Hochschulausgaben Der Geist ist billig

Insgesamt 52,9 Milliarden Mark haben die deutschen Hochschulen 1999 ausgegeben. Die geisteswissenschaftlichen Fächer beanspruchten nur ein Achtel der Ausgaben, obwohl dort 60 Prozent aller Studenten eingeschrieben sind.


Klassische Bücherfächer sind für den Staat günstig, Medizin- und Technikstudium viel teurer
DPA

Klassische Bücherfächer sind für den Staat günstig, Medizin- und Technikstudium viel teurer

Wiesbaden - Die Hochschulen in Deutschland haben 1999 im Vergleich zum Vorjahr 2,6 Prozent mehr ausgegeben. Insgesamt standen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 52,9 Milliarden Mark für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung zur Verfügung. Auf die neuen Länder entfielen knapp 16 Prozent der Ausgaben. Dort war etwa jeder neunte Student eingeschrieben.

Den größten Posten machten die Personalkosten mit einem Anteil von 62 Prozent aus. In Modernisierung und Ausbau investierten die öffentlichen und privaten Hochschulen rund sechs Milliarden Mark, mehr als jede zehnte Mark. Unter den Fächern war die Humanmedizin mit 24 Milliarden Mark mit Abstand am teuersten (45,5 Prozent aller Hochschulausgaben), erwirtschaftete mit knapp 16 Milliarden Mark aber auch den größten Brocken der Einnahmen, vor allem als Entgelt für Krankenbehandlung.

Die Geistes-, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften brauchten dagegen mit rund 7 Milliarden Mark lediglich 12,8 Prozent aller Hochschulausgaben. In dieser Fächergruppe waren sechs von zehn Studierenden eingeschrieben. Deutlich teurer sind die Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Mathematik mit zusammen über 20 Prozent der Ausgaben. Im Durchschnitt aller Fächer entfielen auf jeden im Wintersemester 1999/2000 immatrikulierten Studenten 14.400 Mark.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.