Hilfe vom WG-Psychologen Meine Mitbewohnerin drangsaliert meine Katze

Nein, ich habe keine Probleme mit Katzen. Das hat die neue Mitbewohnerin behauptet, als sie sich um das Zimmer bewarb. Doch jetzt fürchtet sie sich plötzlich vor dem Tier, sperrt es ein oder lässt es in den Hausflur entwischen. Was tun? WG-Psychologe Ludger Büter verrät es in seiner Sprechstunde.

Katze (Archivbild): Ständig gibt es Probleme zwischen Mitbewohnerin und Tier
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Katze (Archivbild): Ständig gibt es Probleme zwischen Mitbewohnerin und Tier


Wohngemeinschaften sind eine tolle Erfindung. Das einzig Lästige sind die Mitbewohner. Sie spülen nicht ab, leeren fremde Nutella-Gläser, haben lauten Sex und noch lautere Musikanlagen. Was tun?

WG-Krach ist für Ludger Büter Alltag. Der 59-jährige Psychologe schlichtet im Auftrag des Kölner Studentenwerks Konflikte in Wohngemeinschaften. Auf dieser Seite lindert er den WG-Kummer der UniSPIEGEL-Leser. Schreibt uns, was euch in den Wohnwahnsinn treibt (wg-kummer@spiegel.de).

Eleni schreibt:

Vor einiger Zeit ist meine alte Mitbewohnerin ausgezogen, mit der ich super klarkam, und es ist eine Spanierin eingezogen. Wir stehen beide als Hauptmieter im Mietvertrag. Ich habe eine Katze. Meine neue Mitbewohnerin hat sich die Wohnung dreimal angeschaut, bevor sie hier eingezogen ist und gesagt, dass sie Katzen mag und es für sie kein Problem ist. Das WG-Leben sieht aber ganz anders aus. Sie hat Angst vor der Katze und es gibt ständig Probleme:

  • Die Katze wurde ihr lästig, und sie hat sie über Nacht in mein Zimmer eingesperrt, als ich bei meinem Freund schlief.
  • Die Katze entwischt ihr immer aus der Wohnung. Weil sie Angst davor hat, sie anzufassen, lässt sie sie im Hausflur herumlaufen, sogar über Nacht. Ich musste sie bereits in der Nachbarschaft suchen.
  • Wenn ich mal mehrere Tage weg bin, habe ich einen Katzensitter, der sie füttert und sich um sie kümmert. Als ich weg war, hat der Katzensitter die Katze im Wohnzimmer eingesperrt gefunden. Dort hatte die Katze ein Häufchen gemacht, weil die Tür zum Katzenklo zugezogen war. Mein Mitbewohnerin sagte, dass sie die Tür zugezogen habe, weil das Katzenklo so stinke.

Sie ist absolut uneinsichtig. Sobald ich das Haus verlasse, sperrt sie die Katze heimlich weg. Sie findet, ich sei allein für die Katze verantwortlich; ihr sei es egal, was mit dem Tier ist. Aus meiner Sicht ist das unfair: Sie wusste, worauf sie sich einlässt. Jetzt weigert sie sich, sich zu kümmern. Ausziehen will sie aber auch nicht. Wenn mir das nicht passe, solle ich halt gehen. Was können Sie mir raten?

WG-Doktor Ludger Büter antwortet:

Die spanische Mieterin erschlich sich geradezu den Eingang in Wohnung und Mietvertrag über eine falsche Versicherung, sie komme gut mit Katzen klar. Sie, Eleni, haben alles richtig gemacht, als sie die Bewerberin über den Besitz informierten und ihre Einstellung zum Haustier erfragten.

Der Umgang der neuen Mitbewohnerin mit dem Tier lässt nur zwei Schlüsse zu: Sie will entweder Sie, Eleni, über die offenkundige Misshandlung des Tieres aus der Wohnung mobben, oder sie versucht, die Katze loszuwerden, indem sie sie im Hausflur aussperrt, dessen Tür vermutlich auch Nachbarn öffnen, so dass die Katze auf immer verschwinden möge. Die Angst vor der Katze halte ich für vorgeschoben, die der Katze vor ihr dagegen nicht.

In jedem Falle wusste Ihre Mitbewohnerin vorab, was sie erwartete. Ich sehe keine Möglichkeit für eine Verständigung. Klären Sie, ob Sie sich Ihrer Nachbarin mit juristischen Mitteln entledigen können unter Berufung auf die Behandlung Ihres Haustieres und der falschen Angaben bei der Bewerbung.

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insgesamt 96 Beiträge
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Seite 1
pteranodon 07.01.2013
1. Wozu bedarf es denn hier juristischer Schritte?
Mitbewohnerin rauswerfen. Erledigt.
Yestoertchen 07.01.2013
2.
Zitat von pteranodonMitbewohnerin rauswerfen. Erledigt.
Wenn beide Hauptmieter sind, stelle ich mir das schwieriger vor, als einfach rausschmeißen. Juristische Schritte werden da wohl notwendig sein. Aber Haustiere misshandeln geht einfach garnicht, dieser Frau hätte ich das Häufchen der Katze ins Bett gelegt.
jean dark 07.01.2013
3. Leider muss man sich mit harten Bandagen in solch einem Fall durchsetzen.
Es sind zwar beide Hauptmieter, aber der Vertrag kam unter widrigen Umständen zustande. Es wurde vorgetäuscht mit der Katze einverstanden zu sein. Am besten, auch wenn es Geld kostet, zur Mieterberatung oder Anwalt, der soll einen Brief schreiben mit Kündigungsandrohung und Frist. Mal sehen wie sie reagiert. Diskutieren bringt da nichts, da muss man hart sein. Ich würde sogar zusätzlich damit drohen zur Polizei zu gehen, um sie wegen Tierquälerei anzuzeigen.
tadzio 07.01.2013
4. Beide als Hauptmieter im Vertrag,,,
... ist der Grundfehler hier. Hilft im konkreten Fall natürlich nichts mehr, aber für zukünftige WGs: alle, die im Hauptmietvertrag stehen, müssen sich immer einig sein, wenn daran was geändert wird. Wenn jemand z.B. ausziehen will, muss er eigentlich trotzdem weiter Miete zahlen, solange er im Vertrag steht. Wesentlich besser für alle: nur ein Hauptmieter, den Rest per Untermietverträgen. Wenn Eleni das so gemacht hätte, hätte sie ihre katzophobe Mitbewohnerin deutlich leichter rauswerfen können.
jehudi 07.01.2013
5. optional
Katzenhaltung in der Grossstadtwohnung stellt für mich ein Verbrechen in Form von Tierquälerei dar. Vermutlich kennt Ihre spanische Mitbewohnerin gesund lebende Katzen auf dem Bauernhof im Heimatland und hat das gar nicht richtig verstanden, dass Sie das Tier dazu zwingen Ihr dasein als Jagdtier in einer kleinen Stadtwohnung zu fristen, bis sie endlich erlöst wird....
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