Hochschulfinanzierung Schavan fordert Studiengebühren

In die Dauer-Debatte um Studiengebühren hat sich jetzt auch Annette Schavan eingeschaltet. Dass Gebühren Studieninteressenten abschrecken, glaubt die baden-württembergische Kultusministerin nicht.


Annette Schavan
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Annette Schavan

Für eine umfassende Reform des deutschen Hochschulsystems hat sich Annette Schavan am Montag im DeutschlandRadio Berlin ausgesprochen. Neben Studiengebühren forderte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz auch eine praxisnähere Ausbildung an den Universitäten. Studiengebühren schreckten Abiturienten nicht von einem Studium ab, sagte die baden-württembergische Kultusministerin. Dies zeige auch der jüngste OECD-Bildungsbericht.

Die CDU-Politikerin bezeichnete es als illusorisch, dass die notwendigen Investitionen in das Bildungssystem ausschließlich aus öffentlichen Mitteln kommen könnten. "Wir haben immer so getan, als dürften keine neuen Finanzquellen eröffnet werden, die letztlich auch zu Verbesserungen des Lehrangebots führen können", sagte Schavan.

Nach Ansicht Schavans muss das Studium außerdem einen engeren Bezug zum späteren Beruf haben. Angesichts der im internationalen Vergleich niedrigen Zahl der Studienanfänger in Deutschland hält sie eine Reform der Studiengänge für dringend notwendig. "Es ist schon so, dass wir uns bei wirklich gravierenden Veränderungen im Bildungswesen schwer tun."

Schavan forderte eine Ausdifferenzierung der Studiengänge, durch die das Studium näher an die berufliche Praxis gebracht werden müsse: "Die Länge des Studiums ergibt sich oft schon daraus, dass jemand nicht weiß, wohin es denn genau beruflich gehen soll." Die Hochschulen dürften nicht den Eindruck vermitteln, sie seien hauptsächlich für zukünftige Wissenschaftler da, denn "das ist nur ein kleiner Prozentsatz".



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