Elternalarm an der Uni Mama, steh mir bei

Achim Keller / AKE

Von Mareike Knoke

4. Teil: Dozentin Beck - "Hier ist ein anderes Denken gefragt als in der Schule"


Brinkhoff-Mgenburg/Leuphana Uni

Dr. Karin Beck ist Literaturwissenschaftlerin und Leiterin des Colleges der Leuphana-Universität Lüneburg

"In der Schule geht es um Antworten, an der Uni geht es um Fragen. In der Vergangenheit gab es für diesen Übergang mehrere Semester Zeit zum Umgewöhnen. Jede und jeder musste selber schauen, wie das klappt. Mit der Bachelor-Reform ist das Studium organisierter und strukturierter als vorher. Es fällt vielleicht nicht mehr so schnell auf, dass hier ein ganz anderes Denken und Handeln gefragt ist als in der Schule.

An der Leuphana haben wir deshalb das erste Semester bewusst als Einstieg in das Leben, Denken, Forschen und Lernen an der Uni konzipiert. Mehr als die Hälfte der Module ist fächerübergreifend organisiert. Sie führen sowohl in das wissenschaftliche Arbeiten als auch in die Verantwortung und Anwendung von Wissenschaft ein. Dabei geht es darum, Alltagsdenken zu hinterfragen und zu sehen, worin sich das wissenschaftliche Denken und Arbeiten vom bisher Gekannten unterscheidet. Eine Kombination von großen Lehrveranstaltungen, die einen Einblick geben, und kleinen Seminaren, in denen Projekte bearbeitet und intensive Diskussionen geführt werden, ist dabei grundlegend dafür, dass die Studierenden die Betreuung bekommen, die sie brauchen, um den Übergang zu meistern."

insgesamt 91 Beiträge
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meineidbauer 06.05.2013
1.
Zitat von sysopAchim Keller / AKEFür viele Erwachsene ist das eigene Kind heute ein Projekt und dessen Studium ein Investment. Solche Helikopter-Eltern kreisen weiter über ihren Lieblingen - mit sichtbaren Folgen, wie das Hochschulmagazin "duz" beschreibt: Väter und Mütter werden zur Zielgruppe. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/helikopter-eltern-hochschulen-entdecken-eltern-als-zielgruppe-a-897649.html
Pampers bis zum 25. Lebensjahr halte ich in diesem Fall aber für angemessen. Ist das eine Begleiterscheinung der Bolognese-Reform? Leute, gehts noch :-)
willgence 06.05.2013
2. fehlende Reife
Wie richtige erwähnt fehlen den neuen Studierenden zwei Jahre in Ihrer persönlichen Entwicklung. Die kürzere Schulzeit und die Abschaffung des Wehrdienstes werden daran auch in Zukunft nichts ändern. Aber genau DAS war doch eines der Ziele von G8! Also hilft den Unis da kein Jammern, wenn sie darauf nicht eingestellt sind dann ÄNDERT EUCH!
greentiger 06.05.2013
3. Mir wird richtig übel...
Zitat von sysopAchim Keller / AKEFür viele Erwachsene ist das eigene Kind heute ein Projekt und dessen Studium ein Investment. Solche Helikopter-Eltern kreisen weiter über ihren Lieblingen - mit sichtbaren Folgen, wie das Hochschulmagazin "duz" beschreibt: Väter und Mütter werden zur Zielgruppe. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/helikopter-eltern-hochschulen-entdecken-eltern-als-zielgruppe-a-897649.html
...wenn ich daran denke, dass dies dann die selbständigen Entscheider der Zukunft sein sollen.
ketzer2000 06.05.2013
4. Hey liebe Leute,
Zitat von sysopAchim Keller / AKEFür viele Erwachsene ist das eigene Kind heute ein Projekt und dessen Studium ein Investment. Solche Helikopter-Eltern kreisen weiter über ihren Lieblingen - mit sichtbaren Folgen, wie das Hochschulmagazin "duz" beschreibt: Väter und Mütter werden zur Zielgruppe. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/helikopter-eltern-hochschulen-entdecken-eltern-als-zielgruppe-a-897649.html
das wird doch heute erwartet. Das fängt in den Krabbelgruppen an, im Kindergarten, in der Grundschule und auf dem "Gummi"-nasium - immer wird erwartet, dass die Eltern dabei sind. Jede Schulveranstaltung läuft über die Eltern. Und mit dem G8 ist noch nicht mal sichergestellt, dass der Nachwuchs 18 und voll geschäftsfähig ist. Und dann noch die böse, böse Welt, durch die sich der auf den Sockel gestellte Sprössling durchkämpfen und selbstständig werden muss. Das geht ja nun gar nicht!Schon in der Grundschule werden die Kinder gepampert - und wenn es nicht läuft, sind die Eltern in der Schule - nie und nimmer sind die Kinder es schuld. Weiter geht das Spiel auf der höheren Bildungsanstalt. Kinder als Säuligenheilige haben keine Eigenverantwortung, sondern werden konsequent entmündigt. Ich kann den Jugendlichen und jungen Erwachsenen nur empfehlen, sich zu emanzipieren, um nicht unter die Räder zu kommen
Newspeak 06.05.2013
5. ...
Anstatt die Mündigkeit der Hochschüler zu befördern, regiert auf Seiten der Hochschulen mal wieder der blanke Opportunismus. Die Eltern haben an der Hochschule außer an einem Tag der offenen Tür nichts verloren. Studenten sollen explizit lernen, selbständig zu sein und zu denken. Daß man sich gelegentlich Rat bei seinen Eltern holt, ist ja in Ordnung, daß man sie mit zur Hochschule schleppt eher nicht. Aber da sich dieses Land in jeglicher Hinsicht in einen Bevormundungsstaat verwandelt, ist der Trend nur logisch.
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