Kampf der Müdigkeit Schlaftipps für Schlaffis

Die Hausarbeit wurde einfach nicht fertig, die Party war zu gut: Studenten machen immer wieder mal Nächte durch. Wie ungesund ist Schlafmangel wirklich, und ab welcher Dosis Schlummerentzug wird es kritisch? Schlafforscher-Hinweise für unausgeschlafene Uni-Besucher.

Müde unter Mitstudenten: Steh auf, wenn du auf den Campus musst
Corbis

Müde unter Mitstudenten: Steh auf, wenn du auf den Campus musst


Am Anfang des Abends galt noch der gute Vorsatz: Heute mache ich mal nicht so lange. Doch dann folgte das erste Bier, wummernde Bässe im Bauch, Gelächter und Gehüpf. Letztlich wird es spät, wie so oft. Am Morgen schrillt der Wecker, Pflichtseminar um neun Uhr. Das Bett muss dem Vorlesungssaal weichen.

Situationen wie diese kennt fast jeder Student. Und nicht immer ist das großartigste Fest der Stadt schuld daran. Verschwitzte Abgabetermine, zu viel Lernstoff vor der Klausur, nur noch das nächste Level schaffen - die Liste der guten Gründe, warum man mit einer Tasse Heißgetränk am Schreibtisch hocken blieb, ist lang.

Doch wie lang kann der Körper tatsächlich mit Schlafmangel umgehen? Ein Schlafforscher weiß Rat:

  • Die erste Nacht schlecht geschlafen

Gute Nachrichten für Gelegenheits-Feierer - eine unruhige Nacht kann sich sogar positiv auswirken. "Nach einer Nacht mit schlechtem Schlaf ist man am nächsten Morgen nicht müder, sondern wacher und fitter", sagt Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Psychiatrischen Universitätsklinik Regensburg.

Mündliche Prüfungen können sogar besser laufen: Bei Schlafmangel drehen manche erst richtig auf. Vermeiden sollte man jedoch lange schriftliche Prüfungen oder gar langweilige Seminarvorträge. Sobald es monoton wird, kommt schlagartig die Müdigkeit zurück. Nach zwei Erholungsnächten ist alles wieder beim Alten.

  • Ein paar Nächte durchgemacht

Wer seinem Körper länger keinen Ruhe gönnt, schindet ihn wesentlich mehr, dann ist auch von mündlichen Prüfungen abzuraten. Das Gedächtnis leidet, die einfachsten Dinge fallen einem nicht mehr ein. Auch die Aufmerksamkeit lässt nach: Kaum wird es monoton, droht der Körper eigenmächtig wegzuschlummern. Gelassene Studenten werden reizbar und Entscheidungen aus dem Bauch heraus sind nicht mehr möglich.

Nach einer Woche mit wenig Schlaf verschlimmert sich der Zustand weiter. Dann drohen Hektik und Nervosität. Doch keine Angst: "Selbst eine Woche schlechter Schlaf lassen sich an einem Wochenende größtenteils kompensieren", sagt Zulley.

  • Mehrere Wochen zu spät ins Bett

Nicht immer ist Feierwut der Grund für zu wenig Schlaf. Vielmehr können auch durchgearbeitete Nächte dahinter stecken, wenn der Termin der Abschlussarbeit näher rückt oder der Lebensunterhalt in der Bar nebenan verdient werden muss. Die Folge: chronischer Schlafmangel. Wird zu wenig Schlaf zum Dauerzustand, drohen unangenehme Einschränkungen, die Leistungsfähigkeit leidet. Langzeitdurchmacher drohen an Frühdiabetes zu erkranken, ihr Immunsystem wird schwächer, sie leiden etwa dreimal häufiger unter Schnupfen. Hinzu kommt ein hohes Depressionsrisiko - und ist die Depression erst da, verschlechtert sich die Aussicht auf Schlaf weiter.

Wer über Wochen zu weit gegangen ist, sollte sich unbedingt hinlegen. Denn schon eine lange, geruhsame Nacht verbessert das Körpergefühl wieder. Um die Akkus wieder ganz aufzuladen, braucht es allerdings zwei bis drei Wochen guten Schlaf.

Und wie sieht die ideale Bettruhe aus? Dafür gebe es kein Patentrezept, sagt Zulley. "Es gibt riesige Unterschiede." Im Durchschnitt schläft der Deutsche laut einer Studie der Universität Regensburg knapp sieben Stunden, fünf oder neun Stunden Schlaf sind aber auch vollkommen normal.

Entscheidend ist das Körpergefühl am nächsten Tag: Wer sich fit fühlt und aufgeweckt durch den Tag kommt, hat genau richtig geschlafen. Länger im Bett bleiben als nötig, bringt übrigens keine weiteren Vorteile. Eine Ausrede, bis nachmittags mit den Kissen zu kuscheln, bietet die Schlafmedizin also nicht - leider!

Zusammengestellt von Irene Berres

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insgesamt 2 Beiträge
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Morrigana 10.03.2011
1. Nicht nur Studenten leiden an Schlafmangel
das ganze könnte man auch auf pflegende Angehörige münzen. Die Symptome bei chronischen Schlafmangel kann ich nur bestätigen - soweit ich mich z.Zt. überhaupt erinnern kann Ich habe vor kurzem 4 Wochen "Urlaub" gehabt und fühle mich immer noch nicht erholt!
timosan 10.03.2011
2. Und nun?
Kann mir jemand erklären, was die Quintessenz dieses Artikels ist? Es hört sich für mich irgendwie wie ein in die Länge gezogenes "Wenn Du zu lange nicht schläfst, dann leg Dich mal lieber schlafen" an. Oder habe ich wirklich wichtige Informationen verpasst?
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