Proteste gegen Sparkurs Verhaftungen an Elite-Uni Berkeley

Auch in Kalifornien wachsen die Studi-Proteste: Weil der Bundesstaat an der Bildung spart, wollen die Hochschulen ihre Gebühren massiv erhöhen - auf bis zu 10.000 Dollar. An der Elite-Uni Berkeley haben die Demonstrationen jetzt zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Studenten geführt.

AP

Berkeley - Der finanziell schwer angeschlagene US-Staat Kalifornien muss dringend sparen - und will das auch durch massive Kürzungen im Bildungsbereich schaffen. Doch gegen die Pläne hat sich heftiger Widerstand an den kalifornischen Hochschulen gebildet. Am Freitag verschanzten sich mehrere Dutzend Studierende in einem Lehrsaal der Universität in Berkeley. Nach einer elfstündigen Blockade wurden 40 Studenten festgenommen, berichtete der "San Francisco Chronicle".

Die Gruppe hatte unter anderem gefordert, dass Mitarbeiter, die wegen Kürzungen ihre Anstellung verloren hatten, wieder eingestellt werden. Rund 2000 Menschen demonstrierten auf dem Campus gegen eine massive Gebührenerhöhung, die am Donnerstag von der Universitätsleitung beschlossen worden war.

Kaliforniens Haushaltsdefizit beläuft sich auf fast 21 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro). Um dies auszugleichen, hatte die Regierung in Sacramento im Juli Milliardenkürzungen auch im Bereich Ausbildung beschlossen. Am schwersten trifft es die Schulen und Community Colleges, die auf Zuschüsse in Höhe von sechs Milliarden Dollar verzichten müssen, weitere drei Milliarden werden den Universitäten bis Juni 2010 vorenthalten.

Die University of California beschloss deshalb, die Gebühren für das Grundstudium um rund 30 Prozent anzuheben. Damit kommen auf die Studierenden im Jahr über 10.000 Dollar allein an Studiengebühren zu. Universitätschef Mark Yudof begründete den Anstieg mit dem Wegfall von über einer Milliarde Dollar an staatlichen Mitteln seit 2008. Dies habe auch zur Entlassung von 2000 Angestellten und einem verringerten Kursangebot geführt.

An den zehn staatlichen Hochschulen der University of California sind über 200.000 Studenten eingeschrieben. Auch in Los Angeles, Davis und Santa Cruz kam es zu heftigen Protesten. "Ausbildung muss umsonst sein, keine Kürzungen, keine Gebühren", forderten Demonstranten in Sprechchören.

Berkeley bei San Franciso gilt als eine der besten Universitäten der Welt; aus ihr sind 21 Nobelpreisträger hervorgegangen, unter ihnen der diesjährige Gewinner im Bereich Wirtschaft, Oliver Williamson. In den sechziger Jahren war Berkeley der Ausgangspunkt der Studierendenproteste gegen den Vietnam-Krieg.

hpi/afp/dpa



Forum - US-Unis - haben sie sich verzockt?
insgesamt 19 Beiträge
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zippzapp 12.10.2009
1. Sie haben sich verzockt
Man kann nicht sagen, dass die Zeit der amerikanischen Elite-Unis vorbei ist. Denn selbst wenn gar kein Geld für Stipendien mehr da wäre, fänden sich immer noch genauso viele andere, die bereit sind, 50'000 US-Dollar im Jahr für das Studium zu bezahlen. Allerdings muss man sich jetzt gefallen lassen, dass man nicht mehr der große Wohltäter der "Unterprivilegierten" unter den Hochintelligenten ist, sondern wieder als Ausbildungszentrum für die Kinder der Geldelite da steht. Und das nur, weil man zu gierig war und teilweise irrwitzige Vermögen in den Wind geblasen hat. Ich persönlich habe kein Problem damit, Bildungseinrichtungen wie Unternehmen zu führen, weil das schlicht und ergreifend die Effizienz erhöht. Aber es entzieht sich völlig meinem Vorstellungsvermögen, warum es Bildungseinrichtungen gestattet ist, mit Geldern hochriskante Spekulationen zu unternehmen, die einzig und allein dafür vorgesehen sind, die Ausbildung der Studenten sicherzustellen. Und es widert mich an, zu lesen, dass dann die Unis auf einmal Geld annehmen, dass ihnen vorher nicht "gut genug" war und auch noch die Ehemaligen schröpft.
atzigen 12.10.2009
2. Ja aber halt mal ???
Wurden denn nicht nebst anderen auch die Wirtschaftsellitten der USA an eben diesen Unis ausgebildet??? Sicher auch teilweise durch diese Kader und Elliteschmieden geprägt!!! Mein Gott ohhhh Elend wie sollen denn Innkompetent ja offensichtlich auch in eigener Sache unfähige Lehranstalten und Lehrbeauftragte,den Aufgaben und Anvorderungen gerecht werdende Menschen,zu Bilden und Ausbilden ??? Da meine ich können sich eigentlich nur noch naife darüber wundern wenn die USA den Bach runter gehen. Mein Gott oh Elend und die übrige Welt frist zu oft jeden Mist der von da drüben kommt fast unbesehen. Ist es da noch verwunderlich wenn angesichts einer da und dort zu oft arroganten Führungsmacht, der ganzen Menschheit ein fürchterliches Desaster droht. Zum Glück gibt es auch drüben einige hervorragende Köpfe, leider auch dort eine Minderheit,ansonsten könnte man diese Nation im Mülleimer der Geschichte entsorgen.
Hubert Rudnick, 12.10.2009
3. Falsche Frage
Zitat von sysopViele amerikanische Hochschulen drückt seit Monaten ein gewaltiges Finanzproblem. Im Zuge der Finanzkrise haben sie einen Großteil ihres Vermögens verloren und müssen nun nach Einspar-Potenzialen suchen. Auch die Vergabe von Stipendien wird eingeschränkt. Was denken Sie - ist die große Zeit der US-Eliteunis vorbei?
-------------------------------------------------- Spon hätte eine andere Frage stellen sollen. "Hat sich die gesamte kapitlistische Gesellschaft verzockt?" Dieses System besteht doch oft nur aus Betrug, Lügen und den anderen was vormachen, so sind fast alle ihre Profite entstanden und so schmelzen sie auch schnell wieder dahin. Man sollte bei dieser Gesellschaft vermeiden dahinter zuschauen, denn dann wird einem alles offenbart. Wir erleben es doch gerade in dieser Finanzkrise, die aber nicht so wie es uns die Regierungen immer wieder erklären wollen nur durch das Zocken einzelner entstanden ist, es ist das System das dazu aufruft und das diese Zockerei am Leben erhält. Nur so funktioniert diese Gesellschaft, es wird im kleinen wie im ganz großen nur den anderen was vorgemacht, oder besser gesagt es wird nur betrogen, nichts davon ist wahr. Aber gerade durch solche Betrügerein schaffen es eine sehr wenige immer wieder sich sehr großen Reichtum anzueignen und wir das dumme Volk halten da still, weil viele von uns hoffen auch ein kleines Stück für ihr ganz persönliches Glück abzubekommen. So leidet dann natürlich auch das Bildungswesen, aber liebe Leute nichts ist für umsonst. Aber wir müssten doch aus dieser betrügerischen Gesellschaft gelernt haben das es nicht so ist wie man es uns vormachen will. In dieser Krise, die eine immerwiederkehrende Krise dieser Gesellschaft ist, da versucht man mit kleinen Gaben den Menschen für eine kurze Zeit bei Laune zu halten, wenigsten bis die Wahlen gelaufen sind und dann stellt man fest, dass man ja imgrunde schon pleite ist, was aber auch vorher alle schon wußten und so werden dann wieder die kleinen Leute bluten müssen, denn der Gürtel muß nun enger geschnallt werden, damit die Kapitalisten wieder neuen Mut zum Betrügen bekommen können. So sieht die heile Welt des Kapitalismus aus, aber das darf man natürlich nicht laut sagen, denn zu viele kleine Leute wollen doch weiterträumen. HR
Bhur Yham, 12.10.2009
4. Von der Sowjet... äh USA lernen, heißt Siegen lernen!
Zitat von atzigenWurden denn nicht nebst anderen auch die Wirtschaftsellitten der USA an eben diesen Unis ausgebildet??? Sicher auch teilweise durch diese Kader und Elliteschmieden geprägt!!! Mein Gott ohhhh Elend wie sollen denn Innkompetent ja offensichtlich auch in eigener Sache unfähige Lehranstalten und Lehrbeauftragte,den Aufgaben und Anvorderungen gerecht werdende Menschen,zu Bilden und Ausbilden ??? Da meine ich können sich eigentlich nur noch naife darüber wundern wenn die USA den Bach runter gehen. Mein Gott oh Elend und die übrige Welt frist zu oft jeden Mist der von da drüben kommt fast unbesehen. Ist es da noch verwunderlich wenn angesichts einer da und dort zu oft arroganten Führungsmacht, der ganzen Menschheit ein fürchterliches Desaster droht. Zum Glück gibt es auch drüben einige hervorragende Köpfe, leider auch dort eine Minderheit,ansonsten könnte man diese Nation im Mülleimer der Geschichte entsorgen.
Sie haben hier aber auch Ideen, also nein. Das sind und bleiben die Oberschlauen, die Masters of the Universe! Manchmal wundert man sich aber wirklich, daß die Amis noch den Mond treffen und ihre Raketen nicht auf München oder Paris herunterfallen. Gott sei dank scheint es noch einen gewissen Unterschied zwischen den Absolventen der "Finanzwissenschaften" und der Naturwissenschaften zu geben. Mit Betonung auf noch.
DoktorMS, 12.10.2009
5.
Und wie in fast jedem Jahr werden wieder mehrheitlich US-Nobelpreisträger durchs Medien- und Öffentlichkeits-Dorf gejagt. Denn die USA ist ja so viel besser in der Forschung und Lehre als z.B. die deutschen Unis. Haha! Es ist so typisch. Die Anlageberater werden für voll genommen, kaum jemand fragt sich, warum die ihre tollen Anlagen nicht selbst tätigen. Die geballte "Kraft" an Wirtschafts"wissenschaftlern" sitzt an den US-Unis, kaum jemand fragt, wie die in kurzer Zeit Abermilliarden von Uni-Geldern in den Sand setzen können. Und auch wenn die schlimmsten Finanzprodukte von Finanz-Mathematikern ausgeheckt worden sind, bleibt das Versagen der BWLer und VWLer auf ganzer Linie gültig. Denn die hätten wenigstens dem kruden Zeugs der Finanz-Mathematiker Einhalt gebieten können. Die Zukunft an den Börsen und in den verschiedenen Bereichen der Realwirtschaft vorhersehen? Mit mathematischen Mitteln? Blöder geht es ja kaum noch. Jeder Depp kann zum Anführer werden, er muss nur genügend noch depperte Anhänger um sich scharen. Und so huldigen viele Banker auch heute noch ihren bereits komplett widerlegten Anlagestrategien. Alles andere als ein totaler Reset des heutigen Finanzsystems mit drastischen Strafen für die betrügerischen Machenschaften vieler Banker (wer Wertpapiere ohne Wert in Umlauf bringt, der ist ein Betrüger) bringt nichts. Die nächste Krise ist bereits wieder am Entstehen. Es hat sich nichts geändert. Und die Wirtschafts"wissenschaftler" werden weiterhin mehrheitlich blödes Zeug von sich geben. Sie haben es eben nicht besser gelernt. Sie hätten etwas Anständiges und Nachhaltiges studieren sollen.
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