Justizministerin Barley NS-Vergangenheit soll Pflichtstoff für Jurastudenten werden

Damit sie aus den dunklen Kapiteln unserer Vergangenheit lernen: Künftig soll die Zeit des Nationalsozialismus Teil der Juristenausbildung werden, fordert Justizministerin Katarina Barley.

Katarina Barley
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Katarina Barley


Das Interesse vieler Studierender an der nationalsozialistischen Vergangenheit sei hoch, das Wissen aber oft gering, sagt Justizministerin Katarina Barley (SPD) - und fordert deshalb an, die Auseinandersetzung mit dem Justizunrecht des 20. Jahrhunderts zum Pflichtstoff im Jurastudium zu machen.

Union und SPD hatten sich schon in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, das historische Bewusstsein junger Juristen bei diesem Thema zu schärfen, "um aus den dunklen Kapiteln unserer Vergangenheit lernen zu können", wie es in dem Dokument heißt.

Nazis im Justizministerium

Bis in die Siebzigerjahre hinein war mehr als jede zweite Führungskraft des Justizministeriums zuvor Mitglied der NSDAP, wie eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte. Wie genau die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit in die Studienordnung für Juristen aufgenommen werden soll, ist unklar.

In den vergangenen Jahren hatte der Zentralrat der Juden wiederholt gefordert, Schüler dazu zu verpflichten, KZ-Gedenkstätten zu besuchen. In einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr wussten vier von zehn Schülern ab 14 Jahren nicht, dass Auschwitz-Birkenau ein Konzentrations- und Vernichtungslager war.

koe/dpa



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