Piefke-Quiz Kenn den Ösi

Österreichs Unis müssen fortan deutsche und einheimische Bewerber gleich behandeln. Der Bewohner des Alpenlandes aber ist listig und weiß einen Ausweg: den "Numerus austriacus". Dieser Spezialtest mit wunderschönen Austriazismen siebt Deutsche rasch und zuverlässig aus.


[M] DPA; mm.de

Schon lange vor dem EU-Urteil schlugen die österreichischen Universitäten Piefke-Alarm. Und dann kam es so, wie sie es befürchtet hatten: Der Europäische Gerichtshof verdonnerte Österreich im Juli, ausländische und einheimische Studienbewerber fortan nach den gleichen Regeln zuzulassen. Zuvor bekamen Interessenten aus dem EU-Ausland nur dann eine Chance, wenn sie bereits in der Heimat einen Studienplatz hatten. Österreicher dagegen erhielten automatisch grünes Licht, ohne jede Zulassungsbeschränkung - tu felix Austriacus, wie der Lateiner sagt.

Nach der Zwangsöffnung befürchteten die Alpen-Unis prompt eine kleine akademische Völkerwanderung von Numerus-clausus-Flüchtlingen aus der Nachbarschaft, vor allem von gescheiterten deutschen Bewerbern für das Fach Medizin. Und tatsächlich meldeten sich über 1000: Die Teutschen vor Wien! Und vor Graz! Und vor Innsbruck!

Den Ansturm der Deutschen mit Tricks zu drosseln und Landeskinder zu bevorzugen, haben die Luxemburger Richter zwar gleich mal weise untersagt - aber die Gerissenheit der Österreicher dabei unterschätzt.

Ein fintenreicher Journalist aus dem grenznahen Salzburg nämlich war es, der kürzlich die ideale Lösung speziell für das Medizinstudium entwickelte: den "Numerus austriacus medicinalis". Und dieser Eignungstest hat es in sich. Er konfrontiere "deutsche und österreichische Bewerber mit völlig identen (österreichisch für identischen) Fragen aus dem praktischen medizinischen Alltag", so Test-Entwickler Helmut Schliesselberger von den "Salzburger Nachrichten". Aber die "dezente Heranziehung minimal identitätsstiftender Austriazismen" müsse schon erlaubt sein - und so macht Schliesselbergers kleiner Ösi-Test deutsche Studienbewerber ziemlich ratlos.

Das glauben Sie nicht? Auch auf alpinem Sprachterrain sind Sie trittsicher? Dann kennen Sie bestimmt auch tramhapperte Chirurgen, scheanglnde Tachinierer und den Lurch unterm Bett. Also ab zu den zehn Fragen des Eignungstests, aber hurtig...


Frage 1

Ein wamperter Tschecherant steht blunznfett mit einer Eitrigen auf einem Fensterbankl im Mezzanin. Sind notfallmedizinische Maßnahmen aus ärztlicher Sicht angezeigt?



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