Störung bei Merkel-Besuch Hochschule prüft juristische Schritte gegen Zwischenruf-Professor

Die Kanzlerin weiht ein neues Institut ein: Bei ihrer Festrede steht plötzlich ein geladener Professor auf, hält ein Plakat in die Luft und kritisiert lautstark Angela Merkels Haltung in der Flüchtlingskrise. Dafür drohen ihm nun ernste Konsequenzen.

Keine Experimente - bei der Eröffnung des neuen Fraunhofer-Instituts in Halle
AP/dpa

Keine Experimente - bei der Eröffnung des neuen Fraunhofer-Instituts in Halle


Die Hochschule Merseburg hat sich von einem ihrer Professoren distanziert, der am Montag den Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Eröffnung des neuen Fraunhofer-Instituts in Halle gestört hatte.

Ein Video des Mitteldeutschen Rundfunks zeigt, wie der Mann ein Schild mit der Aufschrift "Keine Experimente" hochhält und Merkels Rede unterbricht. "Ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder", ruft er der Kanzlerin auf dem Podium zu. Und ergänzt: "Von einer Physikerin erwarte ich verantwortungsvollere Entscheidungen."

Wie der MDR und andere Medien berichten, wollte der Mann mit der Aktion seinen Unmut über die Asylpolitik der Kanzlerin zum Ausdruck bringen. Gegenüber SPIEGEL ONLINE wollte sich der Professor nicht zu dem Vorfall äußern.

Die Hochschule Merseburg hat für seinen Auftritt jedenfalls kein Verständnis. "Sein Zwischenruf hatte weder etwas mit dem Anlass der Veranstaltung, noch mit dem Inhalt der Rede der Bundeskanzlerin zu tun", sagte der Rektor der Hochschule, Jörg Kirbs, am Dienstag. Der Mann sei nicht als Privatmann, sondern als Angehöriger der Hochschule eingeladen gewesen. Mit seinem Auftritt habe er "das Gastrecht des Fraunhofer-Instituts missbraucht und dem Ansehen der Hochschule enorm geschadet".

Die Hochschule wolle nun das Verhalten aufarbeiten und juristische Schritte prüfen.

Merkel hatte auf den Zwischenrufer reagiert. "Ich werde meiner Verantwortung gerecht und werde auf alles achten, dass Deutschland eine gute Zukunft hat", sagte sie. Das Publikum applaudierte der Kanzlerin daraufhin. Der Prof wurde kurz nach dem Zwischenruf aus dem Saal geführt.

asc/dpa

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