Oxford Uni beurlaubt einflussreichen Professor nach Vergewaltigungsvorwürfen

Mehrere Frauen werfen einem der bekanntesten Professoren in Oxford sexuelle Belästigung vor. Die Universität hat den Islamwissenschaftler Tariq Ramadan nun freigestellt, eine Vorverurteilung sei dies jedoch nicht.

Tariq Ramadan
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Tariq Ramadan


Die Universität Oxford hat einen Professor beurlaubt, nachdem mehrere Frauen ihm Vergewaltigung und Belästigung vorgeworfen hatten. Die Entscheidung sei einvernehmlich gefallen, erklärte die britische Elitehochschule. Die Vorwürfe gegen den Professor hätten an der Hochschule "verstärkte und verständliche Unruhe" ausgelöst.

Der Wissenschaftler Tariq Ramadan zählt zu den bekanntesten Professoren in Oxford, wo er den Lehrstuhl für Zeitgenössische Islamstudien innehat. Der gebürtige Schweizer bestreitet die Vorwürfe und hat juristische Schritte wegen Verleumdung angekündigt.

In seiner Heimat sorgt der Fall seit Tagen für Aufsehen - Ramadan gilt als einer der einflussreichsten muslimischen Gelehrten, ist aber auch umstritten. Die "Neue Zürcher Zeitung" ("NZZ") berichtete, dass er von liberalen Muslimen für seine konservative Auslegung des Islams kritisiert werde.

Zwei französische Frauen hatten Ramadan Vergewaltigung vorgeworfen. Zudem gaben mehrere Schweizer Frauen an, in den Achtziger- und Neunzigerjahren von Ramadan sexuell bedrängt worden zu sein. Manche von ihnen waren damals noch minderjährig.

Eines seiner mutmaßlichen Opfer ist die Franko-Tunesierin Henda Ayari. Sie ist eine ehemalige Anhängerin einer salafistischen Bewegung und tritt heute für die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen ein. Zu ihr soll er laut "NZZ" gesagt haben: "Du hast bekommen, was du verdient hast."

Die Universität Oxford betonte in ihrer Erklärung, dass mit der Beurlaubung keine Vorverurteilung des Professors verbunden sei. Vielmehr solle ihm die Gelegenheit gegeben werden, "sich um die äußerst ernsthaften Anschuldigungen zu kümmern, die gegen ihn erhoben worden sind".

koe/bbr/AFP

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