulzusammenarbeit nach dem Brexit erzielen.

Die Ankündigung von Damian Hinds interpretieren Beobachter deshalb als versöhnliche Geste in Richtung Europa: Die britischen Universitäten hoffen, auch nach dem Brexit weiter von der milliardenschweren EU-Forschungsförderung profitieren zu können. Würden EU-Studenten ihren Sonderstatus verlieren, drohten ihnen erheblich höhere Studiengebühren - und das dürfte im Gegenzug die Chancen britischer Forscher in Europa erheblich reduzieren.

him



insgesamt 6 Beiträge
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Sandmann01 02.07.2018
1. Im März 2019!
Im März 2019 und nicht 2018!
lathea 02.07.2018
2. Und was machen dann all diejenigen,....
......bei denen sich der angestrebte Studienabschluss aufgrund irgendwelcher Umstände verzögert oder das Studium unterbrochen werden muss? Das Risiko können wohl nur Superreiche eingehen. Dass es beim Brexit auch Verlierer geben wird, war bekannt. Angebot und Nachfrage bestimmen das Geschäft, also wird sich der Preis mit der Zeit von selbst einpendeln. Auf dem Kontinent gibt es auch gute Universitäten.
rschomburg 02.07.2018
3. Kosten ohnehin zu hoch
Da die Studienkosten in England ohnehin pro Jahr €10,000 übersteigen, ist das ein bedeutungsloses Versprechen....
rjb26 02.07.2018
4. bitte prüfen
was ein Jahr Master Studium in Oxford für deutsche Studenten kostet. inkl. des sog Studentenwohnheims
herbert 02.07.2018
5. Die Briten werden nach dem Brexit weiterhin wohlbehütet in der EU
besonders Deutschland studieren können. Doch die Deutschen müssen in England einen satten Preis zahlen der ein Studieren unmöglich macht. Oder man ist reich !!
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