Imam-Ausbildung Uni Frankfurt startet Studiengang für Islam-Gelehrte

Auch an der Uni Frankfurt werden künftig islamische Religionsgelehrte ausgebildet. Frankfurt ist allerdings kein vom Bund gefördertes islamisches Lehrzentrum. Die Uni will mit 100 Bachelor-Studenten starten und sieht sich als Pionier in der Imam-Ausbildung.

Ein Mann liest den Koran: "Konzept zielgerichtet umsetzen"
DDP

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Frankfurt am Main - Mit mehr als 100 Studenten hat die Frankfurter Goethe-Universität am Donnerstag den Bachelor-Studiengang "Islamische Studien" gestartet. Neben den mit Bundesmitteln geförderten Zentren in Münster, Tübingen und Osnabrück und an den Unis in Marburg und Gießen ist es nun eine weitere Hochschule, die islamische Theologen ausbildet.

Ömer Özsoy, Direktor des neuen Instituts für Studien der Kultur und Religion des Islam, sagte, "mit diesen Angeboten sei einem wissenschaftlichen Umgang mit dem Islam aus der Binnenperspektive die Tür geöffnet" worden. Die Uni Frankfurt sehe sich als Pionierstandort beim Aufbau einer an den Empfehlungen des Wissenschaftsrats ausgerichteten Ausbildung, teilte die Universität mit. An der Goethe-Universität gibt es bereits zwei ähnlich gelagerte Studiengänge, Islamische Religionswissenschaft und den Teilstudiengang Islamische Religion.

Seit gut einer Woche fördert die Bundesregierung drei Zentren für islamische Studien: an den Universitäten in Tübingen, Münster und Osnabrück. Für fünf Jahre werden die drei Standorte nun mit bis zu vier Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert. Mit dem Geld sollen Forscher, Mitarbeiter und Nachwuchskräfte bezahlt werden.

Bei der bundesweiten Förderrunde für die Finanzierung von Zentren für Islamische Studien hatte sich Frankfurt auf Anraten des Wissenschaftsministeriums in Wiesbaden nicht beworben. Die vom Land unterstützte gemeinsame Bewerbung der Universitäten Gießen und Marburg war erfolglos geblieben.

Die hessischen Unis hatten betont, am Zentrenkonzept des Landes Hessen festhalten zu wollen, auch wenn sie es in der ersten Antragsrunde für die Bundesförderung nicht geschafft hatten. "Trotz anfänglicher Enttäuschung wollen wir unser überzeugendes Konzept mit Hilfe des Landes zielgerichtet umsetzen", sagte die Präsidentin der Uni Marburg Katharina Krause.

Die Universität Erlangen, die sich ebenfalls beworben hatte, wurde zwar lobend von den Sachverständigen erwähnt, solle sich aber in der nächsten Auswahlrunde im März erneut bewerben, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU).

Derzeit sprechen viele der fast 2000 Imame, die hierzulande predigen, kaum Deutsch. Sie bleiben oft nur wenige Jahre im Land und kehren dann in ihre Heimat zurück. In Osnabrück ist die Ausbildung in Blockseminaren bereits gestartet, jedoch mit bislang nur 30 Plätzen. Beworben hatten sich fast hundert Imame und religiöse Betreuer.

fro/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
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b-und-w 21.10.2010
1. Abwarten ...
Es bleibt zu hoffen, dass die in Deutschland ausgebildeten Islam-Gelehrten in den Moscheen auch eine Beschäftigung finden. Leider gibt es bereits heute Hinweise, dass diese häufig keine adäquate Beschäftigung finden und in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Der DITIB, deutscher Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet, wird mit Sicherheit kein Interesse haben, dass seine Ziele unterlaufen werden und seinen Einfluss in den islamischen Gemeinden und Moscheen geltend machen. Wenn uns im Westen ausgebildete Islam-Gelehrte wichtig sind, muss mit einer steigenden Absolventenzahl die Einreise von DITIB-gesteuerten Imamen aus der Türkei konsequent unterbunden werden. Vielleicht brauchen wir hierzu künftig die Vorrangprüfung, die aktuell nach Meinung einiger Politikerinnen und Politikern im Rahmen der Zuwanderungserleichterung für Fachkräfte abgeschafft werden soll.
Transmitter, 21.10.2010
2. Unverständnis
Zitat von sysopAuch an der Uni Frankfurt werden künftig islamische Religionsgelehrte ausgebildet. Frankfurt ist allerdings kein vom Bund gefördertes islamisches Lehrzentrum. Die Uni will mit 100 Bachelor-Studenten starten und sieht sich als Pionier in der Imam-Ausbildung. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,724524,00.html
Warum begreifen in diesem kaputten, jenseits aller Vernunft und Logik driftenden Land eigentlich nur so wenige Berufspolitiker oder Gefälligkeitsjournalisten, dass in Deutschland ausgebildete "Islam-Bachelors" in der islamischen Welt nichts, aber auch gar nichts wert sind? Die werden überhaupt nicht ernst genommen und bekommen keinen Job in muslimischen Gemeinden. Noch nicht einmal in den "moderneren" bzw. "toleranteren" Moschee-Vereinen der türkischen Religionsbehörde. Selbst als als Moschee-Hausmeister werden die nicht beschäftigt. Ich bin manchmal fassungslos ob der Dummheit, Ignoranz und Borniertheit der hiesigen politischen Klasse und ihrer Gefälligkeitsmedien. Die tun wirklich alles, um den anstehenden Super-GAU zu maximieren. Furchtbar!
ostrakon 21.10.2010
3. Prophet
Zitat von TransmitterWarum begreifen in diesem kaputten, jenseits aller Vernunft und Logik driftenden Land eigentlich nur so wenige Berufspolitiker oder Gefälligkeitsjournalisten, dass in Deutschland ausgebildete "Islam-Bachelors" in der islamischen Welt nichts, aber auch gar nichts wert sind? Die werden überhaupt nicht ernst genommen und bekommen keinen Job in muslimischen Gemeinden. Noch nicht einmal in den "moderneren" bzw. "toleranteren" Moschee-Vereinen der türkischen Religionsbehörde. Selbst als als Moschee-Hausmeister werden die nicht beschäftigt. Ich bin manchmal fassungslos ob der Dummheit, Ignoranz und Borniertheit der hiesigen politischen Klasse und ihrer Gefälligkeitsmedien. Die tun wirklich alles, um den anstehenden Super-GAU zu maximieren. Furchtbar!
Woher wollen Sie das eigentlich so genau wissen? Woher wollen Sie wissen, dass nicht zum Beispiel in Deutschland verortete (bzw. längst eingebürgerte) junge, moderne Moslems (doch, doch, die gibt es) lieber zu einem solchen Imam in die Moschee gehen würden? Vom islamischen Religionsunterricht für deren Kinder ganz zu schweigen. Da gibt es bestimmt genug Jobs für die Universitäts-Imame. Denken Sie doch mal darüber nach.
Marbot, 22.10.2010
4. Studiengang? Welche Richtung?
Zitat von TransmitterWarum begreifen in diesem kaputten, jenseits aller Vernunft und Logik driftenden Land eigentlich nur so wenige Berufspolitiker oder Gefälligkeitsjournalisten, dass in Deutschland ausgebildete "Islam-Bachelors" in der islamischen Welt nichts, aber auch gar nichts wert sind? Die werden überhaupt nicht ernst genommen und bekommen keinen Job in muslimischen Gemeinden. Noch nicht einmal in den "moderneren" bzw. "toleranteren" Moschee-Vereinen der türkischen Religionsbehörde. Selbst als als Moschee-Hausmeister werden die nicht beschäftigt. Ich bin manchmal fassungslos ob der Dummheit, Ignoranz und Borniertheit der hiesigen politischen Klasse und ihrer Gefälligkeitsmedien. Die tun wirklich alles, um den anstehenden Super-GAU zu maximieren. Furchtbar!
In Österreich gibt es seit fast 30 Jahren islamischen Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen. Und genau so lange wird über einen einheitlichen und verbindlichen Lehrplan gestritten. Auch die Gründung einer nationalen Akademie zur Aus- und Fortbildung dieser Lehrer hat keinen Fortschritt gebracht, sondern die Debatte verschärft. Von den zuständigen Beteiligten ist nämlich jeder einzelne davon überzeugt, dass nur er den wahren Islam vertrete und die anderen nicht befugt sind, darüber zu entscheiden. Die Politik steht daneben und mischt sich (begreiflicherweise) nicht ein, denn wer könnte denn hier entscheiden, was richtig und was falsch ist? Es gibt keinen "Vatikan" und keinen "Bischof", der für alle sprechen und den man um Rat fragen könnte. Die verschiedenen Glaubensrichtungen bekämpfen einander ergebnisoffen. Wird man dieses Problem bei einer Imam-Ausbildung lösen? Ich kann es mir nicht vorstellen.
rama-6 22.10.2010
5. Gebe Ihnen Recht.
Zitat von TransmitterWarum begreifen in diesem kaputten, jenseits aller Vernunft und Logik driftenden Land eigentlich nur so wenige Berufspolitiker oder Gefälligkeitsjournalisten, dass in Deutschland ausgebildete "Islam-Bachelors" in der islamischen Welt nichts, aber auch gar nichts wert sind? Die werden überhaupt nicht ernst genommen und bekommen keinen Job in muslimischen Gemeinden. Noch nicht einmal in den "moderneren" bzw. "toleranteren" Moschee-Vereinen der türkischen Religionsbehörde. Selbst als als Moschee-Hausmeister werden die nicht beschäftigt. Ich bin manchmal fassungslos ob der Dummheit, Ignoranz und Borniertheit der hiesigen politischen Klasse und ihrer Gefälligkeitsmedien. Die tun wirklich alles, um den anstehenden Super-GAU zu maximieren. Furchtbar!
Gebe Ihnen Recht.Das wird nichts. Dafür müßten die Gesetze geändert werden,das wird aber nicht geschehen. Habe hier in Thailand im Fernsehen die DW Asien,am 14.Okt.2010 hat Frau Schavan verkündet,2000 Imane an deutschen Universitäten ausbilden zu lassen.Im gleichen Abspann kam die Antwort von Herrn Kolat auf die Ankündigung. Er sagte wörtlich,"sollte Deutschland Imane an den Universitäten ausbilden,müßte sich im Gegenzug die Türkei überlegen,keine Christlichen Prister mehr in die Türkei einreisen lassen" Habe diese Meldung in keinem deutschen Medium gefunden. Ist schon Eigenartig? Anfrage an die DITIB,wie diese Aussage von Kolat zu werten ist,da die DITIB in Deutschland doch Zuständig ist für die Imane aus der Türkei? Von der DIBIT keine Antwort,auch kein Demetie zu dieser Erklärung.
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