Klage vor EuGH Waldorfschulen wollen eigenes Abitur

Der Bund der Freien Waldorfschulen in Stuttgart erwägt nach Information des SPIEGEL eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, um eine europaweite Gleichstellung des Waldorfabschlusses mit dem Abitur zu erreichen.


Bisher bereiten sich deutsche Waldorfschüler, welche die staatlich anerkannte Hochschulreife erlangen wollen, nach zwölf Schuljahren ein Jahr lang auf das Abitur vor, das von externen Prüfern abgenommen wird. Dass schwedische Waldorfschüler ohne diese externe Prüfung an dortigen Universitäten, aber auch an deutschen Hochschulen studieren dürfen, verstößt nach Einschätzung von Rechtsexperten des Bundes der Freien Waldorfschulen gegen das so genannte Diskriminierungsverbot.

Die 187 deutschen Waldorfschulen verzeichnen für das neue Schuljahr einen Nachfrageboom wie nie zuvor. Um ein Drittel, mancherorts sogar um die Hälfte stieg die Zahl der Anmeldungen für die Privatschule, für die Eltern einen Monatsbeitrag von durchschnittlich 125 Euro pro Kind zahlen müssen. Bundesweit wollen Eltern weitere 20 Schulen gründen. Erziehungswissenschaftler wie der Hamburger Pädagoge Peter Struck führen den Boom auf die Pisa-Vergleichsstudie zurück. In skandinavischen Schulen, den europäischen Spitzenreitern der Studie, werde, so Struck, nach Prinzipien unterrichtet, "die Waldorf seit 80 Jahren praktiziert".



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