1700-Zoll-Bildschirm Kieler Studenten spielen "Tetris" auf Uni-Hochhaus

43 Meter Bildschirmdiagonale, 1700 Zoll: Studenten aus Kiel haben ein Hochhaus ihrer Uni in eine riesige Mattscheibe verwandelt. Auf der Fassade wird nun "Tetris" und "Breakout" gespielt.

Ein Hochhaus als 1700-Zoll-Bildschirm
DPA

Ein Hochhaus als 1700-Zoll-Bildschirm


Sie brachten 56.448 LEDs in 392 Fenstern an: Studenten der Kieler Christian-Albrechts-Universität haben das Hochhaus ihrer Uni in einen Riesenbildschirm mit einer Diagonale von gut 43 Metern umgebaut - und spielen jetzt darauf "Tetris" und "Breakout".

"Das ist keine reine Spielerei, damit ist auch ernsthafte Forschung möglich", sagt Jonas Lutz, der das Projekt zusammen mit drei anderen Informatikern realisiert hat. Denkbar seien beispielsweise Arbeiten zum Thema optische Kommunikation. "Auf uns sind bereits Professoren mit Ideen zugekommen." Bis zum Ende des Sommersemesters soll das "Projekt Lighthouse" deshalb auf jeden Fall weitergehen.

In den 14 Stockwerken des Gebäudes mit jeweils 28 Fenstern haben die jungen Wissenschaftler Aluminiumleisten mit den Leuchtdioden angebracht. In ihnen steckt ein nicht mal fingernagelgroßer Computer. Zusammengeschaltet ergeben sie eine Riesenspielkonsole. Leiste und Technik sind Spezialanfertigungen, 30.000 Euro hat die Installation gekostet. "Wir gehen von mehr als 5000 Arbeitsstunden insgesamt aus", sagt Lutz.

Der 23-Jährige hatte vor zwei Jahren anlässlich eines Wettbewerbs zum 350-jährigen Bestehen der Hochschule die Idee zu der Installation. Schnell stellte er aber fest, dass sich dies mit den ausgelobten 2500 Euro nicht realisieren lassen würde. "Deshalb habe ich letztlich gar nicht teilgenommen", sagt er. Die Idee an sich lebte aber weiter und verbreitete sich per Mundpropaganda auf dem Campus. "Irgendwann bekam die Pressestelle das mit", sagt Lutz. Und dort waren sie davon so begeistert, dass sie Sponsoren suchten.

Im November schalteten die Studenten ihre Lichtkunst an der Uni-Fassade das erste Mal an, für einen Countdown zum Olympia-Entscheid in Kiel und Hamburg. Seit März spielen die Studenten nun Spieleklassiker.

"Die Stromkosten für eine Stunde 'Tetris' liegen im niedrigen Cent-Bereich", sagt Lutz. Selbst bei maximaler Helligkeit - wenn alle 56.448 LEDs weiß leuchten - betragen die Stromkosten keine drei Euro. Noch können die "Tetris"-Klötzchen nur mit einem Notebook dirigiert werden, doch die Informatiker wollen Gamepads bereitstellen, damit künftig noch mehr Menschen zocken können.

Das in den Achtzigerjahren von dem russischen Programmierer Alexei Paschitnow erfundene "Tetris" haben die Kieler eigens für ihre Installation neu programmiert. Aber nur einer der vier hat eigene Erinnerungen an den damaligen Hype um das Spiel, den Nintendos Gameboy ausgelöst hatte. "Ich habe im Kaufhaus stundenlang angestanden, um es mal spielen zu können", erinnert sich der 35 Jahre alte Chris Kulessa. Der mobilen Spielkonsole lag seinerzeit eine "Tetris"-Version bei.

Privat haben die Studenten zwar allesamt mindestens eine Spielkonsole zu Hause, Hardcore-Gamer sei aber keiner von ihnen. "Dafür habe ich schlicht keine Zeit", sagt Lutz.

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vet/dpa



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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
noalk 30.03.2016
1. Wenn ich richtig gezählt habe, ...
... hat jedes Stockwerk 29 Fenster, nicht 28.
abryx 30.03.2016
2. Keine neue Idee!
Siehe Projekt "Blinkenlights" des CCC mit erfolgreichen Installationen in Berlin und Frankreich http://blinkenlights.net/
dreckfuhlerteufel 30.03.2016
3. 28
Es sind 28 Fenster, besser erkennbar bei Vollbeleuchtung einer Breitseite, guckst Du https://i.ytimg.com/vi/NfzXcrvQU7Q/mqdefault.jpg
Mertrager 30.03.2016
4. Geil wäre das gewesen
wenn sie das einfach mit dem Lichtschalter hinbekommen hätten. Da wäre eine interessante Informationsübermittlungs-Struktur notwendig. Mit AN und AUS hinbekommen hätten. Mit so viel Technik ist das ja fast ordinär.
MrSnoot 01.04.2016
5.
---Zitat--- Der 23-Jährige hatte vor zwei Jahren anlässlich eines Wettbewerbs zum 350-jährigen Bestehen der Hochschule die Idee zu der Installation. ---Zitatende--- Oder er hat sich (unbewusst) an ähnliche Installation erinnert, die man schon vor Jahren im Internet sehen konnte.
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