Kostenlose Rechtsberatung Die drei §§§

Eine schlechte Note, eine Studienplatz-Absage: Klagen kann man gegen so ziemlich alles, nur leider kostet beim Anwalt schon fragen etwas. Drei Kölner Jura-Studenten bieten Rechtsberatung gratis an. Weil die Nachfrage gewaltig ist, mussten sie ihr Netzwerk schon um 90 Nachwuchskollegen erweitern.

Jura-Studenten mit Ehrenamt: Benjamin Fadavian, Georg Dietlein, Arwin Fathi

Jura-Studenten mit Ehrenamt: Benjamin Fadavian, Georg Dietlein, Arwin Fathi


Zoff mit dem Vermieter? Ärger mit dem Prof? Ab und zu würde man da ja gern einen Anwalt einschalten, aber leider hat das seinen Preis. Meistens zumindest.

Die drei Kölner Jura-Studenten Georg Dietlein, 20, Arwin Fathi, 24, und Benjamin Fadavian, 22, beraten kostenlos. Sie haben die "Student Litigators" gegründet, die nach eigener Angabe "erste studentische Rechtsberatungsgesellschaft in Deutschland". Die Jungjuristen beraten Kommilitonen ebenso wie den Rentner, der knapp bei Kasse ist. Bedingung: Der Streitwert darf nicht über 1000 Euro liegen.

Die Nachfrage ist groß, knapp anderthalb Jahre nach Start des Projekts flattern den Kölner Nachwuchsanwälten jeden Tag zwei bis drei neue Fälle aus dem gesamten Bundesgebiet auf den Tisch - es geht zum Beispiel um Ärger mit Telefongesellschaften, Wohnungseigentümern oder Versicherungen.

Um alles bearbeiten zu können, helfen mittlerweile rund 90 weitere Jura-Studenten aus ganz Deutschland mit. Zudem stehen den Pro-bono-Beratern fünf erfahrene Rechtsanwälte zur Seite. Mitgründer Dietlein beobachtet vor allem bei Studenten ein wachsendes Rechtsbewusstsein: "Dinge, die als unpassend empfunden werden, geht man auch an", sagt er. Die meisten Probleme werden am Ende übrigens außergerichtlich geklärt - wie im echten Juristen-Leben.

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insgesamt 93 Beiträge
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karlsiegfried 16.03.2013
1. Tolle Leistung
Weiter so. Die Kollegen im Amt sehen das bestimmt nicht gerne.
frank2013 16.03.2013
2. Rechtsberatungsgesetz
Mal sehen, was das Rechtsberatungsgesetz und die Anwaltskammer dazu sagt. Demnächst werden Medizinstudenten Billigoperationen unter 1000 Euro machen.
M. C. F. 16.03.2013
3. Nicht wirklich was Neues,
Zitat von sysopEine schlechte Note, eine Studienplatz-Absage: Klagen kann man gegen so ziemlich alles, nur leider kostet beim Anwalt schon fragen etwas. Drei Kölner Jura-Studenten bieten Rechtsberatung gratis an. Weil die Nachfrage gewaltig ist, mussten sie ihr Netzwerk schon um 90 Nachwuchskollegen erweitern. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/kostenloser-anwalt-studenten-haben-rechtsberatung-aufgebaut-a-888975.html
In den Anglo Amerikanischen Rechtsordnungen schon lange usus, dass innerhalb einer Universität die Studenten für besonderst hoffnungslose Fälle Rechtsgutachten erstellen. Anbei der wohl maßgebliche Paragraf Rechtsdienstleistungsgesetz § 6 Unentgeltliche Rechtsdienstleistungen (1) Erlaubt sind Rechtsdienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit einer entgeltlichen Tätigkeit stehen (unentgeltliche Rechtsdienstleistungen). (2) Wer unentgeltliche Rechtsdienstleistungen außerhalb familiärer, nachbarschaftlicher oder ähnlich enger persönlicher Beziehungen erbringt, muss sicherstellen, dass die Rechtsdienstleistung durch eine Person, der die entgeltliche Erbringung dieser Rechtsdienstleistung erlaubt ist, durch eine Person mit Befähigung zum Richteramt oder unter Anleitung einer solchen Person erfolgt. Anleitung erfordert eine an Umfang und Inhalt der zu erbringenden Rechtsdienstleistungen ausgerichtete Einweisung und Fortbildung sowie eine Mitwirkung bei der Erbringung der Rechtsdienstleistung, soweit dies im Einzelfall erforderlich ist. Also ohne Anleitung eines Professors, der im Artikel wohl hoffentlich unterschlagen wurde, wird das ein sehr kurzer Spass mit der Rechtsberatung werden. ;) Ob das gerecht ist lasse mich mal offen.
schmid007 16.03.2013
4. Die Kammern lauern schon
Mal sehen, wie lange das gut geht. Ich tippe auf 6 bis 12 Monate, dann wird dem Spuk durch die Rechtsanwaltskammern ein Ende bereitet. Könnte ja jeder kommen ...
tuscreen 16.03.2013
5. optional
Ähem..... dürfen Jurastudenten überhaupt mal eben nebenher rechtsberaten? Das unterliegt doch recht strengen gesetzlichen Regelungen, wer das darf, oder nicht? Und wie sieht es mit der Haftung bei Falschberatung aus?
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