Neu erwachte Titelgier Gestatten, Prof. Prestige

Doktorhut auf ergrautem Haupt? Ein Prof.-Titel muss her
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Doktorhut auf ergrautem Haupt? Ein Prof.-Titel muss her

3. Teil: Professor als bloßer Titel - Wo es den Prof. günstig gibt


Jenseits dieser vollamtlichen Hochschullehrer gibt es aber auch andere Wege, den Professorentitel zu erlangen. Eher seltene Fälle sind da außerplanmäßige Professoren, die nach der Habilitation sechs Jahren lang trotzt Lehr- und Forschungstätigkeit noch keinen Ruf erhalten haben, und dann ernannt werden können. Gastprofessoren hingegen sind Hochschulexterne, die semesterweise nebenberuflich lehren. Den Titel dürfen diese aber nur in einigen Bundesländern führen.

Eine stark wachsende Gruppe sind die Honorarprofessoren. Sie sind von einer Hochschule zum Professor ernannt worden, und lediglich verpflichtet, regelmäßig eine Lehrveranstaltung anzubieten. Sie sind also vielfach weder von der Qualifikation noch von der Tätigkeit her Hochschullehrer, dürfen jedoch den Titel dauerhaft tragen und vergessen nur zu häufig das Wort "Honorar" bei der Nennung ihres Titels.

Obwohl mit dem Honorarprofessor auch in Wissenschaft und Lehre verdiente Persönlichkeiten geehrt wurden, werden häufig auch Einflussreiche und Prominente ernannt. Die Hochschulen erhoffen sich dadurch Vorteile und Gelder aus Wirtschaft und Politik, bedienen aber vielfach nur die Eitelkeit der Honorierten.

Auch der mehr oder minder direkte Kauf von Professorentiteln ist möglich. Besonders beliebt ist Osteuropa, wo gerne Doktoren- und Professorentitel verliehen werden, wenn nur der so Geehrte "die Kosten der Verleihung übernimmt". Mittlerweile ist auch China ein Markt - und das mit Discountangeboten. Aber besonders gerne scheint der so erworbene Titel in Deutschland zur Schau getragen zu werden, mitunter sogar in Firmenname und -logo.

insgesamt 56 Beiträge
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Hubert Rudnick, 15.04.2011
1. Eitelkeiten
Zitat von sysopDer Doktor ist ein alter Hut, immer mehr Titelgierige wollen höher hinaus: Vor einer Professoren-Inflation warnt Wirtschaftsingenieur Jörn-Axel Meyer - und er erklärt, warum echte und engagierte Hochschullehrer um ihren guten Ruf bangen müssen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,756253,00.html
Viele Bürger pflegen ihre Eitelkeiten und die Gesellschaft ermutigt sie auch noch dazu, denn eine Kariere ist mit einem Titel oftmals schneller zu erreichen, aber was wirklich dahintersteckt wird nicht in Betracht gezogen. Sind wir Deutsche wirklich so ein hochbegabtes und wissenschaftlich orientiertes Land, also müsste man daraus schließen können, dass wir mit die besten Köpfe der Welt haben und was kommt dabei heraus?
el-gato-lopez 15.04.2011
2. Fremdsprachen
"(...)In Frankreich sogar lässt sich jeder Schullehrer mit Professor ansprechen.(...)" Dem Autor täten weniger Akademikerdünkel und mehr Fremdsprachenkenntnis, bzw. Allgemeinbildung gut! Solche Aussagen sind ja fast schon auf US-Niveau - "Was sie sind Deutscher? Wo ist den die Lederhose abgeblieben?" IT "il professore", FR "le professeur", ES "el profesor" wird ganz normal auch als Bezeichnung für einen Lehrer, insb. an einer weiterführenden Schule, z.B. Gymnasium, verwendet. Das hat nichts mit "Titelsucht" oder "sich schmücken" zu tun. Romanische Sprachen - ungenügend! - setzen!
ATLien 15.04.2011
3. Spieglein, spieglein an der Wand, wer ist die duemmste zeitung im ganzen Land
Zitat von sysopDer Doktor ist ein alter Hut, immer mehr Titelgierige wollen höher hinaus: Vor einer Professoren-Inflation warnt Wirtschaftsingenieur Jörn-Axel Meyer - und er erklärt, warum echte und engagierte Hochschullehrer um ihren guten Ruf bangen müssen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,756253,00.html
Nun auf die ungenuegenden franzoesischen Sprachkenntnisse des Verfassers wurde ja bereits hingewiesen. Zudem weiss er offenbar auch nichts vom US-Universitaetssystem. Die Aussage "so zum Beispiel in den USA, wo der Titel als Assistent-Professor bereits mit Anstellung nach der Promotion verliehen wird" ist schlicht und einfach dumm. Der "Assistant Professor" ist neben dem "Associate Professor" und "Full Professor" ein Hinwies auf die Bezahlung der Professorenstelle. Allerdings uebernimmt ein Assistant Professor genauso wie ein Full Professor volle Lehrtaetigkeit und muss ein eigenes Forschungsprogramm aufrechterhalten. Auch ist dies nicht der Rang den jeder Angestellte bekommt, sondern nur Kandidaten die einen PhD haben und als Post-Docs ihre Befaehigung zu Forschung und Lehre nachgewiesen haben. Daneben gibt es reine forschertaetigkeiten die als Research Scientist oder research Engineer bezeichnet werden. Zugegeben es gibt aussergewoehnlich gute Doktoranten die aufgrund ihrer Dissertation sofort eine Professorenstelle angeboten bekommen. Andererseits gibt es ja auch begabte Studenten, die sofort als Journalisten eine Stelle bei FAZ, Zeit oder SZ erhalten und nicht erst wie die weniger guten bei Spiegel Online arbeiten muessen. Deswegen gibt es aber noch lange keine Journalisteninflation in Deutschland. Die Tatsache, dass es an US-Universitaeten mehr Professoren gibt als an deutschen Hochschulen, hat nichts mit einer Titelinflation zu tun, sondern spiegelt lediglich die deutlich bessere finanzielle Ausstattung wieder.
Bala Clava 15.04.2011
4. Und plötzlich hat es Prof gemacht
Zitat von el-gato-lopez"(...)In Frankreich sogar lässt sich jeder Schullehrer mit Professor ansprechen.(...)" Dem Autor täten weniger Akademikerdünkel und mehr Fremdsprachenkenntnis, bzw. Allgemeinbildung gut! Solche Aussagen sind ja fast schon auf US-Niveau - "Was sie sind Deutscher? Wo ist den die Lederhose abgeblieben?" IT "il professore", FR "le professeur", ES "el profesor" wird ganz normal auch als Bezeichnung für einen Lehrer, insb. an einer weiterführenden Schule, z.B. Gymnasium, verwendet. Das hat nichts mit "Titelsucht" oder "sich schmücken" zu tun. Romanische Sprachen - ungenügend! - setzen!
Völlig korrekt, zumal es für die "richtigen Professoren", also Hochschullehrer, in den jeweiligen Sprachen auch noch eigene Begriffe gibt. Am lächerlichsten sind für mich die Honorarprofessoren (das sind die, die für ihre Tätigkeit kein Honorar bekommen, sondern den Titel), die sich im Fernsehen in Unterhaltungssendungen penetrant mit "Professor" anreden lassen: Prof. Karasek, Prof. Stolte, Prof. Biolek, Prof. Burda und wie sie alle heißen. Ja, und sogar ein Prof. Peter Hartz. Eitle alte Männer, die nicht merken, wie peinlich sie sind. Wir kriegen hier allmählich österreichische Verhältnisse.
semper fi, 15.04.2011
5. -
Zitat von sysopDer Doktor ist ein alter Hut, immer mehr Titelgierige wollen höher hinaus: Vor einer Professoren-Inflation warnt Wirtschaftsingenieur Jörn-Axel Meyer - und er erklärt, warum echte und engagierte Hochschullehrer um ihren guten Ruf bangen müssen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,756253,00.html
So fürchterlich neu ist diese Titelsucht nicht. Hier: http://www.fraport.de/cms/press/dok/222/222141.prof_manfred_schoelch_bleibt_praesident.htm findet sich ein netter Professor Doktor (made in Hungary), der das schon Ende der 90er Jahre hinbekommen hat.
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