Quiz über kuriose Studiengänge Und was studierst du so?

Angewandte Sexualwissenschaften, BWL für Leistungssportler, Brauwesen - kann man alles an deutschen Hochschulen studieren, oder? Testen Sie Ihr Wissen über den Erfindergeist von Unis in unserem Orchideenfächer-Quiz.

Germanistik, Romanistik, Rostlaube: Man kann viel studieren - aber nicht alles
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Germanistik, Romanistik, Rostlaube: Man kann viel studieren - aber nicht alles

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Für ganz Eilige: Hier geht es zum Quiz über kuriose Studiengänge.


Willkommen im Land der unbegrenzten Studiermöglichkeiten! Rund 18.000 Studiengänge haben die Hochschulen in Deutschland aktuell im Angebot. Vor fünf Jahren waren es nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz noch knapp 14.000. Wer einen Uni-Abschluss anstrebt, hat also die Qual der Wahl. BWL? Jura? Germanistik? Oder vielleicht etwas ganz anderes? Etwas richtig Abwegiges?

Kein Problem: Die Unis und Fachhochschulen erfinden immer wieder neue Exoten-Disziplinen. Passionierte Zocker etwa können sich künftig in Bayreuth einschreiben. Die dortige Uni vermeldete kürzlich, dass man bei ihr ab dem Wintersemester Computerspielwissenschaften studieren kann. Und damit ist sie noch nicht einmal die erste Hochschule, die dieses Feld beackert. Die FH Köln bietet einen Studiengang "Digital Games", die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin einen Bachelor in "Games Design", ähnliche Angebote gibt es an der TU München und an der FH Wedel.

Aber auch altgedienten Fächern geben die findigen Hochschulen einen neuen Dreh. Beliebt dabei: einem klassischen Studiengang einfach das Etikett "international" anhängen - das kommt gut an bei potenziellen Studienbewerbern, das gefällt der exportorientierten deutschen Wirtschaft und klingt außerdem wissenschaftlich anschlussfähig. So gibt es internationale Betriebswirtschaftslehre, internationales Bauingenieurwesen und Dutzende weitere Fächer dieser Art. Mitunter treibt die Fächerinternationalisierung seltsame Blüten: An der Uni Mainz etwa gibt es inzwischen sogar einen deutsch-französischen Anglistik-Studiengang.

Mehrere Faktoren haben zur Fächerexplosion geführt:

  • Die Bologna-Reform: Mit der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Master hat auch die Zahl der Nischenangebote zugenommen. Was früher noch als Spezialisierung in den höheren Semester langer Diplom- und Magisterstudiengänge versteckt war, bekommt nun eben ein eigenes Masterprogramm.
  • Der Trend zur Akademisierung: Immer mehr Tätigkeiten, die früher reine Ausbildungsberufe waren, drängen an die Hochschulen. Etwa die Hebammenkunde, die sich seit einiger Zeit unter anderem an der Hochschule Osnabrück studieren lässt. Außerdem schaffen die Hochschulen derzeit auf Druck der Politik neue Angebote, etwa Weiterbildungs- und Teilzeitstudiengänge für Berufstätige. Auch das führt zu einer Vielzahl neuer Spezialangebote.
  • Der Wettbewerb der Hochschulen: Universitäten und Fachhochschulen sollen nicht allesamt das gleiche Standardprogramm abbilden, sondern eigene Profile in der Lehre und in der Forschung bilden. Das war das Ziel vieler Hochschulreformen der vergangenen Jahre. So kämpfen die Hochschulen heute auch stärker um Studenten, die inzwischen mitunter fast wie Kunden betrachtet werden - und für die es zielgruppenspezifische Angebote braucht.

Ist die Fächerzersplitterung sinnvoll? Oder wird Deutschland damit zu einem Land voller diplomierter Fachidioten? Darüber kann man natürlich streiten. Recht unterhaltsam ist die Entwicklung aber allemal. Schauen Sie selbst in unserem Quiz, welche exotischen Angebote die Hochschulwelt bereithält.

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