Studienfach im Überblick Alle Fakten rund ums Maschinenbaustudium

Vom Tüftler und Bastler zum Maschinenbauer - das ist kein ungewöhnlicher Weg. Wie man an einen Studienplatz kommt, und wie das Studium abläuft, erfahren Sie hier.

Bau an einem Getriebe in Friedrichshafen
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Bau an einem Getriebe in Friedrichshafen

Von Sylvia Lundschien


Verpackungsanlagen überwachen, Blutdruckmessgeräte optimieren oder Turbinen entwickeln: Maschinenbauer beschäftigen sich mit vielfältigen Lösungen in unterschiedlichen Industriebranchen. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich und stark gefragt am Arbeitsmarkt.

Wo kann ich in Deutschland Maschinenbau studieren?

Maschinenbau wird deutschlandweit an vielen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien angeboten. Zu den Favoriten vieler Studenten gehören das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die TU München, die Universität Stuttgart, die TU Darmstadt, die RWTH Aachen und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Beliebt unter den Fachhochschulen ist unter anderem die FH Kiel, die auf Windenergie und Schiffbau spezialisiert ist.

Das duale Studium Maschinenbau ist ebenfalls sehr beliebt, die entsprechenden Studienplätze vergeben Unternehmen. Dafür benötigt wird das Abitur oder Fachabitur, in manchen Fällen kommt ein Vorpraktikum dazu. Auch berufsbegleitend oder im Fernstudium lässt sich Maschinenbau studieren, zum Beispiel an der bbw Hochschule Berlin, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg oder der AKAD University.

Was sind die Voraussetzungen, um Maschinenbau zu studieren?

Für ein Hochschulstudium und für die duale Ausbildung wird das Abitur oder eine vergleichbare Hochschulzugangsberechtigung benötigt. Viele Unis und FHs haben keinen oder einen moderaten Numerus Clausus, der zwischen den Noten Zwei und Drei pendelt.

Für das Fernstudium Maschinenbau im Bacheloroder Master braucht man in der Regel das Abitur oder ein zuvor abgeschlossenes Studium in Ingenieurwissenschaften. Wie bei allen Angeboten gilt aber besonders beim Fernstudium, dass Bewerber darauf achten sollten, ob der Abschluss auch zu den Berufswünschen passt.

Wer ohne Abitur studieren möchte, sollte einschlägige Berufserfahrung oder eine vorhergehende Ausbildung mitbringen. Den Umfang der gewünschten Berufserfahrung bestimmen die Hochschulen selbst. Prinzipiell gilt aber für das Maschinenbaustudium: Viele Wege führen zum Ziel.

Wie ist das Maschinenbaustudium aufgebaut?

Das Bachelorstudium Maschinenbau umfasst sechs, der Master vier Semester Regelstudienzeit. Im Bachelor werden dabei Grundlagen aus Naturwissenschaft und Technik vermittelt - beispielsweise Werkstoffkunde, Fertigungslehre, Elektrotechnik und höhere Mathematik. Anschließend vertieft der Master die Ausbildung in Bereichen wie Kunststofftechnik, Produktionstechnik, Schifffahrt oder Strömungsmechanik.

Einige Unis oder Fachhochschulen bieten auch bestimmte Schwerpunkte an. Und an manchen Unis wie der TU Dresden oder der TU Freiberg haben sich zudem noch Diplomstudiengänge erhalten, die im Schnitt zehn Semester umfassen und mit dem Titel Diplom-Ingenieur abschließen.

Welche persönlichen Anforderungen muss ich mitbringen?

Mathe ist für Maschinenbauer unentbehrlich, aber auch Physik, Informatik und Elektrotechnik spielen eine große Rolle. Genauso wird auch Wert auf gutes Englisch oder andere Fremdsprachen, BWL und Chemie gelegt. Gefragt ist auch Durchhaltevermögen, denn der Stoff ist oft komplex und zeitintensiv. Ebenso benötigen Maschinenbauer handwerkliches Geschick und Freude an Technik, Kreativität, Teamfähigkeit und Abstraktionsvermögen.

Welche Berufschancen habe ich mit einem Maschinenbaustudium?

Die Berufschancen mit einem Abschluss in Maschinenbau sind hervorragend. Egal, ob Umweltschutz oder Industrie 4.0 - Ingenieure und Maschinenbauer sind gefragt. Die Arbeitsfelder sind vielfältig und können beispielsweise in der Luft- und Raumfahrtechnik, Energieversorgung, im Fahrzeug- oder Anlagenbau liegen. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 45.500 Euro brutto im Jahr, mit einem Masterabschluss werden es rund 47.500 Euro. Für Maschinenbauer gilt wie für andere Branchen: Standort und Art des Betriebes, höchster Abschluss und Berufserfahrung beeinflussen das Gehalt nochmals maßgeblich.

Besonderheiten

Maschinenbau wies viele Jahre lang eine hohe Abbrecherquote auf, einigen Studenten war der Stoff zu dicht und zu viel. Die Ausbildungsstätten haben reagiert und die Stundenpläne verschlankt oder umgebaut. Das Fach wird immer noch überwiegend von Männern studiert, mittlerweile sind aber 20 Prozent aller Studierenden Frauen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung wurde die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) fälschlicherweise als Fachhochschule bezeichnet.



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
gumbofroehn 30.07.2018
1. Bescheidener Hinweis ...
... die Aufteilung in ein Bachelorstudium mit sechs und ein Masterstudium mit vier Semestern Regelstudienzeit ist für universitäre Studiengänge typisch. An HAWs (früher als FHs bekannt) findet sich in meist die Aufteilung sieben (Bachelor) und drei (Master) Semester Regelstudienzeit. Darüber hinaus besitzt der Bachelor an HAWs stärker berufsqualifizierenden Charakter, da der inhaltliche Zuschnitt vielerorts weitgehend dem alten FH-Diplom entspricht, aus dem man nur eines von ursprünglich zwei Praktikumssemestern gestrichen hat.
munich1952 30.07.2018
2. Das tut diesem Berufsstand keinen Gefallen,
Zitat aus dem Artikel: "Maschinenbau wies viele Jahre lang eine hohe Abbrecherquote auf, einigen Studenten war der Stoff zu dicht und zu viel. Die Ausbildungsstätten haben reagiert und die Stundenpläne verschlankt oder umgebaut." Aha! Da tut man diesem Berufsstand sicherlich keinen Gefallen, da die Industrie sicherlich alles andere als an "Schmalspurakademikern" interessiert ist.
dipl.inge83 30.07.2018
3. Die genannten Gehälter
sollte man nicht allzu ernst nehmen. Die Schwankungen sind je nach Region und vor allem Unternehmensgrösse enorm. Wobei es bei den namenhaften AG schon etliches mehr braucht als gute Noten um einen Fuß in die Tür zu bekommen.
Eure Exzellenz 30.07.2018
4. Die Qualität der Studiengänge
unterscheidet sich leider mittlerweile massiv. Kommilitonen von mir sind an der TU München kläglich gescheitert und haben anschließen an die FH gewechselt, wo sie nun einen 1er Schnitt fahren. Ich finde es traurig, dass bei solchen Differenzen nach dem Studium auf dem Papier dann der gleiche Abschluss steht.
thomas.wenzel 30.07.2018
5. Dazu braucht es Mathe- und Technik Affinität
Und die anderen zwei drittel wurden schon immer im Grundstudium ausgesiebt. Daher die erfolgreiche deutsche Industrie.
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