Osnabrück Hochschule sucht Professor für Rasenmanagement

Zur Fußball-EM steht auch wieder der Rasen im Fokus: zu glatt, zu hart, zu stoppelig? Wichtige Fragen, findet auch die Hochschule Osnabrück. Die Uni sucht deshalb einen rasenkundigen Professor.

Fußballrasen in Dortmund
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Fußballrasen in Dortmund


Das Thema Rasen wird in Deutschland sträflich vernachlässigt, findet die Deutsche Rasengesellschaft (DRG). Allenfalls bei großen Fußball-Turnieren wie der anstehenden Europameisterschaft rückt mal die Qualität der Grünflächen in den Mittelpunkt. Aber selbst dann fachsimpeln in der Regel Laien. Das soll sich dringend ändern.

Wenn es nach der DRG geht, wird das Thema Rasen an der Hochschule Osnabrück in Zukunft wissenschaftlich untersucht und diskutiert. Die Gesellschaft will (wieder) Schwung in das Thema bringen - und stiftet eine Professur für Rasenmanagement.

Der künftige Professor soll ein riesiges Feld beackern: Wie wird ein Rasen mit Nährstoffen versorgt? Welche Unterschiede gibt es dabei, je nachdem ob es sich zum Beispiel um ein Fußballfeld, einen Golfplatz oder einen Reihenhausrasen handelt? Und wie kann man Rasen sparsamer bewässern?

"Das Thema Wasser spielt eine große Rolle", sagt der DRG-Vorsitzende Harald Nonn. Es werde immer noch viel zu viel Trinkwasser für Rasen verbraucht, eine clevere Brauchwassernutzung müsse erforscht werden. Offene Fragen gibt es seiner Meinung nach auch beim Umgang mit dem Schnittgut und seiner Entsorgung, der Rasenpflege, der Züchtung.

Rasenflächen sind "weiße Flecken"

In früheren Zeiten wurde die Rasenforschung in Deutschland mal besser gepflegt, heißt es von der DRG. Noch bis vor einigen Jahren gab es Lehrstühle und Forschungseinrichtungen für Grünland. Aber Institute wurden geschlossen, Professoren gingen in den Ruhestand. "Die Forschung ist hier mehr oder weniger eingeschlafen", bedauert Nonn.

Etwas neidisch blickt man bei der DRG deshalb ins Ausland, vor allem in die USA. Dort gebe es fast in jedem Bundesstaat Rasenforschung. Die Erkenntnisse seien aber nur bedingt auf Deutschland übertragbar: Klima und Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sind hier anders.

Deshalb soll die Rasenwissenschaft in Deutschland jetzt wieder gehegt werden, und zwar nicht zufällig in Osnabrück. Die Hochschule habe eine lange Tradition im Bereich Landschaftsbau und Agrarwissenschaften, sagt Martin Thieme-Hack, der an der Uni Baubetrieb im Landschaftsbau lehrt und außerdem gelernter Gärtner und studierter Landespfleger ist.

Zusammen mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Patrick Lawson forscht er bereits an der Entwicklung eines neuartigen Hybrid-Rasens, der lange halten soll und leicht und umweltfreundlich zu pflegen ist.

Dass das Gras überall etwas anders wächst, zeigt sich für Thieme-Hack spätestens bei der EM: "Die deutschen Fußballrasen sind eher hart - die französischen eher weich", sagt er. Die Unterschiede in der Rasenkultur - für Thieme-Hack sind sie das beste Argument, sich auch in Deutschland wieder wissenschaftlich mit Rasen zu beschäftigen.

fok/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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tanee 10.06.2016
1. Die Hochschule Osnabrück..
.. ist vieles, aber sicher keine "Uni". Es gibt die Universität Osnabrück und die Hochschule Osnabrück. Von Letzterer ist hier die Rede.
querulant_99 10.06.2016
2.
Früher mal kümmerte sich um solche Dinge der Platzwart. Für diesen Job reichte der Hauptschulabschluss mit einer Lehre in Gärtnerei oder Landwirtschaft o.ä.
vantast64 11.06.2016
3. Lehrstühle für alles und für jeden?
An der Ruhr-Universität wird am Thema "Clowns" gearbeitet, auch Shakespeare war damit zugange. Aber muß sowas sein? Haben wir nichts Wichtigeres zu tun? Auch bei den Lehrstühlen für die verschiedenen Religionen sehe ich schwarz: Muß der Steuerzahler all die möglichen und unmöglichen Gottesbeweise, Vermutungen, Gedanken, Abhandlungen und teures Personal bezahlen, wenn gleichzeitig Schulen verrotten? Und Maßnahmen gegen den "Zieharmonikaeffekt" bei Bahnunfällen gibt es auch nicht, Obwohl machbar, wird die Uraltlösung der Wagenverbindungen bevorzugt, weil's billiger ist, Sicherheit bei der Bahn ist zu teuer. Hier wäre Platz für öffentliche Wissenschaft. Es gibt zu viele Lehrstühle rund um's Auto und Motore, aber wäre es nicht Sache der Industrie, sich hierum zu kümmern?
coyote38 11.06.2016
4. Professor für Rasenmanagement ...?
Das nannte sich früher "Gärtner", war ein Ausbildungsberuf und dafür reichte ein Hauptschulabschluss. Könnte man das "Rasenmanagement" nicht noch irgendwie mit "Gender Studies" oder "Feminismusforschung" kombinieren, dann könnte man den Dienstposten qua Frauen- (Entschuldigung) "Gleichstellungs"beauftragte gleich noch quotieren ...^^ Nur so kann gewährleistet werden, dass bei horrender Bezahlung garantiert GAR NICHTS gearbeitet, geleistet oder an Qualifikation nachgewiesen werden muss. Und um die ganze Sache finanziell auf sichere Füße zu stellen, könnte man auch darüber nachdenken, die Professur mit staatlichen Fördergeldern des Projektes "Kampf gegen rechts" aus Manuela Schwesigs "Ministerium für alles außer Männer" auszustatten ...
scxy 11.06.2016
5. @tanee
Schlau geschwätzt, aber vorher nicht richtig gelesen: Der Artikel beschreibt, dass Herr Thieme-Hack an der Uni lehrt. Das kann ja wohl so sein, auch wenn die Hochschule OS jetzt einen neuen Studiengang anbietet.
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