Ranking der Top-Unis Die Milliardärsfabriken

Ein Abschluss aus Harvard oder Stanford gilt als Lizenz zum Gelddrucken. Eine Agentur hat nun ermittelt, welche Unis weltweit die meisten Milliardäre hervorbringen. Den Spitzenreiter dürften nur wenige auf der Rechnung haben.

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Von Christoph Rottwilm, manager magazin online


Geht es um Elite-Universitäten, hat jeder sofort die üblichen Verdächtigen im Kopf: In den USA Harvard, Princeton, Yale und in Zeiten von Apple und Facebook noch Stanford im technikaffinen Teil Kaliforniens. Dazu in Großbritannien natürlich Oxford und Cambridge.

Ein Ranking der Agentur Wealth-X hat jedoch einen anderen Spitzenreiter. Wealth-X, die auf Informationen über besonders vermögende Menschen spezialisiert ist, hat ermittelt, welche Universität die meisten der derzeit weltweit 2325 Milliardäre hervorgebracht hat.

Resultat: 25 dieser Superreichen kommen von der University of Pennsylvania (Penn). Das sind mehr als von jeder anderen Hochschule rund um den Globus. Die erwähnten Eliteschmieden in Harvard und Yale folgen auf den Plätzen zwei und drei. Die Princeton University liegt laut Wealth-X auf Platz fünf, hinter der University of Southern California.

Eingeweihte dürfte das Ergebnis allerdings kaum überraschen. Bei der Penn handelt es sich um eine der renommiertesten und ältesten Universitäten der Vereinigten Staaten. Sie ist Mitglied der sogenannten Ivy League, in der sich acht amerikanische Elite-Unis zusammengeschlossen haben.

Nicht alle Milliardäre haben einen Abschluss

Insgesamt zählte die Universität zuletzt fast 25.000 Studierende, um die sich nach Angaben der Hochschule mehr als 16.500 Angestellte kümmern. Damit ist die Penn einer der größten Arbeitgeber in Pennsylvania.

Auch der Etat der Universität kann sich sehen lassen. Das Gesamtbudget der Penn beläuft sich eigenen Angaben zufolge im Jahr 2014 auf 6,6 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro), wovon mehr als die Hälfte Personalkosten ausmachen. Mehr als 5000 Dozenten und Wissenschaftler forschen an der Universität. Der gesamte Forschungsetat hat ein Volumen von rund 900 Millionen Dollar.

Und die Penn ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch in der Gesamtsicht sind die US-Unis in diesem speziellen Milliardärsranking nicht zu schlagen: 16 der ersten 20 Universitäten befinden sich in den Vereinigten Staaten. Im Sinne des Rankings beste Hochschule außerhalb der USA ist auf Platz neun die Universität von Mumbai in Indien, die laut Wealth-X zwölf Milliardäre hervorbrachte.

Aus Deutschland schafft es keine einzige Universität unter die Top 20. Und auch Oxford sowie Cambridge in Großbritannien sind nicht dabei. Einzige Hochschule aus UK im Ranking dagegen: Die London School of Economics and Political Science, mit elf Milliardären auf Rang zehn.

Allerdings macht Wealth-X auch darauf aufmerksam, dass der Besuch einer Hochschule keineswegs mit einem Abschluss enden muss, um später einmal zu außergewöhnlichem Erfolg zu gelangen. Im Gegenteil: Tatsächlich haben laut Wealth-X 35 Prozent der Milliardäre die Uni vorzeitig verlassen, meist um sich ihren unternehmerischen Ambitionen zu widmen.

Prominente Beispiele sind: Microsoft-Gründer Bill Gates, laut "Forbes" derzeit mit 80,1 Milliarden Dollar reichster Mann der Welt, sowie Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg (weltweit Platz zwölf mit 34,5 Milliarden Dollar).

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Bewerbung an der Elite-Uni: Wo, bitteschön, geht's hier nach Harvard?

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insgesamt 46 Beiträge
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lachsn 27.10.2014
1.
Wurde dabei auch schon mit einbezogen, wie viel Prozent der Absolventen vor dem Besuch der Uni schon reich waren? Aber ansonsten gehört das wohl sowieso zur Kategorie "unnützes wissen". Als wenn der Wert unserer Gesellschaft sich an der Zahl der Milliardäre festmachen würde.
Oloid 27.10.2014
2. Selfmade Milliardäre?
Wäre interessant zu wissen wieviele der Milliardäre sich ihre Milliarden komplett selbst verdient haben. Sicher sind etliche davon schon mit ein paar Millionen gestartet. Das hätte ich gerne zum Vergleich. Auch bleibt die Frage offen wieviele Milliardäre gar nicht auf einer Uni waren? Immerhin haben 35% das Studium abgebrochen.
5ven 27.10.2014
3. falscher Schwerpunkt
Sie hätten lieber mal untersuchen sollen, welche Hochschulen die meisten Nobelpreisträger hervorbringen. Im Gegensatz zu den Milliardären bringen diese wenigstens der gesamten Gesellschaft einen Nutzen und arbeiten nicht nur zur Vergrößerung ihres Vermögens.Ohne die Erforschung grundlegender Technologien gäbe es heute weder Halbleiter-Technik und damit auch das Internet, noch Kunstdünger oder Dynamit..
yogi65 27.10.2014
4. Bei allem Respekt
aber das ist leider eine weitere überflüssige Statistik. Der gesunde Menschenverstand sagt dem geneigten Leser, dass nicht die besuchte UNI dafür verantwortlich ist zum Milliardär zu avancieren. Vielmehr ist es so, dass die Herkunft aus einem vermögendem Umfeld es den Sprösslingen erlaubt eine dieser sauteuren "Elite"-Anstalten zu beehren. Klar, dass dann der eine oder andere es nicht schafft, das ererbte Vermögen komplett zu verdummen. Bei den echten self-made Milliardären ist die besuchte Schule/Uni völlig irrelevant.
urknallmarinchen@yahoo.de 27.10.2014
5. Verspielt Deutschland seine Zukunft?
Irgendetwas läuft da wohl schief. Elite-Uni in Deutschland - naja, eher Fehlanzeige... Bei der üblichen allgemeinen Schulbildung m.M.n. aber auch kein Wunder. Warum kann man die Jugend heute noch immer nicht ausreichend auf das Leben vorbereiten? Spätestens bei der Steuererklärung oder dem verfassen einer Bewerbung kommt dann das böse Erwachen...
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