Hilfe von der WG-Therapeutin "Er lädt Leute ein, die er kaum kennt"

Sabina will nicht, dass ihr Mitbewohner Besuch empfängt, wenn sie weg ist. Doch kann sie ihm das verbieten?

WG-Party (Symbolbild)
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Sabina* schreibt:

Ich wohne mit einem ehemaligen Freund in einer WG. Ich möchte nun über einige Tage wegfahren, und plötzlich hat er gefragt, ob er jemanden einladen kann, den er gerade mal fünf Minuten aus dem echten Leben kennt.

Als ich ihm gesagt habe, ich sei damit nicht einverstanden, hat er pampig reagiert. Er wurde wütend und meinte, dass ich auch oft Besuch bekommen würde und er mir das immer erlaubt hat. Man muss jedoch dazu sagen, dass im Wohnzimmer alle Möbel, die Deko-Sachen und Geräte bis auf die TV-Bank mir gehören. Was kann ich tun?

*Name geändert

Zur Person
  • Amac Garbe
    Sabine Stiehler lindert den WG-Kummer der SPIEGEL-ONLINE-Leser. Stiehler ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und leitet die Psychosoziale Beratungsstelle im Studentenwerk Dresden.

Sabine Stiehler antwortet:

Liebe Sabina,

Sie dürfen Ihrem Mitbewohner nicht verbieten, Besuch zu empfangen - auch, wenn er diesen offenbar noch nicht gut kennt. Er trägt allerdings die volle Verantwortung, falls etwas mit Ihren privaten Sachen passiert.

Ich kann verstehen, dass Sie sich Sorgen um Ihre Möbel und Gegenstände machen. Wenn eine scheinbar fremde Person in die Wohnung kommt, dringt diese auch in Ihre Privatsphäre ein. Bitten Sie Ihren Mitbewohner darum, auf Ihre Sachen besonders aufzupassen. Wenn Sie ihm das nicht zutrauen, räumen Sie die wertvollen Gegenstände in Ihr Schlafzimmer, wenn das möglich ist.

  • Silja Götz
    Wohngemeinschaften sind toll, das einzig Lästige sind die Mitbewohner. Sie leeren dein Nutella-Glas, haben lauten Sex und noch lautere Musikanlagen. Oder weint dein Zimmernachbar dauernd und wirkt depressiv? Schreist du alle nur noch an? Bei WG-Kummer hilft Erziehungswissenschaftlerin Sabine Stiehler. Schick deine Fragen, Sorgen, Probleme an wg-kummer@unispiegel.de. Mit einer Einsendung erklärst du dich mit einer anonymen Veröffentlichung auf SPIEGEL ONLINE und sämtlichen anderen Medien der SPIEGEL-Gruppe einverstanden.

Warum sind Sie ihm gegenüber so misstrauisch? Sind Sie gekränkt, dass er andere Leute einlädt, wenn Sie nicht da sind?

Bevor Sie das nächste Mal wegfahren und er erneut jemanden einladen möchte, sagen Sie ihm, warum Sie misstrauisch oder gekränkt sind. Teilen Sie ihm Ihre Befürchtungen und Wünsche mit. Offenbar ist Ihre Beziehung zueinander belastet. Manchmal ist es dann besser, auseinanderzuziehen.

insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
schlaueralsschlau 10.02.2018
1.
Wir laden auch Leute ein, welche wir nicht kennen. Warum müssen solche Lächerlichkeiten diskutiert werden? Raus aus der WG und gut ist.
mr.zoui 10.02.2018
2.
Warum sind Sie ihm gegenüber so misstrauisch? Sind Sie gekränkt, dass er andere Leute einlädt, wenn Sie nicht da sind? Wegen solcher Klischeefragen haben Psychotherapeuten in Deutschland einen schlechten Stand. Zu Recht! Fehlt nur noch die Frage nach dem dominanten Vater... Dabei war doch alles gesagt: Du hast Angst um Dein Hab und Gut? Bring es in Sicherheit oder fordere das ein.
muckusch, 10.02.2018
3. Er trägt allerdings die volle Verantwortung ...
Liebe Frau Stiehler, wenn jemand ins Haus kommt, den man gerade mal 5 Minuten kennt, ist dieser nicht nur >scheinbar< (also gar nicht) fremd, sondern fremd, objektiv fremd. Sie meinen >anscheinend
ichbinnurich 10.02.2018
4. Kontrollsucht?
Er sagt Bescheid, dass er Besuch bekommt und lässt ihn nicht allein in der Wohnung. Zudem sie doch wohl kaum die ganze Zeit mit im Wohnzimmer wäre. Sie könnte also Schäden auch nicht vermeiden, wenn sie zuhause wäre. Alles weitergehende Forderungen sind doch recht übertrieben, wenn es keine Gründe für ein tieferes Misstrauen gibt. Sie sollte eher an sich arbeiten und nicht anderen den Umgang mit Freunden / Bekannten verbieten.
t_mcmillan 10.02.2018
5.
Offenbar betrachtet Sabina ihren Mitbewohner weniger als Mitbewohner, sondern vielmehr als Untermieter. Dann macht das Ganze Sinn. Darüber sollte sie sich klar werden. Und das sollte sie auch ihm gegenüber kommunizieren. Dann können die beiden sich darüber klar werden, ob sie so ein Verhältnis in der Wohnung haben möchten oder nicht.
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