Klagelied der Jungschauspieler Vergesst den Applaus, wir brauchen Geld!

Von Alexander Linden

3. Teil: "Ich hoffe, dass ich nie zum Amt gehen muss" - Marlon Kittel, 26, Schauspieler und Hörbuchsprecher


Deutlich weniger und immer billigere Produktionen: Marlon, 26, träumt von der Bühne
Isis Lutz

Deutlich weniger und immer billigere Produktionen: Marlon, 26, träumt von der Bühne

Die Wirtschaftskrise hat ihre Spuren auch in der Filmindustrie hinterlassen. Budgets werden stark gekürzt, Produzenten angehalten, die Zahl der Drehtage zu verringern. Das bedeutet für die Schauspieler teils herbe Gagenverluste.

Drastisch bekam das auch der Nachwuchsmime Marlon Kittel, 26, zu spüren, der ursprünglich mal Kunstturner werden wollte. Marlon begann als Stuntman in TV-Serien und wurde durch die Rolle des schwulen Verführers von Robert Stadlober in dem Kinoerfolg "Sommersturm" (2004) bekannt.

Von Anfang an setzte Marlon auf ein zweites Einkommen und spricht auch Hörspiele. Doch selbst das reicht seit kurzem nicht mehr. "Ich weiß auch nicht", sagt der Berliner, "im vergangenen Jahr kamen mehr Anfragen". Doch momentan gehe irgendwie kaum noch was. "Es wird deutlich weniger und immer billiger produziert." Marlon jobbt seit vier Monaten nebenher in einem Berliner Beachclub, anders geht es nicht mehr. "Ist doch besser, als dem Staat auf der Tasche zu liegen", sagt er trotzig und bekennt: "Ich hoffe, dass ich nie zum Amt gehen muss."

Er wünscht sich, im Theater auf der großen Bühne vor Publikum spielen zu dürfen. Das wäre ein Traum für ihn. Doch da muss er wohl noch etwas an seinem Talent feilen, glaubt er. Dagegen steht eine andere Entscheidung für ihn fest: "Und wenn ich im Beachclub Doppelschichten schieben muss - in einer Daily Soap werde ich, wenn es eben geht, nicht mitspielen."



insgesamt 152 Beiträge
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iosono3 14.10.2010
1. wie sand am meer
es gibt einfach zu viele davon und jeder kann schauspieler werden-nicht beim theater aber sonst....... ausserem braucht unsere gesellschaft mehr ''vordenker'' statt ''nach-quatscher''.
wkaiser, 14.10.2010
2. ....
Zitat von sysopAngst vor der Pleite, dubiose Angebote, dauernde Unsicherheit: Von ihrem Beruf können Jungschauspieler kaum leben. Auf SPIEGEL ONLINE berichten sechs Darsteller von Dumping-Gagen, Anzüglichkeiten und dem ewigen Kampf um die nächste Rolle. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,723127,00.html
Das ist ja nun nichts Neues, sondern war schon immer so.... Wer sich so einen potentiell brotlosen Beruf aussucht, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Zudem gibt es auch eine ganze Reihe von Jungschauspielern, die anscheinend gut von ihrem Beruf Leben können. Es ist nun mal überall so: man bekommt nicht das gezahlt, was man zum Leben braucht, sondern das, was jemand bereit ist, für eine Leistung zu zahlen. Anscheinend gibt es zu viele Schauspieler, sonst wären die Gagen höher. Was soll also das Gejammer?
Wolfgang Jung 14.10.2010
3. Feuerschlucker
Zitat von sysopAngst vor der Pleite, dubiose Angebote, dauernde Unsicherheit: Von ihrem Beruf können Jungschauspieler kaum leben. Auf SPIEGEL ONLINE berichten sechs Darsteller von Dumping-Gagen, Anzüglichkeiten und dem ewigen Kampf um die nächste Rolle. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,723127,00.html
Wieviele Schauspieler, Mediengestalter, Sozialpädagogen, Kunsthistoriker und Feuerschlucker gibt es eigentlich in Deutschland? Oder andersherum gefragt: Wieviele Arbeitnehmer in diesem Land haben noch einen "normalen Arbeitsvertrag" mit "gleichbleibendem Netto-X" am Monatende? Deutschland hat 82 Millionen Einwohner. Kennt jemand zufällig die Zahl dieser spezifischen Art von Arbeitnehmern?
juergw. 14.10.2010
4. Sehe ich auch so...
Zitat von wkaiserDas ist ja nun nichts Neues, sondern war schon immer so.... Wer sich so einen potentiell brotlosen Beruf aussucht, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Zudem gibt es auch eine ganze Reihe von Jungschauspielern, die anscheinend gut von ihrem Beruf Leben können. Es ist nun mal überall so: man bekommt nicht das gezahlt, was man zum Leben braucht, sondern das, was jemand bereit ist, für eine Leistung zu zahlen. Anscheinend gibt es zu viele Schauspieler, sonst wären die Gagen höher. Was soll also das Gejammer?
Und wenn denn einer mal richtig Geld verdient ,drehen die Künstler durch und enden im Drogendesaster. Auf der einen Seite sieht man immer die gleichen Gestalten in den Fersehfilmen bei ARD und ZDF !Öde ,da spielen dann 70zigjährige feurige Liebhaber.Traumschiffkapitän wird man mit 80zig Jahren etc. Jeder der in der Seifenoper mitspielt hofft auf den Oskar!
dasky 14.10.2010
5. Ferkelei
....stöhn...ich mache alles (http://www.youtube.com/watch?v=PEZMtXcsOcg)....bei den Preisverleihungen schaut dann sogar Frau Ferkel (https://www.titanic-magazin.de/shop/images/default_shop/Aufkleb-Merkelferkel_PK.jpg) voll Begeisterung, Respekt und Anerkennung zu ....
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