Plakate gegen Armut Mensch im Sonderangebot, nur 1 Dollar

"Farbe bekennen gegen Armut" forderte das Bundesentwicklungsministerium und rief einen Plakatwettbewerb für Studenten aus. Mit Stift und Maus entwarfen die 220 Teilnehmer zum Teil krasse Motive - SPIEGEL ONLINE zeigt die besten Plakate.


"Sonderangebot 1 Dollar": Motiv aus der Plakatkampagne
Anne Lambert

"Sonderangebot 1 Dollar": Motiv aus der Plakatkampagne

"Mit 12 habe ich mir die erste PlayStation gekauft", sagt ein weißer, akkurat frisierter Junge - dagegen gesetzt das Porträt eines schwarzen Jungen mit der Unterzeile "Mit 12 habe ich den ersten Menschen erschossen". So drastisch illustrierte die Studentin Ruth Hoffmann von der FH Potsdam in einer Plakatkampagne den Unterschied zwischen Sicherheit und Hoffnungslosigkeit, zwischen arm und reich, zwischen Erster und Dritter Welt.

Zur der Kampagne aufgerufen hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das unter dem Titel "Farbe bekennen - gegen globale Armut" einen Plakatwettbewerb auslobte. 220 junge Grafiker und Designer beteiligten sich daran. "Ein gutes Plakat ist sofort verständlich, ein gutes Plakat bleibt im Gedächtnis, ein gutes Plakat spricht unsere Emotionen an", sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bei der Preisverleihung.

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Plakate gegen Armut: "Sonderangebot 1 Dollar"

Die Arbeiten rücken die Leiden von armen Menschen in den Mittelpunkt, etwa Kinderarbeit, Obdachlosigkeit, Zwangsprostitution, fehlende Medikamente und nicht vorhandene Bildungschancen. Mit dem ersten Preis wurde eine Arbeit ausgezeichnet, die nicht im Bild gezeigt werden darf, weil sie möglicherweise Wettbewerbs- oder Markenrechte verletzt: Eine Cola-Flasche trägt die Aufschrift "Cholera". Die Künstlerin, Uta Volkmann von der FH Potsdam, ergänzte einfach nur ein paar Buchstaben in dem weltbekannten Schriftzug, um die Nähe und zugleich den Gegensatz zwischen Konsum und Armut eindrucksvoll ins Bild zu setzen.

Den zweiten Preis erhielten Markus Gröpl von der HFG Offenbach und der Frankfurter Student Christoph Lorch: Sie zeichneten ein imaginäres Bett mit Bettdecke um ein auf dem Boden schlafendes Straßenkind. Den dritten Preis schaffte Julia ter Braak mit einer Sammlung von Preisschildern. Die sind nicht auf Waren aufgedruckt, sondern mit Namen von Menschen versehen: "Alia € 3.10" oder "Amit 2.80". Noch bis Ende September können die Besucher der Internetseite des Aktionsprogramms 2015 über ihre Lieblingsplakate abstimmen.



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