Ranking Beste deutsche Uni auf Weltrang 53

Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten Unis in Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Dominiert wird die Konkurrenz von US-Hochschulen.


Die Studenten und Professoren wissen es längst: Harvard ist der ewige Klassenprimus. Bei internationalen Hochschul-Ranglisten landet die US-Universität stets völlig unangefochten auf dem ersten Platz. So war es zuletzt beim Ranking der britischen "Times", so ist es auch jetzt beim "Academic Ranking of World Universities" der Universität Shanghai - und der Abstand zu den internationalen Rivalen ist beträchtlich.

LMU München: Mit Rang 53 die beste deutsche Uni im Shanghai-Ranking
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LMU München: Mit Rang 53 die beste deutsche Uni im Shanghai-Ranking

Auch sonst dominieren amerikanische Hochschulen aus Sicht der Wissenschaftler aus Shanghai den weltweiten Wettbewerb deutlich: 17 der Top 20 sind aus den USA, darunter Stanford und Berkeley, das MIT und das Caltech.

Lediglich die klassischen britischen Nobelhochschulen können mithalten. Cambridge auf Rang 4 schlägt dabei Oxford (10. Platz) - "the other place", wie man an beiden Unis jeweils gern über den Dauerrivalen sagt. Die Verschiebungen gegenüber vorherigen Shanghai-Rankings sind auf den oberen Plätzen geringfügig.

Nach deutschen Spitzenuniversitäten indes muss man in der Rangliste lange suchen. Die erste, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, erreicht Rang 53, knapp gefolgt von der benachbarten Technischen Universität München. Ebenfalls unter die besten 100 kommen die Universitäten Heidelberg, Göttingen, Freiburg und Bonn. Sie dürfen sich auch noch Chancen im "Exzellenzwettbewerb" der deutschen Unis ausrechnen und stehen, mit Ausnahme von Bonn, im diesjährigen Finale. Die beiden großen Münchner Unis räumten schon 2006 viele Millionen Euro für die Förderung der Forschung ab.

Beim Shanghai-Ranking schafften es insgesamt 35 weitere deutsche Hochschulen von Frankfurt bis Saarbrücken Platzierungen in den Top 500. Nicht vertreten sind zwei Berliner Mammut-Hochschulen, die ebenfalls in die "Eliteuni"-Endrunde gelangten: Die Humboldt-Universität (HU) und die Freie Universität (FU), beide 2004 dabei, tauchen jetzt nicht mehr auf - sie streiten sich um die Zuordnung der Nobelpreisträger der damaligen Berliner Universität in der Zeit zwischen 1911 und der FU-Gründung nach dem zweiten Weltkrieg. Offenbar deshalb werden beim Shanghai-Ranking derzeit weder HU noch FU berücksichtigt.

Bildungsexperten zählen das Shanghai-Ranking, das zuerst 2003 erschien, zu den seriösen und transparenten Hochschul-Vergleichen. Gewogen und gemessen werden weltweit über 1000 Universitäten, die besten 500 kommen in die Wertung.

Die Forscher der Jiao Tong University untersuchen vor allem, wie häufig Wissenschaftler in wichtigen Fachmagazinen veröffentlichen, wie oft sie zitiert werden und wie viele Nobelpreisträger eine Universität hervorbringt. Hinzu kommt eine Gewichtung der Forschungsleistung in Bezug auf die Größe der Hochschule. Die Shanghai Jiao Tong University selbst erreicht einen Mittelplatz unter den 500 "Top Universities".

jol



Forum - Deutsche Unis - international konkurrenzfähig?
insgesamt 721 Beiträge
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Seite 1
Vinodissimo, 14.08.2007
1.
Zitat von sysopIm internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?
Was hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.
discipulus, 14.08.2007
2. International "konkurrenzfähig"?
[QUOTE=sysop;1386834 ... Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?[/QUOTE] Welche Kriterien für die "Konkurrenzfähigkeit" werden angelegt?? Bei mancher Diskussion - auch hier in Bayern - habe ich den Eindruck: Versorgung der Professoren auf Kosten der Steuerzahler: Besoldung und Pension aus C4, andrerseits staatsunabhängige Entscheidungskompetenz mit den Mitteln des Steuerzahlers. Was wollen die selbst ernannten "Excellence cluster" a la Stoiber eigentlich?
Peter Kunze 14.08.2007
3. Durchaus
Zitat von sysopIm internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?
Tach, Die Frage sollte sich eher nach dem Produkt richten, welches Unis produzieren: Forschungsergebnisse und Akademiker. Hier können die deutschen Unis durchaus mithalten, wobei eine wachsende technik- und wissenschaftsfeindlichkeit in der Gesellschaft sowie die Einführung des Master/Bachelor-Matsches das ihrige zum Absinken des Rufs der Unis beitragen. Die Art der Umsetzung wiederum ist international natürlich nicht mehr konkurrenzfähig. Die Vorteile der angelsächsischen Topunis ist überwältigend: - Mehr Geldmittel stehen zur Verfügung. Die Privatwirtschaft und die Ehemaligen lassen sich da nicht lumpen. - Freie Wahl der Studis. Ein Abi entlockt mal ein müdes Lächeln bei der Zulassungsstelle. - Freie Wahl der Studien- und Forschungsgebiete, keine bis wenige staatliche Vorschriften. Vor einer Antwort bitte bedenken: Darüber zu streiten, ob dies nun sinnvoll, ethisch vertretbar und sozial gerecht sei ist NICHT das Thema des Threads - zumal auch in D Eliten händeringend gesucht werden... Bye Peter
Andreas2, 14.08.2007
4.
Schon die erste Antwort zeigt das Problem: die Vogel-Straußpolitik in diesem Lande, sprich: das Ignorieren der Realität und ihrer Ursachen, wird eine wirkliche Verbesserung verhindern, denn dafür bräuchte es ein Umdenken auf vielen Ebenen und nicht dieses übliche Geschwätz. Übrigens, Vinodissiomo, schon gemerkt ? Es geht keineswegs um ein Dekorieren der angelsächsischen Länder ( von denen dieses Ranking überhaupt nicht entworfen wurde, wie man dem Artikel eigentlich recht deutlich entnehmen kann). Und weiter: ist es unappetitlich, ja sittenwidrig, dass die "Sieger-Unis" höhere Budgets haben ? Natürlich nicht, aber solange eine wirkliche und überfällige Eliteförderung in unserer Sozialneidgesellschaft diskreditiert wird, so lange eine absolut sinnvolle und kontrollierte Zusammenarbeit mit der Industrie durch völlig surrealistische Restriktionen zuverlässig verhindert wird, so lange brauchen wir uns über solche Ergebnisse nicht zu wundern.
Müder_Mensch 14.08.2007
5.
Zitat von VinodissimoWas hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.
Laut dem Artikel ist die Untersuchung durch die Universität Shanghai gemacht worden, also haben sich die angelsächsischen Länder nicht selbst als Weltmeister dekoriert, das sollte man nicht übersehen. Sehr gut bemerkt, das die meisten dieser Institute über ein wesentlich höheres Budget verfügen. Und natürlich die brilliantesten Köpfe der Welt anziehen.
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